neu - Bewusstsein (der Geniestreich)


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Liste deutscher Dissertationen mit Plagiaten

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"... the world population can exceed easily 8 billion by the year 2020. This was a major subject of discussion at the conference in Rio de Janeiro on the environment two years ago. It was pointed out at the conference that growth is most efficiently managed by the private sector, but regulation of the process by national governments and international bodies is also needed. And once again, United Nations can certainly be among the catalysts and coordinators of this process.”

 - David Rockefeller, Annual UN Ambassadors' Dinner Sep. 14, 1994












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Autoren:

 

Prof. -  mag. Dr. Walter Weiss

S. Hab Master of Science (M. Sc.) 

Dr. sc. phil. W. Berger

Theologe Dr. Franz Josef Böker

  

 Fußnoten  werden noch integriert ff. 1-83 

 

 

Quod  erat  demonstrandum




1905  wurde von Einstein die spezielle Relativitätstheorie publiziertSie hat das Newtonsche Weltbild abgelöst und das mechanistische Denken in der Physik beendet - zumindest für Fortgeschrittene. Der breiten Öffentlichkeit sind Einsteins Gedanken nach wie vor schwer verständlich, denn: 


Einstein hat die überkommene Vorstellung von Raum und Zeit revolutioniert - und relativiert: Aber herauszubekommen, was Raum und Zeit und in der Realität sind, das heißt unabhängig von seiner (bzw. jeder!) theoretischen Sicht, ist ihm nicht gelungen. Unter diesem Manko hat er bis zu seinem Tode vor 50 Jahren gelitten. 


Was ist der Raum? Was ist Masse? Was ist Zeit? Alle drei Begriffe werden nämlich in der Physik unhinterfragt vorausgesetzt, ermöglichen aber andererseits erst dadurch das physikalische Forschen. Der Naturphilosoph ist daher gefordert, zu sagen, was Raum, Masse und Zeit "wirklich" sind; aber auch was Kräfte sind und was die Kausalität ist. Und was das Bewusstsein aus all dem macht... Auch was das Bewusstsein ist."

 

Was Bewußtsein ist, weiß – angeblich – niemand. Oder: Jeder glaubt es zu wissen. Jedenfalls treffen aus der ganzen Welt Philosophen, Psychologen und Mediziner zusammen, um darüber zu beratschlagen, was denn Bewußtsein eigentlich sei. Bisher ist man bei solchen Symposien auf keinen grünen Zweig gekommen. Bewußtsein? Das ist angeblich ein nicht mehr weiter hinterfragbares Phänomen – wie das Leben auch. Oder wie die Metapher Gott. Ohne Bewußtsein aber ist …  Nichts?


Das geht freilich nicht, denn: Dem Nichts kommt Sein (im obigen Satz als Kopula „ist“ verwendet) nämlich nicht zu. Heidegger1: „Das Nichts nichtet.“ Außerdem: Das Nichts ist ja nur ein Begriff für unsere Totalabstraktion von allem, was ist. Und: Zur Abstraktion ist immer Bewußtsein nötig, denn: In der Natur (außer in mit Bewußtsein ausgestattetem einzelnen, das wir üblicherweise „tierisches und menschliches Leben“2 nennen) gibt es ja keine Abstraktion.


Die Natur (= alles Da-Seiende, also alles als Vereinzeltes Existierendes) ist ja stets konkret da und niemals als abstrakter Begriff oder als eine Verallgemeinerung (Klasse, Ordnung). Diese (Begriffe, Klassen, Ordnungen) haben ja erst wir – und zwar nur aufgrund unseres Bewußtseins – geschaffen! Was ist jetzt also ohne Bewußtsein, wenn nichts gar nicht sein kann? Und was ist eigentlich Bewußtsein?

 
Gott und Bewußtsein
 

Vorerst versuchen wir es mit einer Analogie: Der erste Einleitungsabsatz bleibt vollinhaltlich gültig, wenn wir den Begriff „Bewußtsein“ mit der Metapher „Gott“ ersetzen:

„Was Gott ist, weiß – angeblich – niemand. Oder: Jeder glaubt es zu wissen. Jedenfalls treffen aus der ganzen Welt Philosophen, Psychologen und Mediziner (hier müßten wir jetzt verändern auf Theologen) zusammen, um darüber zu beratschlagen, was denn Gott eigentlich sei. Bisher ist man bei solchen Symposien auf keinen grünen Zweig gekommen. Gott? Das ist angeblich ein nicht mehr weiter hinterfragbares Phänomen – wie das Leben auch. (Oder wie die Metapher Gott …) Ohne Gott aber ist … Nichts?“

Widersprüche treten bislang keine auf.

Im nächsten Absatz scheitern wir allerdings mit dem Ersetzen des Begriffs „Bewußtsein“ durch die Metapher „Gott“. Denn Gott abstrahiert ja angeblich nicht – zumindest ist aus allen
 
Religionen nichts Einschlägiges bekannt. Gott „schöpft“ vielmehr … Und das ist ja wohl das Gegenteil von abstrahieren – oder?


1Martin Heidegger (1889–1976), umstrittener deutscher Philosoph mit schwer verständlicher Kunstsprache und oft diskutierter Nähe zum NS-Gedankengut.


"Gott würfelt nicht", meinte schon Einstein. Und er wollte damit nur zum Ausdruck bringen, daß "Gott" sich nicht auf so etwas Unexaktes wie den Zufall verläßt, der Einstein - siehe seine Widerstände gegen die Quantentheorie! - immer unheimlich war; "unheimlich" durchaus im Sinne Freuds, daß Einstein sich in ihr nicht "heimisch" fühlte: das fühlte sich Einstein nur in der Welt der exakten Mathematik, der Berechenbarkeit, der Widerspruchsfreiheit, des Zweiwertig-Logischen. Gott war für Einstein durchaus Mathematiker, der nichts dem Zufall überläßt.


Läßt Gott den Zufall zu, ist Gott nicht allmächtig.


Es pfuschte ihm ja der Zufall beständig in seine Schöpfung und wäre somit deren eigentlicher "Herr". Im Christentum wird dieser Pfuscher übrigens mit "Teufel" oder "Luzifer" ( = Lichtträger) bezeichnen, womit ein irrationalistisch-metaphysischer (besser: mythischer) Begriff durchaus naturwissen - schaftlich Relevantes umschriebe:

 

"Lichtträger" sind Photonen, die Quanten der elektromagnetischen Kraft. Und Quanten sind per se unverursacht, weil spontan in ihrer Entstehung, und somit - zumindest vordergründig oder vorläufig: zufällig!


Und - der Vulgärtaoismus, wie er in China und Taiwan unter Anbetung einer Vielzahl von Göttern in überladenen Tempeln gepflogen wird, hat sich von Lao Tses tiefen Einsichten mindestens genausoweit entfernt, wie die römische Kurie vom Wort des Rabbi Joshua Jesus. Das Gleiche gilt für die Vielzahl buddhistischer Tempel. 


"Zufall" ist ja nur eine Metapher für: "Ich kann keine kausale Verknüpfung erkennen" und hängt damit von zwei Prämissen ab: vom Glauben an die unbedingte Gültigkeit der Kausalität und von der Erkenntnisfähigkeit des Urteilenden. Zufall ist also niemals etwas An-sich-Seiendes, etwas, das es außerhalb des menschlichen Denkens bzw. Begreifens gäbe, sondern nur Ausdruck der Beschränktheit menschlicher Erkenntnisfähigkeit.



Natürlich "würfelt" "Gott" nicht - es wäre ja auch noch schöner, hätte "ER" es nötig, sich menschliche Unzukömmlichkeit zum Schaffensprinzip zu machen. Und es wäre absurd, basierte die Welt auf einem Unzulänglichkeitsprinzip menschlicher Erkenntnisfähigkeit. Nein: "Gott" würfelt weder noch ist er Mathematiker. "ER" dürfte sich weder der Logik und ihrer Widerspruchsfreiheit verpflichtet fühlen, noch der Kausalität, sind doch beide nur Denkkategorien menschlicher Verstandestätigkeit bzw. Grundvoraussetzungen seiner Vernunft.

 

Und Vernunft ist allemal etwas Menschliches und nichts Göttliches. 


(Auch wenn G. W. Friedrich Hegel das Gegenteil gelehrt hat: Hegel war zwar ein großer Mann aber nicht unfehlbar.)

Nein, "Gott" steht nicht in der Alternative von Zufall und Kausalität; der aufgeklärte Geist des modernen Menschen ist gar nicht so aufgeklärt - sonst konstruierte er nicht Zufall (Chaos) und Kausalität (Ordnung) zu weltkonstituierenden Prinzipien, um die Welt erklären und verstehen zu wollen.

Darüber, ob auch pflanzliches, bakterielles oder gar virales Leben Bewußtsein hat, wollen wir uns hier gar nicht verbreitern. Die Forschung darüber ist jedenfalls in Fluß – die ursprünglich (rein religiös motivierte) strenge Grenze zwischen Mensch (dieser mit „Seele“) und Tier (jenes natürlich ohne!) ist jedenfalls nicht mehr aufrechtzuerhalten. 


Genau genommen, ist „Seele“ kein biblisches Konzept („nefesch“ ist der Lebensatem, den Gott dem Adam in die Nase bläst). Siehe zur "Seele" der Tiere daher Kohelet 3,20 f! „Unsterbliche Seele“ ist ( ein aus Ägypten stammendes ) über Pythagoras auf Platon und von dem auf uns gekommenes Konzept.
 

Gott „schöpft“ vielmehr … Und das ist ja wohl das Gegenteil von abstrahieren – oder?

Erster Einwand: Abstrahieren ist nicht das Gegenteil, sondern vielmehr identisch mit schöpfen! Jeder Abstrahierende, also jeder, der vom einzelnen die alleine diesem eigenen Eigenschaften abzieht oder über sie hinwegsieht, also den Akt (!)3 der Verallgemeinerung (oder Begriffsbildung) vollzieht, „schöpft“ (= schafft) ja: Neues – den Allgemeinbegriff nämlich, unter den er/sie ab jetzt diesem einzelnen Ähnliches subsumiert und damit den Prozeß des Wiedererkennens überhaupt erst ermöglicht. 

Dieser schöpferische Vorgang wird „Klassifizieren“ der (von uns als zusammengehörig entschiedenen4) einzelnen genannt. Allgemeinbegriffe (Klassen; in der Scholastik „Universalien“ genannt) existieren aber nicht per se (also durch sich), sondern nur durch uns – und zwar aufgrund unserer Abstraktionsfähig- und -tätigkeit.

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3 sic „Schöpfungsakt“! Und hier schreiben überzeugte Atheisten (der Prof. mit einem Hang zum Taoismus)

4 Dieses Zusammengehören erfolgt durchaus willkürlich, aber aufgrund unserer Erfahrung, und ist auf unser Überleben hin ausgerichtet. Es erscheint uns sinnvoll (und „sinnvoll“ zielt letztlich immer auf Sich-in-der-WeltBewähren!), z. B. alle hochgewachsenen und verholzten Pflanzen als „Bäume“ zu bezeichnen. Andererseits ändert sich die botanische und auch zoologische Systematik, dem Forschungsfortschritt entsprechend, permanent. Wie verbindlich sind also Allgemeinbegriffe? Die Natur kümmert sich um sie jedenfalls nicht, indem die Evolution permanent in Fluß ist und beständig Neues (aber keine neuen Arten!) aus bereits Vorhandenem entsteht. Dieses Neue freilich klassifizieren wir wieder zu neuen „Arten“.

 
Wir schaffen (oder „schöpfen“) also – zwar keine Dinge (daß wir das sehr wohl tun, darauf werden wir später in dieser Arbeit noch zurückkommen!), aber die sie bestimmenden Allgemeinbegriffe und bringen damit Ordnung in unsere Welt. Ohne unsere Allgemeinbegriffe (Klassen, Spezies, Arten) fänden wir uns in der Welt gar nicht zurecht: 

Unsere Umwelt, der Mesokosmos, wäre chaotisch; wir könnten gar nicht überleben, weil uns die Erfahrung (die nur möglich ist aufgrund unserer selbstgeschaffenen Ordnungen) fehlte, und wir uns auf nichts verlassen könnten: Jedes Erlebnis wäre uns neu und damit lebensgefährlich, weil wir nicht wüßten – aufgrund unserer erlernten Ordnung bzw. Klassifizierung z. B. in „angenehm“, „unangenehm“, „nützlich“, „tödlich“ –, wie wir uns jetzt verhalten sollten.

Wir wären „von allen guten Geistern“ (als Synonym für Ordnungen) verlassen. Es gibt sogar einen Namen für ein solches Verhalten. Es ist eine Krankheit: Agnosie – Nicht-Erkennen.

Für Abstraktion ist daher Bewußtsein nötig, denn (und wir setzen jetzt mit dem 3. Absatz unserer Einleitung fort): „In der Natur (außer in mit Bewußtsein ausgestattetem einzelnen, das wir üblicherweise ‚tierisches und menschliches Leben’ nennen) gibt es ja keine Abstraktion.

Die Natur (= alles Da-Seiende, also als Vereinzeltes Existierende) ist ja stets konkret da und niemals als abstrakter Begriff oder als eine Verallgemeinerung (Klasse, Ordnung). Diese (Begriffe, Klassen, Ordnungen) haben ja erst wir – und zwar nur aufgrund unseres Bewußtseins – geschaffen!“


 
Sein und Nichts



Vor unserem ersten Einwand haben wir noch argumentiert, daß wir „Bewußtsein“ im weiteren nicht mehr durch die Metapher „Gott“ ersetzen könnten. Wieso eigentlich nicht? Gilt nicht seit Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831), daß Gott das absolute Bewußtsein sei? 

Und wird nicht „Gott“ in allen (!) Religionen (allerdings nicht im Buddhismus und Taoismus, da beide ja keine Religionen, sondern tiefphilosophische monistische Lehren sind!) Bewußtsein zugesprochen, ja sogar ein Über-Bewußtsein mit „Allmacht“ und „Allwissenheit“? Vor allem in den drei monotheistischen Religionen? Wenn also Abstraktionsfähigkeit bewußtseinsabhängig, ja im Grunde genommen die Definition von Bewußtsein überhaupt ist: Warum sollte Gott in dieser Sicht nicht (auch) abstrahieren (können) müssen?

Gemäß der Bibel – man muß aber dort nicht alles wörtlich nehmen – agiert „Gott“ wie ein Übervater: Er handelt ausschließlich (!) menschlich. Klar, denn nach Freud haben ja wir selbst uns diesen Übervater geschaffen: und zwar nach unserem (patriarchalischen) Denken und Vorbild und nicht etwa umgekehrt, wie es uns die Bibel weismachen will: Daß wir nämlich das Ebenbild „Gottes“ seien. 

Das ist freilich nicht ganz unumstritten. Manche meinen, daß auch dies eine Vorstellung aus Ägypten ist. So weit sich der Herrschaftsbereich erstreckte, war das durch Statuen („Abbilder“) des Pharao sinnenfällig gemacht. Auf die Genesis angewandt, würde das heißen: 

Der Mensch markiert den Herrschaftsbereich „Gottes“ – was unserem Ansatz hier ja nicht widerspricht. Jedenfalls ist „Gott“ unser idealisiertes Abbild! Dieser biblische „Gott“ ist eifersüchtig, verlangt, befiehlt, straft, verzeiht, fordert, will angebetet werden (und zwar exklusiv), erwählt sich sein (!) Volk (er ist also auch besitzergreifend), schließt Bünde, verspricht – und droht vor allem. Auch beschützt und vernichtet er!


Ein reiner „Machtmensch“ also! Ein Terminator.

 
Allüren aber (welch ein armer „Gott“!) sind immer Reaktionen5 auf das Verhalten anderer (der Menschen also) und somit Folge von Abstraktionsfähigkeit – indem von etwas, das jetzt und hier ist6, abgesehen und Gewünschtes verlangt oder vorweggenommen (prophezeit) wird. Es ist die klassische Wenn-dann-Konstruktion, allgemeiner bekannt als „Kausalität“.

Ein „Gott“ also, der sich der Kausalität unterwirft? Und (allgemeiner formuliert): der Konstruktion? Ein armer „Gott“!

Dieser abstrahierende „Gott“ ist somit gar keiner, sondern ein mit den Menschen Handelnder und ergo ein von ihnen Abhängiger! „Willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!“ Ein „Gott“, der nach Willen und Tun des Menschen süchtig ist, indem er darauf reagiert! Anstatt zu agieren!

Das Alte („Erste“) Testament ist pure Gotteslästerung und somit Blasphemie!

Aber auch die „Schöpfung“ (weniger pathetisch: die angebliche Erschaffung der Welt) ist reine Gotteslästerung und Folge einer (gigantischen und zwar ausschließlich menschlichen) aber völlig falschen Abstraktion: Denn laut Bibel wird „aus“7 dem Nichts alles 8 geschaffen.


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5 Und nicht etwa autonome Aktionen, wie sie einem Gott eigentlich zustünden: Das wäre „würdig und recht“, um katholische Gebetsphrasen zu bemühen! 

6 Da ist er ja wieder, unser Hegel: sein Dies, Hier und Jetzt nämlich! 7 So behauptet es jedenfalls die Bibel und lehren es die Theologen. „Aus“ setzt allerdings Raum voraus, aus dem man etwas nehmen, oder in dem man etwas bewegen kann. Da dem Nichts aber Sein (u. a. also auch Raum) nicht zukommt, kann man „aus“ ihm nichts nehmen. Das wissen die Theologen (u. a. der Wiener Kardinal Schönborn) aber nicht – oder wollen zumindest nicht zugeben, daß sie es wissen. Wir haben dies Schönborn schon mehrfach öffentlich wissen lassen (u. a. in „Kirche In“ … Seine Reaktion war (natürlich) Schweigen. 

8 In dieser Diktion ist mit „alles“ natürlich nicht das monistische Ein-Alle gemeint, sondern die Welt im Gegensatz zu Gott, die Er „aus dem Nicht“ schafft, wobei Er selbst als ungeschaffen gilt. Dieser zum Widerspruch „Gottes“ mutierte Gegensatz (die Welt nämlich) hat im Monotheismus sogar eine Metapher erhalten: Es ist das Reich des „Teufels“ oder „Satans“. (Das „Reich Gottes“ ist bekanntlich nicht von dieser Welt!) Der Kampf zwischen „Gott“ und „Satan“ wogt also – aber gemäß der Apokalypse wird „Gott“ siegen. Also doch Polytheismus! Welch ein „Gott“, der ein ganzes Äon lang gegen seinen Widersacher kämpfen muß – und dafür sogar seinen eigenen (und einzigen?) Sohn schlachten läßt! 


Damit sei aber nichts gegen den Rabbi Joshua gesagt, der sich selbst übrigens nie als „Sohn Gottes“ bezeichnet hatte – wie denn auch: als Jude!

 

Die „creatio ex nihilo“, wie sie uns gelehrt wird, ist allerdings eine viel spätere Idee. Aber man hat sich zweifellos schon früh die Frage gestellt, warum etwas ist und nicht vielmehr nichts.

Damit dies „funktioniert“, muß – wenn Denkgesetze gelten sollen –, vom Nichts abgesehen (abstrahiert) werden: Das Nichts muß negiert (!) werden, was in die berühmte „Negation der Negation“ Hegels mündet, nur diesmal anders angewandt! Negieren bedeutet nämlich immer (!) abstrahieren: allerdings von Bestehendem, indem ich etwas nicht so haben will, wie es ist. Mit der Negation des Nichts („Gottes“ Schöpfungsakt9) wird aber vom Nichts abstrahiert: Das ist freilich ein unmöglicher Akt, denn

1) kann Nichts nicht sein, sondern bestenfalls nichten (laut Heidegger) und: 2) Wovon sollte man beim Nichts abstrahieren?

Das geht freilich nicht zusammen. Das Nichts ist ja gar nicht und kann – laut Heidegger und jedem philosophisch folgerichtig10 denkenden Menschen –  gar nicht sein oder „bestehen“, weil, wie wir oben bereits erkannt haben, dem Nichts Sein nicht zukommt. Wovon sollte also abstrahiert werden? Abgesehen werden kann nur von etwas – aber nicht von nichts! Daher haben die nun folgenden zwei Sätze ewige Gültigkeit, völlig unabhängig von Kultur und Zivilisation(en), sind also so etwas wie „absolute Wahrheit“ der Philosophie, vergleichbar manchen mathematischen Sätzen, wie etwa jenem des Pythagoras11:

1) Sein ist nur als Seiendes.

2) Das Nichts ist unmöglich.

Zum Verständnis von 2) muß man freilich wissen, daß Seiendes nur Folge von Möglichem sein kann

Weil nur Mögliches realisiert (besser: wirklich12) werden kann, und Unmögliches13  eben nicht. Nur ist diese logische Folge der klassischen Junktion auf Basis des 2. logischen Axioms (dem Satz des Widerspruchs, nämlich „A ist nicht gleich B“ oder, in Form einer Junktion: „Wenn A, dann nicht B“) den meisten Denkenden nicht unmittelbar einsichtig.

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9 Joseph Haydn hat diesen Unfug in einem der größten Monumentalwerke der Musikgeschichte unübertreffbar in Ton gesetzt. Wie man sieht, kann man auch Falsches und Unsinniges (dem Zug der damaligen Zeit durchaus entsprechend) als Ausgangsmaterial nehmen und höchste Kunst daraus kreieren. Haydns Oratorium ist jedenfalls wahre Schöpfung! In seinen darauffolgenden „Jahreszeiten“ hat Haydn sich freilich kopiert, und der Sohn von Maria Theresias Leibarzt Gerard van Swieten, der Mozart-Förderer Gottfried van Swieten, hat dem Genie ordentliche Knüppel vor die Cembalotasten geschmissen … 

10 Selbstverständlich folgen wir – einstweilen noch – der zweiwertigen, aristotelischen Logik. Mehrwertige Logiken (die dreiwertige z. B., die auch den Wahrheitswert „vielleicht“ kennt), bauen aber auf der zweiwertigen auf und hebeln diese nicht aus – sie erweitern bzw. ergänzen sie vielmehr! Nur das dritte logische Axiom, das „Tertium non datur“ (eine dritte Möglichkeit außer „wahr“ und „falsch“ gibt es nicht) wird aufgehoben – und das durchaus in der hegelschen dreifachen Bedeutung von aufheben“. Das 4. logische Axiom, das vom zureichenden Grund, ist ohnedies den ersten dreien aufgepfropft, aus diesen nicht ableitbar und gilt nur unter Vorbehalt! 

11 Auch außerirdische höhere Zivilisationen könnten in ihrer Geometrie der Ebene nicht anders, als den Satz des Pythagoras (a2 + b2 = c2) zu entdecken und anzuwenden: Er ist in „allen“ Universen gültig – soweit es „dort“ Ebenen gibt! 

12 Wir werden später noch auf die essentielle Unterscheidung zurückkommen!

13 „Unmöglich“ meint, daß etwas nicht realisiert werden kann. „Möglich“ muß daher heißen, daß es verwirklicht werden können muß! Dieser aus den einander negativen Begriffen folgende Schluß („Wenn A, dann nicht B“)

Aus dem Nichts kann gar nichts geschaffen werden – und das aus den uns bereits bekannten zwei Gründen:

1. Das Nichts nichtet und 2. „ist“ deshalb unmöglich.14

Unmögliches schafft/„schöpft“ freilich nicht einmal Gott, auch wenn der Kalauer da lautet: „Gott kann auch auf krummen Zeilen grade schreiben.“
 - Er kann es nicht. 


Er kann auch keine Drehtüre zuschlagen und keinen Stein heben, der so schwer ist, daß Er ihn nicht mehr heben könnte – uralte Gymnasiastenkapriolen übrigens – oder die Quadratur des Kreises schaffen.

 



Bewußtsein und Schöpfung

Auch unser Bewußtsein „schöpft“ oder schafft seine Allgemeinbegriffe nicht „aus dem Nichts“. Wie wir bereits festgehalten haben, bilden wir unsere Klassen aufgrund der Abstraktion(en) von erfahren habenden (!) und erfahrbaren (!) einzelnen.15

„Nichts ist im Verstande, was nicht vorher in den Sinnen war“, dozierte schon der englische Empiriker John Locke (1632–1704), und der Deutsche Mathematiker und Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) setzte trocken hinzu: „... außer dem Verstande selbst („nisi intellectus ipse“).“

Damit haben wir alles; wir brauchen nicht mehr. Wir müssen in diese beiden philosophiegeschichtsmächtig gewordenen Statements nur „einsetzen“ oder besser deren Begriffe (!) ersetzen. Für Bewußtsein wären Abstraktionen gar nicht möglich, wenn nicht etwas existierte, denn: Wovon sollte denn abstrahiert werden? Was unsere Sinne reizt („ … was nicht vorher in den Sinnen war …“) ist die vitale (!)

16 Voraussetzung für unsere Abstraktionstätig- und fähigkeit.

Nur: Was ist es, das unsere Sinne reizt?


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14 Da unsere Sprache ursprünglich nur Seiendes als Grundlage hatte, gibt es (auch nach Heidegger und Wittgenstein etwa) noch immer keine Möglichkeit, einen vollständigen Satz ohne Kopula zu bilden, die sich nicht auf das Sein bezöge. Und das Heideggersche Kunstwort „nichten“ kennt keine Kopula! Daher die Anführungszeichen bei „ist“. Daß wir mit diesem sprachlichen Rüstzeug als religiös Gläubige auch über „Gott“ sprechen, ist eigentlich widersinnig, da „Gott“ kein Seiendes ist.


Von den „Argumenten“ der Kreationisten,  Homöopathie- und Horoskopgläubigen gar nicht zu reden !  

15 Von Unerfahrbarem ist keine Abstraktion möglich. Wir können Unerfahrbares (z. B. Gott) nur mit Eigenschaften von bereits erfahren Habenden füllen. Es ist dies die „via affirmationis“, also der „bestätigende“ oder „erhärtende Weg“ des einen Säulenheiligen der katholischen Kirche, des Thomas von Aquin (1225–1274). Man nennt das – profan – auch „Phantasie“. Dazu der österreichische Haus- und Hofdichter „Hofrat“ Franz Grillparzer (1791–1872): „Die Philosophie und die Theologie, sind beide Phantasie. Die eine erfindet ihre Gestalten, die andere spielt mit den vorhandenen alten.“ Sehr gescheit, auch wenn die Philosophie nicht gut dabei wegkommt.

16 Wir sprechen nur Tieren und Menschen Sinne zu. Auf die damit verbundene Problematik bei anderem Lebendigen (höhere Pflanzen, Pilze, Flechten, Moose, Bakterien, Viren) haben wir schon zu Beginn dieser Arbeit hingewiesen. Da diese alle auf ihre Umwelt reagieren, sollten sie doch „Sinne“ haben – oder was immer das auch sein mag, womit sie reagieren … Wir wollen aber nicht soweit gehen, Gras beim Rasenmähen „Schmerzen“ anzudichten …

3) Ohne Erfahrung17 keine Klassifizierung, also auch keine Ordnung.

Leibnizens Bonmot „... außer dem Verstande selbst“ wenden wir jetzt an den „schöpfenden Gott“ der (religiösen) Mythen an: Wir ersetzen allerdings den Begriff „Verstand“ (Hat „Gott“ als „Allwissender“ und „Allmächtiger“ eigentlich Verstand nötig? Verstand benötigt man zum Überleben. „Gott“ als Ewiger braucht aber nicht zu überleben. In welcher (Um-)Welt sollte er sich „zurechtfinden“ müssen?)18 durch jenen der „Möglichkeit“ – und liegen damit gar nicht einmal so schlecht, denn:

4) Verstand ist die Fähigkeit, aus mehreren Möglichkeiten (das Richtige) auszuwählen.19

Der „schöpfende Gott“ der Religionen „wählt“ also gar nicht aus dem Nichts (dem Unmöglichen), sondern aus dem Möglichen – und schafft („schöpft“) „daraus“ das Seiende.20

Wo wäre nun der Unterschied zu unserem Tun – und „Gottes“ Schöpfen? Der Einwand, daß „Gott die Welt“ schuf und wir …

Also „nicht“ wäre jetzt abermals das falsche Wort, denn was, wenn nicht unsere Welt, schaff(t)en wir sonst mit unserem Bewußtsein? Auch der Einwand, wir schüfen nur unsere und nicht „die“ Welt, ist falsch. Welche sollten wir denn schaffen? Ist nicht unsere Welt ohnehin „die Welt“ für uns? Wir können uns ja gar keine andere Welt als die unsere vorstellen! In welcher Welt leb(t)en wir sonst, außer in der unseren, eigenen, welche „die (einzig mögliche nämlich) Welt“ ist, die wir erleben können?

Andere hätten demnach andere Welten? Ja, natürlich! Aber auch deren Welten – die uns unsere Mitmenschen und -tiere nur recht und schlecht mitzuteilen versuchen; es gelingt ihnen ohnedies nicht! – sind Teil unserer Welt. Die fremden Welten erleben wir „in“ der eigenen so, wie wir die der anderen halt verstehen. Andere Welten (= die Welten der anderen) mögen die unsere Welt bereichern oder verhärmen – aber es ist unsere Welt, die durch jene der anderen beeinflußt und somit immer (!) verändert wird! Man kann gar nicht nicht kommunizieren! 21

5) Für jeden von uns ist die eigene Welt die einzige – und somit das Ein und Alle.
  

17 Erfahrung setzt sich zusammen aus Sinnesreizen und dem „intellectus ipse“ Leibnizens. Wir nennen das dann auch „Wahrnehmung“. 

18 „Gläubige“ mögen bitte nicht einwenden, man könne und dürfe bei (ihrem) Gott nicht den menschlichen Verstand oder die Vernunft anwenden. Gut, „Gott“ bedarf keines Verstandes, das haben wir im Haupttext eben deduziert. Braucht Er Vernunft? Laut Hegel ist er sogar die absolute – aber Hegel ist auch nicht das Maß aller Dinge, und wir sprechen „Gott“ jede Vernunft ab. Bedürfte er ihrer, wäre er ihr unterworfen und somit nicht mehr Gott. „Gott“ sei die Liebe? Seit wann hätte Liebe mit Vernunft zu tun? Liebe als Verein(ig)ung ist gerade das Gegenteil von Vernunft! Vernunft trachtet immer, die Dualität, also Gegensätze oder gar Widersprüche zu überwinden

Was wäre sonst der Sinn von Koans im Zen-Buddhismus? Oder Sinn der Mystik (siehe Meister Eckehart)? Oder von Meditation? Ich-Überwindung bedeutet immer Vernunftüberwindung! Und „Gott“ als ein Ich zu verstehen (besser: Ihn als ein solches zu glauben oder gar zu lieben!) ist schon sehr mythisch (um nicht zu sagen: magisch). Wenn man bei den Katholiken an die Kreuz-Amulette, Marterln und Wallfahrtsorte denkt, tritt die Magie offen zutage („Verhandeln mit Gott“) und ist vom griechischen Götterhimmel gar nicht weit entfernt. Der Monotheismus unterscheidet sich vom Polytheismus eben nur quantitativ, nicht aber qualitativ!  

19 Dazu muß angemerkt werden, daß die Unterscheidung zwischen Vernunft und Verstand fließend ist, und beide Begriffe von den Philosophen unterschiedlich definiert wurden und werden. Nach unserem heutigen Verständnis hätten Locke und Leibniz besser „Vernunft“ schreiben sollen, aber die Bedeutung von Begriffen ändert sich eben mit der Zeit (siehe „Proletarier“ und „Prolet“). 

20 Die Neuplatoniker, u. a. Plotin (um 204–270), nannten das „Emanation“. 

21 Sagt ein Freund zum anderen: „Du, ich hab’ gestern deine Frau auf der Straße getroffen, aber sie hat mich nicht gesehen.“ „Ich weiß, sie hat mir eh davon erzählt!“ („Net amol ignorieren“, nennt das der Wiener.) Übrigens eine wunderschöne Stadt !


Raum, Zeit (Veränderung) und Bewußtsein

Wie funktioniert eigentlich Bewußtsein? Was hat Bewußtsein mit Raum und Zeit und ergo mit seinem Universum bzw. mit Multiversa zu tun? Was sind Raum und Zeit überhaupt? Im Gegensatz zum Begriff des Bewußtseins ist diese Frage relativ einfach zu beantworten:

6) Raum ist das Auseinander von Dingen, Zeit deren Nacheinander22.

Dinge (Vereinzelte, von anderem Geschiedene also) entstehen:

1) naturwissenschaftlich: aufgrund der (Vereinzelungen überhaupt erst ermöglichenden) von Universum zu Universum unterschiedlichen Elementargrößen23 der Multiversa, und 2) philosophisch-physiologisch: aufgrund von Bewußtsein, das aus dem ursprünglichen Chaos (sic!) seiner sinnlichen Eindrücke und der Verschaltung seines Gehirns („intellectus ipse“24) die Vereinzelungen seiner (sic!) Welt erst schafft (sic!), Wahrnehmung also kreiert (sic!) und daraus seine Erfahrung bildet („schöpft“).

Ob sich in anderen Universen auch Gehirne in unserem Sinn ausbilden, wissen wir nicht – und werden bzw. können es nie erfahren. Wenn es in anderen Universen aber Bewußtsein geben soll (und es muß es geben, wie wir noch deduzieren werden), dann muß es in den Multiversa auch Vereinzelte geben, denn nur solche können sich erfahren und wissen. Denn Bewußtsein kann sich nur bilden, wenn es sich als von anderem unterschieden erlebt – oder sich als Selbstbewußtsein sogar weiß. Daher gilt:

7) Ohne Vereinzelung kein Bewußtsein!

Aber es muß auch gelten:

8) Ohne Vereinzelung kein Universum!

Denn erst das Viele (vereinzelte) macht das Universum bzw. die Vielzahl der Universen (= Multiversa) – ohne Vereinzelung herrschte Chaos.

Zeit hingegen ist gar kein objektivierbarer Begriff, obwohl die Physik sie als eine mathematische Größe („t“) eingeführt hat und mit ihr rechnet:

und zwar als Dauer der Veränderung von etwas. beim Habicht 1/100 Sekunde, bei der Schnecke ¼ Sekunde. Veränderungen, die unterhalb dieser Wahrnehmungsgrenzen erfolgen, existieren für das betreffende Bewußtsein nicht.

25 Dauer kann aber nur von Bewußtsein festgestellt werden (!) und ist abhängig von dessen Taktung, d. h. von der Länge seines Augenblicks. Beim Menschen beträgt dieser 1/16 Sekunde,

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22 Dieses „Nach“ ist natürlich nicht ganz korrekt, denn „nach“ setzt Zeit bereit voraus. Wir können aber gar nicht anders, als zeitlich zu formulieren – ein Beweis mehr, daß Bewußtsein Zeit ist! Aber darüber später mehr. 

23 Elementargrößen sind quantifizierte Aspekte (Maßeinheiten) der unserer Wirklichkeit zugrundegelegten Realität und gelten als Garant, daß unsere Welt so ist, wie sie ist. Es sind dies u. a. die Lichtgeschwindigkeit, die Gravitationskonstante, das Plancksche Wirkungsquant und die elektrische Elementarladung.

24 siehe weiter oben „Leibniz“!

25 „von etwas“ ist essentiell: Denn nur ein Etwas, also Dingliches (dazu gehören Körper, aber auch Gase und Plasma) kann sich verändern. Der Raum an sich (siehe oben im Haupttext) hingegen nicht. Ihm sind ja keine „Eigenschaften“ zu eigen. Wir erinnern: Eigenschaft ist etwas, das einem Dinglichen zu eigen ist. Und Raum ist ja die Kontradiktion zu Dinglichem. Er ist deren Voraussetzendes – und umgekehrt: Raum und Dinge setzen einander gegenseitig voraus. Näheres über die Voraussetzungsproblematik in „Universum und Bewußtsein“ und „Das Rätsel Gravitation“. Update: Gravitation - Hypothesen und Realität

26 Deshalb sieht ein Habicht auch eine Gewehrkugel fliegen (und kann den fliehenden Hasen tief unten auf dem Boden schlagen), eine Schnecke hingegen nimmt nur ein Viertel jener Menge uns möglicher Sinneseindrücke wahr: Ihre Welt verändert sich viermal so langsam – allerdings nur von uns aus gemessen. Ein die Schnecke zertretender Fuß existiert für diese gar nicht – er bewegt sich zu schnell. Allerdings ist die Schnecke danach tot.

 

Der Fußtritt wirkt also, aber ohne auf das Bewußtsein der Schnecke gewirkt zu haben!

Wir können einer Pistolenkugel übrigens auch nicht ausweichen …

Unterschiedlich getaktete Bewußtseine nehmen also unterschiedliche Welten oder (umgekehrt formuliert) die Welt unterschiedlich wahr: Letztere allerdings nur, wenn wir die Existenz einer bewußtseinsunabhängigen Welt überhaupt postulieren.

Die Naturwissenschaften tun das – zu Recht? - Wie diese Arbeit zeigen wird, zu Unrecht

    


All-Mögliches und Multiversa


 
Im Monismus (z. B. dem Zen-Buddhismus oder Taoismus) gilt das Ein-Alle als das Eine27 des Allen, ist also die monistisch-philosophische Umschreibung für das Uni- (=eine) versum (= alles), das ja alles umfaßt: als All, als Kosmos, als Geordnetes – im Unterschied zum Ungeordneten, dem Chaos, mit unseren Worten dem All-Möglichen. Dieses All-Mögliche wird von den monotheistischen Religionen gerne als „Allmacht“ oder „Omnipotenz“ „Gottes“ bezeichnet – nicht ganz zu Unrecht übrigens, wenn man damit bloß das meinte, was Omnipotenz philosophisch bedeutet: Daß nämlich aus der stets unbekannten28 Vielzahl der Möglichkeiten zu einem gegebenen Zeitpunkt nur ganz bestimmte  realisiert werden (können). Weil die Umstände andere Realisierungen gar nicht zulassen. Alle Evolutionen folgen diesem Grundgesetz! Übrigens auch wir in unserem täglichen Leben: Wir können nicht alles, was möglich wäre – jetzt – verwirklichen.29 Wir können nicht einmal all das verwirklichen, was jetzt möglich wäre, sondern müssen uns für eine einzige Möglichkeit entscheiden. Die wird dann verwirklicht.



Geschichte wäre anders gar nicht denkbar!


  

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26 Allerdings hat sich in unser Bewußtsein schon eingeprägt, daß es Veränderungen in geologischen „Zeiträumen“ gibt, wenn auch nicht (nur) durch unmittelbare Sinneserfahrung, sondern durch zusätzlichen Einsatz des Verstandes. 27 Man könnte auch „Einheit“ formulieren – wenn damit nicht Quantität gemeint ist, also einzelnes von mehrerem; oder eine Maßeinheit! Messen bedeutet immer quantifizieren. Das Ein-Alle aber ist absolute  Qualität, sprich: Es gibt nur ein Alles. Denn: Gäbe es „mehrere Alle“ (ein grammatikalischer Unfug übrigens), wäre Alles nicht alles. Nur menschlich gedacht? Wie sollten wir sonst denken?

Ein Gedanke, der in allen Multiversa gültig sein muß? Ein philosophischer „Satz des Pythagoras“? 28 Aus diesem philosophischen Grundsatz (auch „Gesetz“) „zaubern“ die Theologen die „Allwissenheit Gottes“ … was auch so falsch nicht wäre, würde man die Betonung nicht auf das Wissen legen. 

Ein Gott braucht nichts zu wissen: Er „ist“ das All-Mögliche – wenn man „Ihn“ überhaupt braucht, um das Phänomen und die philosophische Notwendigkeit des All-Möglichen einzusehen. Monistisch denkende Philosophen brauchen „Ihn“ nicht! Sie haben es nicht nötig, das All-Mögliche zu personalisieren! 

29 „Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Doktorat.“ Oder: „Wer seinen Doktor nicht selber macht, muß eine(n) heiraten.“


Übrigens: Auch der Gott der Religionen kann Seine „Entscheidungen“ nicht mehr rückgängig machen. Was „geschöpft“ worden ist, ist da. Und zwar so und nicht anders. Wer anderes behauptet, ist unseriös.

Vergleichen wir einmal: einerseits Kosmos30 als das (von uns!)  geordnete Daseiende, andererseits Chaos, das, weil noch nicht realisiertes, ergo nicht erfahrbares und daher von uns auch nicht ordenbares All-Mögliche!

31 Nur Möglichkeiten innerhalb des bereits Realisierten, zwischen denen wir aufgrund unserer Erfahrung und den daraus resultierenden Ordnungen

32 wählen können, sind (eventuell) verwirklichbar: wenn die dazu nötigen Kriterien stimmen. Welche Kriterien das sind, versuchen wir aufgrund unserer Erfahrung („Geschichte“, allgemeine und persönliche) zu entdecken: meistens durch Versuch und Irrtum (Experimente), manchmal aber auch durch bloßes Denken (z. B. Kantens synthetische Urteile a priori) zu erschließen.

Fast immer ist dazu aber Intuition (Kreativität, schöpferisches Agieren, Genie etc.) nötig. Wir nennen das Entdecken dieser Kriterien oder Auffinden von allgemeingültigen Gesetzen (z. B. mathematischer Axiome33 oder philosophischer Grundeinsichten

34) dann „Erkenntnis“ oder (technischen) „Fortschritt“ …

Parallelen (oder Analogien oder gar Gleichheit?) tun sich da auf zwischen dem All-Möglichen des Chaos und unseren Möglichkeiten:

In beiden Fällen („im" Chaos35 und in unserem Suchen und Aufstellen von Ordnungen innerhalb unserer Umwelt – Mesokosmos) wird aus einer endlichen (!) Anzahl von Möglichkeiten realisiert bzw. verwirklicht. Es ist eben nicht alles möglich, sonst wäre der Begriff des Unmöglichen obsolet! Was möglich bzw. unmöglich ist, ist – mit Ausnahme der oben angeführten allgemeingültigen Gesetze – immer nur praktisch überprüfbar … In der Philosophie spricht man daher vom Primat des Praktischen.

Die direkte Überprüfbarkeit beschränkt sich allerdings auf den Mesokosmos, wird aber von den Naturwissenschaften (ohne naturwissenschaftlich haltbare Begründung übrigens!) auch auf den Mikrokosmas (die "Quantenwelt") und Makrokosmos (unser Universum) ausgedehnt. Spekulative Kosmologen wenden unsere aufgestellten Ordnungen (= Naturgesetze) sogar auf andere Universen (Multiversa) an …


- Der allgemeine Dualismus in der Naturwissenschaft:

schickt man z. B. einen Laserstrahl durch einen optisch nicht linearen Kristall ( Beta - Bariumborat oder Calcit ), können fallweise verschränkte Photonen entstehen. Dabei werden aus einem Ultraviolettphoton »zwei» niederenergetische Photonen, von denen eines »vertikal» und das anderer »horizontal» polarisiert ist. Von einem » Photonenpaar» , das seinen Weg entlang der beiden Linien nimmt, an denen sich die beiden Lichtstrahlen - die kegelförmig auseinanderstreben - überlappen, hat keines der beiden Photonen eine eindeutig definierte Polarisation - man spricht von " Superposition ":


Die beiden Photonen dieses Paares haben die Möglichkeit sowohl zur horizontalen als auch vertikalen Polarisation. Ihre relative Polarisation ist damit stets komplementär und das nennt man » verschränkt ».


Wird ein solches » Paar » getrennt, behält es seine Superposition bei » egal » , wie weit die einzelnen Photonen nun voneinander entfernt sind; erfolgt jetzt eine Messung an einem der » beiden» Photonen, stellt sich erst im Augenblick der Messung (!) heraus, in welcher Richtung es polarisiert ist - die Superposition (die Überlagerung aller Wahrscheinlichkeiten) »bricht zusammen» (eine mathematische Funktion kann jedoch nicht zusammenbrechen) (!) d. h. die Wahrscheinlichkeit für die unrealisierte Möglichkeit sinkt auf Null:


Das Meßergebnis realisiert eine der » beiden » Möglichkeiten, nämlich horizontale oder vertikale Polarisation. Prof. Dr. Dr. h.c. Zeilinger: Wir kommen nicht um die Schlußfolgerung herum, dass wir nur über bestimmte experimentelle Ergebnisse sprechen können, die auf Messungen zurückgeführt werden...)


Das Kunstwort » Superposition»  beweist es. Es drückt aus, was realiter gar nicht sein kann. »Beide» Teilchen des verschränkten Photonenpaares  haben   die Möglichkeit, sowohl vertikal als auch horizontal oder auch zirkulär   polarisiert zu werden ! Aber nicht zu sein; aus einer möglichen » Superposition» in eine reale Polarisation, die eindeutig eine Erscheinung (und damit Veränderung) in unserem Raum - Veränderungs - Kontinuum ist. Die Realisierung findet in unserem Mesokosmos statt. 


Es gibt vielmehr weder das eine noch das andere Quant, noch wären sie schon polarisiert,erst wenn wir den » Lichtstrahl» aus verschränkten » Photonen» (der weder aus Quanten besteht, noch eine Welle ist) durch das Polarisationsfilter leiten, stellen wir fest - es ist horizontal oder vertikal polarisiert.


Seine Polarisation realisiert sich erst durch die Messung - wir aber haben durch das Öffnen der Blackbox die Schrödingersche Katze nicht getötet oder ihr das Leben gerettet. Tot oder lebendig war sie schon vorher... für Quantenphysiker allerdings nur zu je 50 % (Es gibt nur Wahrscheinliches Mögliches ! - in der Quantenwelt, aber niemals Realisiertes!)


Demzufolge stellt sich heraus:


Eine Funktion (eine mathematische Gleichung) kann nicht zusammenbrechen es gab überhaupt keine Polarisation vor unserer Messung es gab nicht mal zwei getrennte Quanten; die gibt es nur in unserer Vorstellungswelt.
Quanten sind auch nicht auseinander; was nicht realisiert ist, kann auch nicht getrennt sein. Quanten sind weder unterscheidbare noch getrennt einzelne. Das sind sie nur in unserer Vorstellungswelt: als Teilchen oder Partikel.

Hat er aber sein Meßergebnis einmal schwarz auf weiß vor sich, weiß er, dass auch das andere » Photon»  - wo  immer   es sich befindet - die andere Polarisation haben muß. Einstein sprach von » spukhafter» Fernwirkung, da das distante Photon an   einem x - beliebigen Ort -!!! instantan (augenblicklich) den,am vermessenen Photon festgestellten und dadurch erst hergestellten Zustand einnimmt.


Das entspräche - klassich oder mesokosmisch gedacht - einer Übertragung mit Überlichtgeschwindigkeit 299.792,458 Km/s (pro Sekunde) rund 300x10³ Km/s, die aber durch die spezielle Relativitätstheorie Einsteins verboten ist.



Als ob das Chaos (das All-Mögliche) ein Oben oder Unten „kennte“ …
 

 

Multiversa sind für uns aber prinzipiell unerfahrbar:

 

Weil unser Bewußtsein der Raum-"Zeit" (besser: Raum-Veränderung) unseres Universums unterliegt bzw. die Raum-Veränderung unseres Universum erst schafft (dies zu zeigen ist Absicht dieser Arbeit). Andere Universen gründen auf anderen Elementargrößen oder Naturkonstanten und haben daher andere Vereinzelte (Körper, Dinge) und die sie trennenden Räume. Allen gleich ist aber die   Veränderung der Vereinzelten:

9) Veränderung ist unveränderlich.

Was sollte sich an der Veränderung auch verändern?

Daraus folgt:

10) Das alle Multiversa Einende (All-Eine) ist die Veränderung.

  

Und nicht der angeblich „ewig in sich ruhende Gott“, der  als ein solcher ein späteres philosophisches Konstrukt ist, das seinen Ursprung wohl bei Aristoteles „unbewegtem Beweger“ hat. Das ursprüngliche biblische Gottesverständnis war vielfältiger und  dynamisch, was man an der – richtigen – Deutung des Gottesnamens ablesen kann: Jahwe bedeutet nämlich nicht (wie man es immer liest): „Ich bin der ich bin“, sondern (etwa): „Ich werde da sein als der, als der ich mich erweisen werde.“  

Nur Vereinzeltes (Dinge, Körper, aber auch Flüssigkeiten, Gase und Plasma – alles Existierende eben, das Eigenschaften hat) verändert sich. Die sie trennenden Räume selbst sind eigenschaftslos und unveränderlich!36 Unveränderliches ist aber unerfahrbar! Daher erfahren wir nur die sich verändernden Körper (z. B. über deren Abstände voneinander), niemals aber den Raum direkt. Die den Raum aufspannenden Abstände der Körper kreieren aber wir selbst, indem wir die Dinge (Körper) aufgrund unserer Erfahrung und Abstraktionsfähigkeit erst vereinzeln.37 Somit ist Bewußtsein stets an die von ihm geschaffenen Vereinzelungen – und den die Vereinzelten trennenden Raum – gebunden. Bewußtseine „über die Räume (= Multiversa) hinweg“ sind somit nicht kompatibel!

Wir können übrigens auch nicht in das Bewußtsein unserer Mitmenschen wechseln. Mehr als eine Analogie?


Die Konstruktion von Welten und Phantasien

Wir wollen nun zeigen, daß das Postulat einer von Bewußtsein unabhängigen Welt ziemlich kühn ist und sogar unserer Erfahrung widerspricht – übrigens auch folgerichtigem38 philosophischen Denken. Wir werden uns darauf beschränken, von einer Vielzahl von Welten, und zwar jener von Bewußtseinen („subjektiven39 Welten“) zu sprechen,  und die Existenz einer objektiven40 Welt als bloße Konstruktion oder gar unzulässige Spekulation zu verwerfen. 

                                                  

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36 Sie können sich daher auch nicht ausdehnen, wie uns der Urknall-Mythos über die angebliche Rotverschiebung der von uns „fliehenden“ Galaxien weismachen will; oder „gekrümmt“ sein, wie die  Allgemeine Relativitätstheorie Einsteins immer falsch zitiert und verstanden wird. Detailliertes darüber in „Das Rätsel Gravitation“ 37 Wir sehen in einem Haus ein einzelnes. Das aber besteht aus Mauern und Zimmern – jeweils einzelne. Die Mauern bestehen aus einzelnen Ziegeln oder Fertigteilelementen, und diese aus … Wir vereinzeln also nach Bedarf, z. B. den einzelnen Wald in eine Vielzahl von einzelnen Bäumen und jene in die Vielzahl ihrer Nadeln oder Blätter … Von der Vereinzelung in – erfundene! – Elementarteilchen gar nicht zu reden … 38 „Folgerichtig“ meint, keine logischen Axiome verletzend … Das beschränkt sich aber nicht auf die zweiwertige Logik!

 
Was passiert eigentlich für ein Bewußtsein (wie immer es getaktet ist) unterhalb seiner Wahrnehmungsschwelle? Richtig: nichts. Die Folgen dieses „Nichts“ kriegt es aber gegebenenfalls zu spüren … (sic Schnecke, sic Pistolenkugel). Also kann dieses „Nichts“ nicht nichts sein.41 Gibt es (besser: existiert42) also für Bewußtseine dennoch „etwas“43, obwohl sie es gar nicht wahrnehmen können? Offenbar schon, denn sonst gäbe es keine Erschossenen oder radioaktiv Verseuchte – denn für radioaktive Strahlung fehlt uns jedes Sensorium; die 300.000 Toten in Hiroshima beweisen, wie Radioaktivität wirkt, ohne daß sie wahrgenommen wird. Andererseits sind die Begriffe „geben“ und „existieren“ nur sinnvoll, wenn sie etwas meinen, was tatsächlich erfahren, also erlebt (oder woran geglaubt) werden kann. Radioaktive Verseuchung der 1. Generation nuklearer Technologien, wird erlebt – aber erst nach der Verstrahlung.44 Prinzipiell unerfahrbare Begriffe (wie „Gott“ z. B. oder alle anderen Phantasieprodukte wie der Pegasus, der Zyklop, das Einhorn) sind hingegen immer leer45, werden aber gerne mit Teilen von bereits Erfahrenem gefüllt: „Gott“ z. B. erhält einen Bart und „ist“ ein alter Mann, der Pegasus ein geflügeltes Pferd; der Zyklop ist ein Mensch mit nur einem Auge, das Einhorn wird als Pferd mit Horn dar- und vorgestellt usw.
 


Aber auch für die Radioaktivität wird ein Bild entworfen: das der kürzestwelligen elektromagnetischen Strahlung nämlich. Aber auch Teilchen (Partikel) werden zu ihrer Erklärung konstruiert (α-, β-Strahlung). Für die γ-Strahlung wird das Bild einer sehr kurzwelligen elektromagnetischen Strahlung entworfen; somit verhält sie sich wie das sichtbare Licht, dessen Wellenlänge „bloß“ als längere vorgestellt wird.


Auch mit der alltäglichen Erfahrung der Gravitation gehen wir ähnlich um: Sie wirkt (= setzt sich fort) – zumindest nach dem (noch) vorherrschenden naturwissenschaftlichen Denken – via Teilchen („Gravitonen“) oder Wellen („Gravitationswellen“). Pech für die Wissenschaft, daß man bei der Gravitation bislang weder das eine noch das andere experimentell nachweisen hat können …46  auch wenn uns das mit den Gravitationswellen populärswissenschaftlich kolportiert wird. So auch z. B. das Higgs-Boson...


39 „Subjektiv“ setzt ein Ich voraus. Ob Tiere ein solches haben, soll nicht Gegenstand dieser Arbeit sein. Was sonst als Bewußtsein sollten (zumindest höhere) Tiere haben, wenn sie sich verteidigen? Wen verteidigten sie denn, wenn nicht (s)ich? Auch hier ist die – verantwortungsvolle – Philosophie in Fluß, und ist der SeelenGlaube am Ende! 

40 besser: von Subjekten unabhängig, noch besser: intersubjektiv. Was aber tun mit Bewußtseinen, denen wir das Subjektsein absprechen? 

41 Wir haben ja schon weiter oben festgehalten, daß dem Nichts Sein nicht zukommen kann …

42 „Existieren“ tut Vereinzeltes, „geben“ tut es weit mehr: Gesetze, Formeln, Gefühle z. B.; und für „Gläubige“ Gott. Für Atheisten übrigens auch: aber als bloße Negation eines leeren Begriffs! Die exakte Unterscheidung zwischen den beiden Formen des Seins (existieren und geben) ist sehr nützlich. Nach ihr gibt es zwar Gott (als Begriff und durchaus geschichtsmächtig gewordene Konstruktion nämlich), aber Er existiert nicht als ein Einzelnes und somit in der Raum-Zeit. Religiöse sollten sich diese Differenzierung zu eigen machen, sie lebten komfortabler …  

43 Ein Etwas muß immer ein Vereinzeltes und von anderem unterschieden sein: weil es Eigenschaften hat, die andere Wesensgleiche (also Raum-Zeitliche und somit Existierende) nicht haben. Hat „Gott“ Eigenschaften (gütig, verzeihend, liebend … „Jesus loves you!“)? Welch entbehrliche Frage! Welches wesensgleiche (!) andere zu Gott, von dem Er sich durch Seine Eigenschaften unterschiede, gäbe es denn? Ach ja, den Teufel … von wegen Monotheismus! Und die Wesensgleichheit des Teufels mit Gott wird sofort jeder Theologe bestreiten! Was wäre Gott also eigen? 

44 Was uns zu den weiter unten noch zu behandelnden re-konstruierten Ursachen führen wird! 

45 In Anlehnung an Kantens Merksatz: „Eine Theorie ohne Praxis ist leer, eine Praxis ohne Theorie nichts wert“, ist der Begriff „Gott“ nicht nur leer, sondern auch nichts wert. 

46 Fazit: Wir re-konstruieren uns immer „die“ sogenannte Realität, die wir dann als „objektiv“ gültig behaupten („Gott“, Quanten, physikalische Felder), und mit der wir uns die Phänomene (Folgeschäden der Radioaktivität, Funktionieren von GPS, Handystrahlung, Licht, aber auch Wärme, Magnetismus, Elektrizität etc.) erklären. Auch die Wissenschaft erklärt das direkt nicht Erfahrbare mit aus unserer Erfahrung stammenden Vorstellungen

47 bzw. Hypothesen und den daraus abgeleiteten (wenn die Hypothesen einmal durch Experimente erhärtet worden sind) Theorien. Muß das prinzipiell Unerfahrbare („Gott“ z. B., aber auch die Quanten des Mikrokosmos) mit unserer Phantasie gefüllt werden? Nein! Aber es wird!

 Dazu ein kleiner Exkurs, den wir diesmal nicht in einer Fußnote verschwinden lassen wollen: Unser abendländischer, monotheistischer „Gott“ ist bloß ein schaler, anthropomorpher

48 Abglanz dessen, was die Großen der östlichen Philosophie schon vor 2600 Jahren erkannt hatten,

49 und entstammt – jeder halbwegs Gebildete weiß es – natürlich nicht dem Judentum, das ja ursprünglich polytheistisch war, sondern dem (damals) reform-ägyptischen Kult des Echnaton

50 … Und daß das Christentum ein Schößling, ein Trieb aus der Wurzel Judentum ist, sollte auch allmählich Allgemeinwissen geworden sein … Der von seiner Überzeugung durchdrungene Rebell Rabbi Joshua wollte niemals eine neue Religion gründen – das blieb dem unseligen (er ist natürlich von der Ecclesia heiliggesprochen worden!) Konvertiten Paulus vorbehalten. Jesus wollte (bloß) das damals durch die korrupten Sadduzäer51 relativ verkommene Judentum

52 reformieren. Daß ihm dies nicht wohlbekommen ist, verdankt er der damaligen römischen Besatzungsmacht, wie heute jeder Christ wissen sollte … nur wird seine Kreuzigung noch immer „den Juden" in die Schuhe geschoben. Daß man ihm auch „Auferstehung“ und „Gottessohnschaft“ angedichtet hat, ist hingegen eine andere Geschichte und gehört nicht in diese Arbeit …
 

Erklärungen, Bilder und Re-Konstruktionen


Zurück zum für das Bewußtsein Unerfahrbaren, aber auf es Wirkenden.53 Die Lösung dieser Aporie54, wie unter der Wahrnehmungsschwelle Liegendes auf den/die Wahrnehmenden wirken kann, lautet: Konstruktion und reichlich Phantasie. Jedes Bewußtsein konstruiert sich (s)eine „Erklärungen“ für alles, was passiert. Je ausgeprägter die Abstraktionsfähigkeit eines Bewußtseins ist, desto elaborierter oder rational (also nachprüf- und prognostizierbar) und in erhöhtem Maße zutreffend55 werden seine Hypothesen, die später dann – wenn sich die Annahmen bewährt haben.  – zur Theorie (siehe Relativitätstherorie) erweitert werden (in der Philosophie eher „Modelle“ genannt).

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47 und zwar bevorzugt mit Wellen oder Teilchen … tertium (angeblich) non datur! 48 menschgestaltig; dem Menschen entsprechend.  49 in der Jasperschen „Achsenzeit“; Karl Jaspers, deutscher Philosoph, 1883–1969 . 50 Für das hier erwünschte Verständnis ausreichende Information über den Religionserneuerer Pharao Echnaton siehe unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Echnaton


Sogar die christliche Trinität könnte auf die Reformation dieses Pharaos zurückgeführt werden. Könnte … Trinitäten oder Triaden sind uraltes Philosophengedankengut und reichen bis zum Tao Lao Tses, der die Identität des Tao (des All-Einen) durch Yin und Yang „definiert“. Jede Identität ist übrigens eine Trinität: z. B. „Ich bin ich“ faßt die – untrennbare! – Trinität des Ich-Sagenden und des Ich-Meinenden Ich zusammen! 51 … zu denen auch die Hohenpriester gehört haben dürften. Die immer wieder genannten Pharisäer waren viel zu fromm (und zu gesetzesneurotisch), als daß sie in Summe hätten korrupt sein können. 52 … wie heute das Christentum durch die römische Gerontokratie (Benedikt XVI.) arg beschädigt wird. 53


Zur Begriffsklärung:

„Gott“ ist zwar auch unerfahrbar, wirkt aber nicht – es sei denn, ich bilde es mir ein. Er ist ein reines Konstrukt!

54 In der Philosophie eine ausweglose Situation, die nur durch Praxis gelöst werden kann; im Prinzip also ein durchschlagener Gordischer Knoten. 55 Was ist schon „zutreffend“? Das präzise Eintreffen eines prognostizierten Ereignisses (einer Sonnenfinsternis z. B.). Welches Ergebnis ist „signifikant“ (bei einer Wahlvoraussage z. B.)? Wer entscheidet über die „richtige Richtung“ (Politiker verwenden neuestens gerne diese Unphrase)? Eben. Oder doch - die Bilderberger, die sich seit 64 Jahren treffen und über Inhalte die Öffentlichkeit nichts erfährt.




Wie sich Hühner oder Haushunde ihr regelmäßiges Gefüttert-Werden „erklären“, wissen wir nicht. Sie gewöhnen sich jedenfalls daran und nehmen es offenbar als gegeben. Wir wissen nur, daß sich Hühner mit ihrer Gewöhnung irren: Ihr „Vertrauen“ in die sie fütternde Hand wird letztlich immer enttäuscht: Sie werden nämlich von derselben Hand schlußendlich geschlachtet (Russell´sches Huhn56).

 Atheisten oder Skeptiker vertrauen nicht mehr (wie Christen etwa in die „Liebe Gottes“), sondern suchen nach überprüfbaren Erklärungen für das So-sein von etwas. Im Laufe unserer Geschichte haben wir unsere Welt allerdings höchst unterschiedlich erklärt – und meistens irrational. Die Weltbilder unserer Kulturen sind vielschichtig, mitunter unterhaltsam (z. B. alle Schöpfungsmythen, einschließlich des Urknallmythos) und reichen von den die Natur angeblich regierenden Ahnen über die Schar von Dämonen oder Göttern (Magie, Mythos und primitive Religionen) bis zu unseren drei monotheistischen Hochreligionen, wobei man über deren Naivität trefflich argumentieren könnte. 


Zur Zeit halten wir Modernen beim nachaufgeklärten Weltbild unserer der Aufklärung entstammenden Naturwissenschaften. Diese rationale Weltsicht erfährt allerdings gegenwärtig einen Rückschlag durch Esoterik und ReEvanglisierung, vor allem durch sogenannte evangelikale Gruppen, die nichts anderes als von der Amtskirche frustrierte Sekten sind. Man denke nur an die New Age-Bewegung, den auch in Europa erstarkende Kreationismus, den – man glaubt es ja wirklich kaum – wieder salonfähig gewordenen Aberglauben (Astrologie z. B.), Amulette, Geisterbeschwörung, Exorzismen57 und ähnliches Grausliches und die „Alternativmedizingläubigkeit“.



Allen diesen Weltbildern (sic: Bild; ein Bild hat aber mit der Realität nichts zu tun. Bilder sind nur unsere Sicht dessen, was wir sehen können – oder wollen!) ist aber eines gemeinsam: Sie suchen nach einer Erklärung für Phänomene – und Erklärungen sind immer (wir haben bereits darauf hingewiesen) kausal, verlangen also nach einer Ursache für das, was ist, das damit zur (Aus-)Wirkung dieser (behaupteten) Ursache wird. Ursachen sind aber immer von uns konstruiert – egal jetzt, ob wir als „Ursache“ für etwas „Gott“ annehmen oder z. B. die Gravitation. Der Unterschied zwischen „Gott“ und der Gravitation liegt freilich in der Überprüf- und Voraussagbarkeit letzterer. Mit Gott kann nur gehadert – oder an ihn geglaubt und auf seine Liebe gehofft werden. Bei einem tiefen Fall auf harten Boden bricht einem die durch die Gravitation hervorgerufene Wucht beim Aufprall die Knochen. Hoffen nützt da nichts.58

Der Unterschied zwischen hadern, glauben, hoffen und zutreffend (!) prognostizieren ist allerdings fundamental, schließt sich gegenseitig aus (entweder man hofft oder weiß!), wird aber von Religiösen in diesem Widerspruch gelebt: Sie glauben, daß beides hilft …59

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56 Bertrand Russell (1872–1970): amerikanischer Mathematiker, Physiker, Philosoph und Religionskritiker 57 Es gibt sie wirklich noch, und sie sind von der Kurie anerkannt und empfohlen. Benedikt XVI. war nicht vergeblich vor seinem Pontifikat Hüter der Glaubenskongregation gewesen, der offiziellen Nachfolgerin der Inquisition. 58 Sie kennen den? Ein auf Gott Vertrauender und in seiner Panik am 11. September 2001 vom brennenden World Trade Center in die Tiefe Springender hofft, als er beim 3. Stockwerk vorbeifällt: „Also bis jetzt ist ´s ja gut gegangen.“ 59 Lourdes wäre im Falle einer unheilbaren Krankheit ein guter Tip. Der Glaube hat ja angeblich schon Berge versetzt. Aber von den bislang rund 60 Millionen nach Heilung lechzenden nach Lourdes Gepilgerten sind nur knapp über ein Hundert von der Kirche als „wundergeheilt“ anerkannt. Es entfällt also auf 600 000 Fälle ein „Wunder“ – wahrlich ein erbärmlicher Schnitt und einer anderen Erklärung wohl würdig! Arme „Gläubige“ und mit der Gnade oder Liebe „Gottes“ Genasführte! Die Zahl derer, die sich als geheilt (via Placebo-Effekt) bezeichnen, wird schon höher sein. Die Kirche legt bei Heilungen sehr strenge Maßstäbe an; einem sich für geheilt haltenden Kranken kann es allerdings egal sein, ob die Kirche seinen Fall als „Wunder“ anerkennt oder nicht …



Natürlich konstruieren auch die Naturwissenschaften ihre Ursachen – aber überprüfbare! Ihre Erklärungsversuche (= Konstruktionen!) sind somit dem Hadern, Glauben und Hoffen entzogen – obwohl jeder Experimentator auch hadert, glaubt und hofft: an das Gelingen seines Experimentes nämlich. Das aber ist etwas ganz anderes als das Hoffen auf die „Gnade“ eines Übervaters! Werden überprüfbare (!) Hypothesen aufgestellt (eine Konstruktion!) und bewähren sie sich im Experiment, gelten sie als Theorie.

 

Albert Einstein (1879–1955) hat das Photon als kleinstes Lichtteilchen übrigens nicht etwa ge- sondern erfunden! 

Es ist seine ureigenste Konstruktion.

 

Elektromagnetische Wellen sind ebenfalls eine Konstruktion – der deutsche Physiker Heinrich Rudolf Hertz (1857–1894) war der erste, der damit experimentiert hat; als theoretische Konstruktion stammen sie vom schottischen Physiker James Clerk Maxwell (1831–1879). Niemand hat je ein Photon noch (z. B.) eine Radiowelle gesehen, und was wir messen – die im Oszillographen sichtbaren Frequenzen und Amplituden nämlich –, ergeben nur auf dem Bildschirm ein wellenähnliches Gebilde


Was das, was diese für uns sichtbare Kurve verursacht, „wirklich“ ist“60 oder gar wie es „aussieht“61, weiß niemand. Radiohören kann man jedenfalls mit Radiowellen, und die Duplizitätstheorie des Elektromagnetismus (je nach erhofftem Nutzen einmal als Teilchen, einmal als Welle beschrieben62) ist eine sehr erfolgreiche und experimentell abgesicherte – und sie funktioniert. W a s Licht aber eigentlich (dieses Wort paßt jedenfalls besser als „wirklich") ist, weiß kein Mensch.



Auch die von den Naturwissenschaftlern behauptete Realität (unsere oben verworfene „objektive“ eine Welt) ist bloß eine aus derzeit vorherrschenden Hypothesen und Theorien63 rekonstruierte! Das Bild des Urknalls entstand nicht zufällig in unserer Zeit der vielen Explosionen. Hat man in der Aufklärung den Menschen noch als Maschine verstehen wollen, das Gehirn mit dem Aufkommen von Computern mit diesen verglichen, ist man heute bereits wieder davon abgekommen. Zur Zeit wird in der Kosmologie der Urknall bereits wieder abgeschafft – die neue Generation von Physikern glaubt nicht mehr an diesen Schwachsinn, denn: Auch bei Wissenschaftern geht es nur ums Glauben (oder eben Nichtglauben)! 


Peinlich nur, daß von den meisten Naturwissenschaftern und den mit ihnen kooperierenden Medien64 diese verkündeten Theorien als tatsächliche Realität ausgegeben werden, und das völlig unberührt von der Tatsache, daß sich die Paradigmata laut Kuhn rund alle 50 Jahre ändern – und somit die angeblich „objektive“ Realität mit ihnen



Was früher etwa der „Fluch der Götter“ war, mag heute ein Bakterium65 sein, das eine Epidemie auslöst. Der Unterschied? Dem „Fluch der Götter“ war man ausgeliefert (eigentlich nicht wirklich: Man hat die Götter ja seit eh und je durch Opfer bestochen – und tut das bis heute; im Monotheismus etwa durch Wallfahrten …), gegen das Bakterium kann man sich aber mit Medikamenten behelfen - in den meisten Fällen erfolgreich.

                                                 

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60 Auch hier spreizt sich die Sprache: „Wirklich“ kommt von wirken. Aber gerade das, was wir oben mit „wirklich ist“ bezeichnet haben, wirkt ja nicht als das, was es ist, sondern so, wie wir es empfinden. Wie aber mit unserer Sprache, die nur auf Erscheinendes abzielt, das, was die Erscheinungen (die Bilder) hervorruft, beschreiben? Der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889–1951) dazu: „Die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt.“ Kürzer und treffender geht es nicht mehr! 61 Radiowellen als ein ganz bestimmtes Spektrum der elektromagnetischen Wellen „sehen“ überhaupt nicht „aus“. Vielmehr sehen wir mit Hilfe der elektromagnetischen Wellen – oder eben mit Hilfe der Photonen. Daher „schaut“ auch ein Photon nicht „aus“. Wie auch! 62 eben: „beschrieben“! Eine Beschreibung ist aber niemals das Beschriebene! 

63 Man nennt diese vorherrschenden Theorien auch „Paradigmata“: nach dem amerikanischen Wissenschaftstheoretiker und -historiker Thomas Kuhn (1922–1996). 64 z. B. die eher populär gehaltenen Magazine „Bild der Wissenschaft“ und „Spektrum der Wissenschaft“. Freilich erliegt auch das renommierte „Nature“ diesem Denkfehler … 65 Robert Koch (1843–1910), deutscher Mediziner und Nobelpreisträger, Entdecker des Tuberkulosebakteriums, ist hiefür ein gutes Beispiel. Er wurde heftigst angegriffen. Zu seiner Zeit wurde die Existenz von Bakterien von der „alten Schule“ der Mediziner noch häufig angezweifelt.
 

Die zunehmende Zahl an Resistenzen ernüchtert freilich wieder ein wenig – wehren. Effizienter und unser Leben nachhaltig erleichternder ist also die sogenannte Schulmedizin oder – allgemein – die ( Natur- ) Wissenschaft und als ihre Folge unsere moderne Technik.

Warum gibt es dann aber noch immer Dank- oder Bittgottesdienste für gute Ernten oder gegen Schlechtwetter? Warum schwören Abergläubische auf die seit 200 Jahren auf der Stelle tretende Homöopathie, die nachweislich (!) keinerlei Effekte aufweisen kann – es sei denn, man schreibt diese ihr zu, sollten solche schlußendlich doch auftreten: Dann aber sicherlich (und über Doppelblindstudien nachweislich!) nicht aufgrund der Einnahme von Globuli oder einer „dementsprechend“ aufbereiteten alkoholischen Lösung! Warum befragt man die Sterne nach einem Prozeß- oder Heiratstermin, oder den Mond nach dem richtigen (?) Zeitpunkt des Haarschnitts?



Fortschritt? Aufklärung?

Konstruktionen sind und bleiben Konstruktionen. Die einen ( die naturwissenschaftlich basierten ) sind aber zweifelsfrei erfolgreicher (weil das Eintreffen von Ereignissen prognostizierbar ist) als jene, die auf „Offenbarungen“ oder unnachprüfbaren Behauptungen ( Horoskope ) gründen.


Wer freilich sogar dieses Faktum leugnet, schafft sich eine dritte Konstruktion: diejenige nämlich, nach der das Unüberprüfbare gegenüber dem Überprüfbaren vorrangig sei.  

Einem solchen ist wahrlich nicht zu helfen
.

 



F a z i t

 
Wie also die Konstruktionen des unter oder über unseren Wahrnehmungsschwellen Liegenden – sei es aufgrund unseres so und nicht anders getakteten Bewußtseins, sei es aufgrund seiner Kleinheit (Mikrokosmos) oder seiner schieren Größe (Makrokosmos) – bewerten? Was ist das „hinter“ unseren Konstruktionen Liegende „wirklich“ – egal jetzt, ob wir religiöse (also magische, mythische und mystische) oder rationale Weltbilder anwenden? Was ist es, das „die Welt im Innersten zusammenhält“?

 

 Tatsache ist, daß eine Realität nicht existiert. Es gibt vielmehr genau jene Vielzahl an sogenannten Realitäten, wie es deren Konstruktionen gibt – man sollte daher auch besser nicht von „Realität“ sprechen66, sondern von Wirklichkeiten. Wir sollten (müßten) daher auch in zwei „Wirklichkeiten“ differenzieren: Solche, die wir mit Hilfe unserer Sinne wahrnehmen können – und solche, die zwar Auswirkungen auf unseren Organismus haben, die wir aber sinnlich nicht wahrnehmen können.



 Letztere sind die wohl gefährlicheren (Radioaktivität, Religionen, Ideologien und so …) 



 Wie wir diese „letzteren“ „erklären“ – vor allem: wie dieses uns sinnlich nicht Wahrnehmbare auf uns wirkt –, ist von unserer zeitadäquaten Erfahrung (Geschichte; Weltbild) abhängig. Glaubten die Neandertaler (nehmen wir zumindest an) und glaubt man in gar nicht so wenigen heutigen Kulturkreisen


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66 … Allerdings haben wir anfänglich von nur einer Realität geschrieben, aber wie sagte schon der legendäre deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (und sein österreichische Amtskollege Bruno Kreisky hat ihn später plagiiert)? „Es kann mich niemand daran hindern, klüger zu werden!“

 

(z. B. auch in Japan!) noch an Dämonen, glauben nachaufgeklärte Wissenschafter und Rationalisten an Wellen und Elementarteilchen (Partikel) 67. In beiden Fällen re-konstruieren wir aus unserer (leider zum Großteil auch nur geglaubten68) Wirklichkeit, die (ebenfalls nur geglaubte) sogenannte objektive Realität. Aber: Was immer es auch ist, das von unseren Sinnen nicht wahrgenommen wird, aber Auswirkungen auf unsere Wirklichkeit hat: Es kann nicht nichts sein. Der alte Kalauer: „Aus nichts wird nichts“, ist eine tiefe philosophische Weisheit.



Wir haben weiter oben das Chaos angesprochen und es als All-Mögliches bezeichnet. Dieses All-Mögliche ist aber geradezu das Gegenteil des unmöglichen Nichts



11) Das All-Mögliche ist alles, was möglich und ergo realisierbar sein muß.

Wie es sich verwirklicht (bzw. „realisiert“) ist abhängig:

1) vom jeweiligen Universum und 2) vom seinem jeweiligen Bewußtsein.
  

Nun drängt sich (vorerst) die Vermutung (und am Ende dieses Fazits) die Einsicht auf, daß Universa und Bewußtseine gar nicht getrennt werden können, weil das eine das andere – und zwar vice versa – voraussetzt. Bedenken wir:

12) Kein Universum ohne Bewußtsein.

13) Kein Bewußtsein ohne Universum.


ad 12)  Von uns nicht Wahrgenommenes existiert für uns nicht.69 Existenz ist aber immer nur für uns! Für wen sonst auch? „Gott“ „existiert“ nicht, haben wir erkannt. Auch ein nicht wahrgenommenes Universum existiert nicht. Wir erinnern uns: Es ist immer das Bewußtsein, das aus dem Chaos seiner Eindrücke vereinzelt und die Dinge – über seine Begriffsbildung – zu dem macht, was sie dann letztlich (für uns) sind. Unnachvollziehbar? Ein Gedankenexperiment möge da helfen:

Teil 1: Ein außerirdisches Bewußtsein – sagen wir auf dem Mars, mit einer Taktung (Augenblick) von knapp über einem Erdenjahr – würde unseren Planeten gar nicht wahrnehmen können: Weil die Erde ein irdisches Jahr lang braucht, einmal die Sonne zu umkreisen.

70 (Erinnert sei an den die Schnecke zertretenden Fuß.) Ein Bewußtsein mit einer Taktung von über 15 Milliarden Jahren würde (gemäß der unseligen „Theorie“ des Urknalls) unser ganzes Universum nicht wahrnehmen können. Dessen kosmische Evolution erfolgte ja innerhalb der behaupteten 15 Milliarden Jahren und somit unterhalb des „Augenblicks“ dieses überkosmischen Bewußtseins.

 

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67 Nur ganz nebenbei: Das herrschende physikalische Weltbild (das aus mehreren sogenannten „Standardmodellen“ besteht, z. B. das Standardmodell der Teilchenphysik) wird von der jungen Generation von Physikern bereits heftig hinterfragt. Klar: 50 Jahr sind um, und Kuhn läßt grüßen! 

68 Was mehr als „Glaube“ ist es, wenn jemand seine „Heilung“ auf Globuli zurückführt? Oder seine Errettung aus irgendeiner mißlichen Situation dem Eingreifen (Welch absurder Gedanke! DAS ist wahre Gotteslästerung!) „Gottes“ zuschreibt? 

Oder auf Wellen und Partikel? Auch den „Zufall“ dafür verantwortlich zu machen, ist nicht viel besser. 

Diesen gibt es nämlich gar nicht … Ihn gibt es – per definitionem – nur, wenn wir keine passende Kausalkette konstruieren können.Denn Zufall ist ja nur eine Metapher für: » Ich kann keine kausale   Verknüpfung erkennen»  und hängt damit von zwei Prämissen ab: vom  Glauben an die   unbedingte Gültigkeit der Kausalität und von der Erkenntnisfähigkeit   des Urteilenden.


Zufall ist also nie etwas an sich seiendes, etwas das es  außerhalb   menschlichen Denkens bzw. Begreifens gäbe, sondern nur Ausdruck der   Beschränktheit menschlicher Erkenntnisfähi
gkeit.

69 Man erinnere sich: Was nicht in den Nachrichten ist, passiert nicht. Oder: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. 70 Wohl könnten dies aber, von diesem Bewußtsein konstruierte, feinjustierte Apparate. Auch wir nehmen ja z. B. die Braunsche Molekularbewegung (übrigens eine Konstruktion!) nur über Apparate wahr – erleben sie aber  als Wärme! Die Bewegung der Moleküle ist für uns sinnlich (= Bewußtsein) nicht erfahr- und erlebbar.


Teil 2: Ein Bewußtsein (egal jetzt „wo" 71) mit einer extrem kurzen Taktung (sein Augenblick dauere nahe 0 Sekunden)  nähme – Achtung! – ebenfalls nichts wahr, weil es de facto keine Veränderung des Wahrzunehmenden mehr gäbe und die Welt erstarrte. Wie jeder Mediziner, Physiologe, Psychologe und ernstzunehmender Philosoph aber bestätigen werden, ist  Wahrnehmung nur aufgrund von Bewegung (Veränderung) möglich. Wir nehmen sinnlich nur Unterschiedliches wahr 72, niemals aber Gleichbleibendes oder sich Nicht-Veränderndes. 73 Also wäre gar keine Wahrnehmung … aber deswegen dennoch nicht Nichts, denn: Nichts kann ja nicht sein!

Was ist also?

ad 13) Da jedes Bewußtsein (siehe die oberen zwei Absätze) nur wahrnimmt, wenn es sinnlich gereizt wird, bedarf es „etwas“, das seine Sinne stimuliert. Was aber ist das? Nichts kann es nicht sein, „etwas“ aber auch nicht, da ein Etwas ja erst Folge der durch das Bewußtsein vorgenommenen (der „intellectus ipse“ Leibnizens) Auswahl aus der „rohen Flut sinnlicher Eindrücke“ (Kant) ist – was allerdings wieder abhängig von seiner Taktung ist. Was ist es daher, das diese Sinnenflut hervorruft?

Wir sollten es schon kennen: Es ist das Chaos oder das All-Mögliche. Dieses muß aber unstrukturiert sein (weil ja erst die Taktung des Bewußtseins Struktur schafft), also auch undinglich, will heißen: Es gibt im Chaos keine einzelnen. Vor allem muß es zeitlos sein, da es ja erst das Bewußtsein ist, das aufgrund der Veränderung von einzelnem und aufgrund seiner Taktung Zeit generiert. Das All-Mögliche muß auch unveränderlich sein, da Veränderung (Bewegung ist der Sonderfall der Ortsveränderung) erst aufgrund von Vereinzelungen real und als Folge der Taktung von Bewußtsein (als Bewegung) wirklich wird.

Zeitlosigkeit heißt aber seit jeher „ewig“, obwohl vielfach „ewig“ mit „unendlicher Zeit“ mißinterpretiert wird. Es gibt keine unendliche Zeit – übrigens auch keine endliche. Zeit ist vielmehr zeitlos74, aber das Voraussetzende dafür, daß wir die Dauer von sich Veränderndem erfahren können und – z. B. mit Uhren – messen und dies dann „Zeit“ nennen.

14) Zeit und Bewußtsein sind nicht voneinander zu trennen. Sie bedingen einander.

 Es gilt gemäß dem eben Deduzierten natürlich auch:

  

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71 Warum die Gänsefüßchen? Weil ein Wo immer raumbezogen ist. Bei Multiversa? 72 Aus diesem Grund zittern ja auch unsere Augen beständig: Um unsere Retina immer wieder mit neuen Reizen (aus mikroskopisch kleinen Einfallwinkeländerungen des Wahrgenommenen) zu reizen. Schneeblindheit ist bloße Folge des Fehlens solcher unterschiedlichen Reize (weiß auf weiß) auf unsere Retina. 73 Sogenannte Deprivationsversuche müssen daher immer nach einer gewissen Zeit abgebrochen werden, da die Versuchsperson sonst zu halluzinieren beginnen würde, sich also Reize imaginiert. Nach einer gewissen Zeit nützte auch das nichts mehr, und der Delinquent würde wahnsinnig und stürbe daran … Stephan Zweig hat dieses Phänomen in seiner „Schachnovelle“ meisterlich angedacht … Moderne Deprivationsversuche finden in körpertemperierten Soletanks statt, in denen man „floatet“. Auf diese Weise werden auch daktile Reize minimiert bzw. ganz ausgeschlossen. Man kann sich so einen Salztank sogar mieten, und manche Manager verbringen ihre Mittagspause dort … um sich zu regenerieren.  74 Für scharf Mitdenkende: Es kann die Zeit nicht als Voraussetzendes (= also das sie Bestimmende) die Zeit (als Vorausgesetzte!) haben. Es muß vielmehr „etwas“ (sic: die Begrenztheit unserer Sprache! „Hier“ gibt es kein Etwas mehr!) anderes sein! Klar: unser Bewußtsein! Was sonst auch?

15) Veränderung und Vereinzelung sind nicht voneinander zu trennen. Sie bedingen einander.

Das All-Mögliche (oder Chaos) ist für uns prinzipiell nicht erkennbar75. Aber es ist das Bewußtsein, das aufgrund seiner Taktung aus dem Chaos, das ja nicht nichts ist, über die Sinne seiner Körperlichkeit die Dinge (= Vereinzelte, Körper) schafft.76 Daraus folgt:

16) Vereinzeln bedeutet, Zeit zu kreieren (= schöpfen).

Daraus folgt aber auch:


17) Es gibt keine absolute Zeit.

Daraus wieder folgt:

18) Das Universum hat/Die Multiversa haben keinen „Beginn“ („Urknall“, „Big bang“) und kein „Ende“ („Big crunch“).

Folge dieser Evidenz ist:

19) Multiversa sind ewig, weil zeitlos!

Das gleiche gilt aber auch für Bewußtsein:

20) Bewußtsein „beginnt“ und „endet“ nicht.

Vielmehr ist es Bewußtsein, das Beginn und Ende von etwas (!) erkennt und gegebenenfalls auch mißt (zum Beispiel unser Selbstbewußtsein).

Da Multiversa und Bewußtsein somit völlig gleich bestimmt sind, folgt daraus zwingend:

21) Multiversa und Bewußtsein sind identisch.


 
Quod erat demonstrandum.  

  


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Anhang (für Fortgeschrittene)

Die Folgen aus den obigen Erkenntnissen sollten nachhaltig sein:

 22) Es gibt keine Schöpfung eines „Gottes“.

  

 

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75 Immanuel Kant (1724–1804) hat hier in einem Anflug von „Schau“ der obigen ewigen Wahrheit vom „Ding an sich“ gesprochen, das ja auch unerkennbar sei. Hätte er auch noch vom Ding abgesehen, hätte er ins Schwarze getroffen! 76 

Unsere Sinne sind also dasjenige, das die Brücke zwischen dem Kantschen „Ding an sich“ (quasi identisch mit dem All-Möglichen, dem „Jenseits“ der Monotheisten) und unserer dinglichen (= körperlichen) Vereinzelung aus eben diesem All-Möglichen herstellt.



23) Es existiert kein „Gott“. (Nach S. Freud haben wir uns diesen Übervater selbst geschaffen)

24) Jedes Bewußtsein schöpft sich seine eigene Welt.

Erklärung tut not.

Die von Physikern gemessenen Elementargrößen (= Naturkonstanten) unseres Universums sind eben nur eine realisierte Möglichkeit des All-Möglichen. Da aufgrund des All-Möglichen aber auch andere Universa möglich und ergo realisiert sein müssen77, muß es diese auch geben – mit (besser: als) ihnen adäquate(n) Bewußtseine(n).

Dies bedarf seinerseits einer (hoffentlich nachvollziehbaren) Erklärung:

Gäbe es nur eine Möglichkeit, wäre diese keine Möglichkeit, sondern einmaliges (F)Aktum. Keine Veränderung wäre in oder durch dieses Unikat „möglich“, weil es die Möglichkeit zu anderem, also zu Vielem, nicht gäbe …

25) Keine Veränderung (des Einen) bedeutet(e) keine Vereinzelung und somit auch keine Zeit – also nichts.

Nichts ist aber nicht möglich – und zwar aus zwei Gründen: Den ersten kennen wir schon:

26) Nichts kann nicht sein, weil ihm Sein nicht zukommt.

Der zweite ist delikater:

27) Die einzige Möglichkeit (Negation) zum Einen ist das Viele (Alles) – und nicht das Nichts.

Daraus folgt wie von selbst:

28) Das Eine muß sich (kann sich nur!) als Vieles verwirklichen.

Diese monistische Ur-Einsicht (Tao) haben die monotheistischen Religionen freilich schon immer dualistisch mißverstanden und gelehrt:

Es gibt nur Einen78 (Gott)79 – und der hat die Welt geschaffen.

Sie haben die obere tiefe monistische Einheit gespalten: in einen „Gott“ und ihm dann in Seinem willkürlichen Schöpfungsakt „die“ Welt (als einzige80 übrigens!) gegenübergestellt. Dies zeigt, daß vom Wesen des Monismus (den nur der originäre Taoismus81 und Zen-Buddhismus bis heute in seiner reinsten Form kultivieren) überhaupt nichts begriffen worden ist.

 

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77 Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf das von S. Hab (M. Sc.) und Prof. Dr. h. c. W. Weiss aufgestellte Weiss - Hab´sche Gesetz, demzufolge alles, was möglich ist, auch realisiert werden muß, genauer: „Alle möglichen Allgemeinbegriffe (= alle Klassen) müssen sich als Einzeldinge oder  -ereignisse realisieren.“ Um dies zu ermöglichen, sind auch unterschiedliche Universen (mit unterschiedlichen Naturkonstanten) notwendig. 

78 Eigentlich müßte es ja „Eines“ heißen. Was will man aber von bronzezeitlichen Patriarchen anderes erwarten? 79 Dieser „Gott“ entstammt eben … na ja: bronzezeitlichen Gehirnen … 

80 … und nicht eine … 

81 Der Vulgärtaoismus, wie er in China und Taiwan unter Anbetung einer Vielzahl von Göttern in überladenen Tempeln gepflogen wird, hat sich von Lao Tses tiefen Einsichten mindestens genausoweit entfernt, wie die römische Kurie vom Wort Christi. Das Gleiche gilt für die Vielzahl buddhistischer Tempel. Nur im Zen wird die  tiefe Einsicht in die Einheit noch gepflogen und durch Ich-Überwindung (das Ich ist die Basis jeden dualistischen Denkens) mit Hilfe der Meditation (Versenkung) angestrebt. Ziel ist das „Satori“, das Einswerden mit der Einheit (Mystik). Im Europa der Scholastik hat dies Meister Eckhart (1260–1327) auf  Basis des Christentums erfolgreich praktiziert. An dieser Stelle wollen die Autoren nicht davor zurückscheuen und anmerken, daß Christus diese Einheit gelebt haben könnte – wenn es ihn so gegeben hat, wie berichtet wird. 

Der Theologe Dr. Franz Josef Böker läßt Mirjam von Magdala in seinem Buch eva@oestlichvoneden sagen: Sein Denken und Fühlen, sein Herz, Gemüt und Denken gehörte der Herrschaft des Herrn – wenn in deiner Bibel vom „Reich Gottes“ die Rede ist, dann ist das eine krasse Verharmlosung. ER lebte und verkündete so – mehr durch die Art, wie ER lebte und wie ER den Menschen begegnete als durch seine Worte – die Herrschaft des HErrn. Das war es, was ihn antrieb, was ihn Tag und Nacht beschäftigte. Die Herrschaft des Herrn, die dadurch näherkomme, daß kein Mensch sich zum Herrn über einen anderen Menschen mache, daß alle Brüder und Schwestern und Kinder des einen Vaters seien. In ihm selbst ist sie angebrochen, die Herrschaft des Herrn. Kann man die Einheit der Vielfalt – literarisch – schöner ausdrücken? Was wäre die Welt auch ohne Literatur? Vieles läßt sich besser literarisch ausdrücken.  

82 Sogar die Mehrzahlbildung ist unstatthaft. Multiversa können niemals „viele“ sein, weil sie nicht abzählbar sind! Abgezählt werden kann immer nur innerhalb einer Raum-Zeit! Und eine Hyper-Raum-Zeit gibt es aus demselben Grund nicht.  

83 Es ist zwar evident, daß das Leben mit dem Tod endet. Warum Religiöse dennoch an ein Weiterleben glauben, ist angesichts solcher Eindeutigkeit schleierhaft. Aber wir haben ja schon weiter oben argumentiert: Gegen Konstruktionen welcher Art auch immer ist niemand gefeit, Evidenzen her oder hin. Ob nun – trotz der obigen Erkenntnisse – jemand in seinem Weltbild einen personalen Gott hat, einen nicht personalen oder gar keinen, ist somit jeweils nur Teil seines interpretatorischen Konstrukts von Welt, deckt aber möglicherweise persönliche Bedürfnisse ab.

Vielmehr ist der philosophisch nicht haltbare monotheistische Dualismus (Judentum,  Christentum, Islam) daraus geworden – mit seiner Heerschar von „Gläubigen“, die an ein Jenseits und an den „Vater im Himmel“ glauben.

Offenbleiben muß die Antwort auf die Frage, ob alle mathematisch möglichen Variationen an Kombination von Naturkonstanten auch Vereinzelungen – also die Voraussetzung für die Bildung von Bewußtsein – zur Folge haben. Wir können das natürlich nie überprüfen, da intermultiversale Kommunikation aufgrund der unterschiedlichen Raum-Zeit-Struktur(en)82 unmöglich ist.

 

Damit stehen wir freilich vor einem philosophischen und naturwissenschaftlichen Problem: Nach dem österreichischen Philosophen Sir Karl Popper (1902–1994; in späteren Jahren britischer Staatsbürger und als solcher geadelt) gilt nur Falsifizierbares als naturwissenschaftlich relevant. Da z. B. der Urknall nicht durch Überprüfung (= vulgo Experiment) falsifizierbar ist, kann er weder als Hypothese und schon gar nicht als Theorie durchgehen, ist also nicht naturwissenschaftlich!

 

Ob das die ihn verkündenden Kosmologen auch wissen?

Multiversa sind ebenfalls nicht falsifizierbar: weil sie prinzipiell nicht erfahrbar sind. Somit entziehen sie sich recte jedem naturwissenschaftlichen Zugriff. Auch dem philosophischen? Wie die vorliegende Arbeit (hoffentlich) gezeigt hat, nicht. Sind sie deswegen Spekulation, wobei unter „Spekulation“ üblicherweise eine unüberprüfbare Behauptung gemeint ist? Wir behaupten: nein, weil die Überlegungen, die zur Notwendigkeit (!) von Multiversa führen, dreiwertig-logisch einwandfrei sind und keine Denkgesetze („Evidenzen") verletzen.83  




Diesmal danken wir gleich zwei unserer Freunde für die Durchsicht (und Korrektur) unseres geistigen Vorpreschens: dem Theologen Dr. Franz Josef Böker und dem (Astro-) Physiker Prof. Dr. Ian McCrea.

                            
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Dr. McCrea, S. Hab und Dr. Franz Josef Böker sowie der Philosoph Dr. sc. phil. Werner Berger haben diese Arbeit akribisch überprüft: Franz Josef aus theologischer Sicht, und Dr. McCrea aufgrund seines naturwissenschaftlichen Wissens. Das Ergebnis ist das vorliegende „nihil obstat"

Was beide bemängelt hatten, ist in der vorliegenden Version bereits ausgebügelt.
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Zusatz: 


Nur wir » Aufgeklärten » des euro - amerikanischen Weltbildes des 21. Jahrhunderts bilden uns ein, dass Widerspruchsfreiheit der Garant für Wahrheit sei. PSI - Phänomene werfen uns da ganz schön zurück!
 Diese sind nämlich nicht widerspruchsfrei, nicht kausal, nicht  jederzeit wiederholbar, nicht prognostizierbar, nicht allgemein gültig und damit nach unserem (naturwissenschaftlichen Denken) nicht erklärbar.


Vor allem aber der Zufall hat es uns angetan, denn die Glücksspielindustrie lebt von unserem Glauben an das Glück - und das  ist nur ein anderes Wort für Zufall. Was ist nun der Zufall? Zufällig ist für´s eine, was uns unverursacht erscheint. Wir können für ein Geschehen keine Ursache angeben. Nur noch nicht oder  prinzipiell   nicht, das kommt auf das Geschehen an. Beim Wetter dürften uns » nur » noch jede Menge Parameter für eine zufriedenstellende (niemals aber exakte) Wetterprognose fehlen. 


Bei sogenannten Zufallsgeneratoren ist der Zufall   hingegen anders definiert: nämlich als Fehlen jeder Art von  erkennbarer - Ordnung. Aber im Grunde genommen ist diese Definition falsch: Denn wenn partout keine Ordnung herrscht, ist das durchaus auch Ordnung, jene nämlich, die dafür sorgt, dass keine andere entsteht!


 Und es ist eine hochkomplexe Metaordnung die jene darunterliegende Ordnung unterdrücken kann!     Erst diese » darunter liegende » Ordnung ist dann so definiert, dass sich z. B. auf einer Zahlenreihe - keine Zifferngruppen   wiederholen.


Doch auch hier ist das Kriterium die Beobachtbarkeit:
 

Wenn ich über einen beliebig langen Zeitraum hinweg keine geordnete Ziffernfolge erkennen kann, mag man von » zufällig » sprechen können. Extrapoliert auf eine hypothetisch unendliche Beobachungszeit ist die Ordnung der Nichtwiederholbarkeit nicht aufrecht zu erhalten.



Zufälle sind also stets Bewußtseinsabhängig !
 

Das mag ein wichtiger Zugang zu den PSI - Phänomenen sein, die stets nur in Bezug auf Bewusstsein auftreten! Zufälle unterliegen den beschränkten Möglichkeiten (durchaus im Sinne von Potentialität) ihres Auftretens und sind niemals » blind »: Zufälle gibt´s nämlich nur in der Bandbreite der jeweiligen Streuung des Möglichen einer Klasse oder Art, und beruhen auf mangelnder Erkenntnisfähigkeit des Menschen.



Die Naturwissenschaft hat sich in ihr eigenes Korsett gezwängt. - Alles was Ihrem selbstauferlegten Kriterium nicht entspricht, gilt als nicht naturwissenschaftlich. Alles, was nicht auf die vier Grundkräfte des Standardmodells zurückgeführt werden kann, ist nicht wahr - besser,  ist für die Naturwissenschaft nicht erklärbar und damit nicht existent;  ist » Täuschung », » Halluzination » , » Einbildung »  etc. pp. nur keine (!)  »Tatsache».



Alles was nicht auf Nahwirkung zurück geführt werden kann, gilt für  die Naturwissenschaft nicht. - Da können sich die Parapsychologen noch so (be-) mühen, ihre Experimente den naturwissenschaftlichen   Experimenturbedingungen gemäß anzulegen; da die von Ihnen untersuchten  Phänomene nicht auf die vier gültigen (= geltenden, akzeptierten) Grundkräfte des herrschenden (!) physikalischen Weltbildes zurückgeführt werden  können, werden diese Naturwissenschaftler nicht anerkannt.



Und jeder Naturwissenschaftler, der sich mit parapsychologischen Phänomenen auseinandersetzt, ihre Existenz also nicht läugnet, wird  von seinen   Fachkollegen schräg angesehen, wenn er nicht sogar seine berufliche  Reputation verliert.- Nun ist das mit den 4 anerkannten Grundkräften gar nicht so eng zu sehen.
 


Die Physiker selbst postulieren darüber hinausgehende Kräfte:


eine superschwache Kraft, die für den Zerfall des Protons verantwortlich sein soll, die elektroschwache Kraft und die Supergravitation, aus der sich die heutigen vier (oder) fünf Kräfte nach dem Urknall » entkoppelt » haben   soll; und vor nicht einmal hundert Jahren, haben die Biologen durchaus ernsthaft von einer » Vitalkraft »  gesprochen, auf die sie das Leben zurückführen wollten. - Die ist heute zwar » gestorben », das Leben erklärt ist aber auch nicht.


Und,  im Standartmodell der Physik sind sowohl die Gravitationswellen, als auch das Boson der Gravitation, das » Graviton » , rein hypothetisch. Kein Experiment hat letzteres nachgewiesen.


(LHC in CERN bei Genf )..., Diese Arbeitsplätze sind unproblematisch "idiotensicher".

 


Quantenphysik für Fortgeschrittene


Ein »Quant»  ist die kleinste, » unteilbare » Menge einer physikalischen Größe, z. B. der elektr. Ladung oder der Wirkung (z. B. das Plancksche Wirkungsquant). Aber auch die Aufnahme oder Abgabe der elektromagnetischen Strahlungsenergie erfolgt in Form von Energiemengen:

 

Diese (Licht-) Quanten heißen » Photonen »  und gelten als Feldquanten der elektromagnetischen Wechselwirkung. Auch die (subatomare) starke und schwache Wechselwirkung (Kernenergie)  und  - zumindest nach dem Standardmodell - die » Gravitation »  erfolgt gequantelt: Gluonen und intermediäre Bosonen ... der Gravitation werden  die hypothetischen Gravitonen zugeschrieben. 


Quanten der elektromagnetischen Wechselwirkung gelten als virtuelle » Photonen »  (äußerst kurzlebig) da Ihre Energie nur aus » Fluktuationen  des Vakuums resultiert » A. Zeilinger arbeitet mit reellen Photonen (Wien).


Photonen gibt es allerdings erst seit Albert Einstein (1879-1955), der  sie schlichtweg er-funden und nicht etwa ge-funden hat. In seinem Aufsatz über die Erweiterung des Quantensatzes von Max Planck wofür er später  (1921)  den Nobelpreis erhalten sollte


Schickt man z. B. einen Laserstrahl durch einen optisch nicht linearen Kristall ( Beta - Bariumborat oder Calcit ), können fallweise verschränkte Photonen ( Lichtquanten ) entstehen. Dabei werden aus einem Ultraviolettphoton »zwei» niederenergetische Photonen, von denen eines »vertikal»  und das anderer »horizontal» polarisiert ist. 


Von einem » Photonenpaar » , das seinen Weg entlang der beiden Linien nimmt, an denen sich die beiden Lichtstrahlen  - die kegelförmig auseinanderstreben - überlappen, hat keines der beiden Photonen eine eindeutig definierte Polarisation - man spricht von " Superposition ":

 

Die beiden Photonen dieses Paares haben die Möglichkeit sowohl zur horizontalen als auch vertikalen Polarisation. Ihre relative Polarisation ist damit stets komplementär und das nennt man » verschränkt ».


Wird ein solches » Paar »  getrennt, behält es seine Superposition bei » egal » , wie weit die einzelnen Photonen nun voneinander entfernt sind; erfolgt jetzt eine Messung an einem der » beiden » Photonen, stellt sich erst im Augenblick der Messung (!) heraus, in welcher Richtung es  polarisiert ist - die Superposition (die Überlagerung aller Wahrscheinlichkeiten) »bricht zusammen»  (eine mathematische Funktion kann jedoch nicht zusammenbrechen) (!) d. h. die Wahrscheinlichkeit für die unrealisierte Möglichkeit sinkt auf Null:

 

Das Meßergebnis realisiert eine der » beiden » Möglichkeiten, nämlich horizontale oder vertikale Polarisation. Prof. Dr. Dr. h.c. Zeilinger: Wir kommen nicht um die Schlußfolgerung herum, dass wir nur über bestimmte experimentelle Ergebnisse sprechen können, die auf Messungen zurückgeführt werden...)


Der Widerspruch aber zu Zeilingers Arbeit entsteht dadurch, daß die Info-Übertragung (» Beamen » ) nichts mit der Verschränkung zu tun hat. Wenn Verschränkung instantan ist, die Übertragung aber »nur» lichtschnell = 300 x 103 km/sec, kann die richtige Antwort auf die Frage: Warum ist das so ? nur sein, weil in der Versuchsanordnung das » Beamen » mit der Verschränkung gar nichts zu tun hat.


Aber! - es ist denknotwendig ( im System der Relativitätstheorie logisch schlüssig !!! ), daß ein Photon keine Ruhmasse haben darf, es könnte sonst nicht mit der Lichtgeschwindigkeit c » reisen » - 299792,458 km/s, da seine Masse sonst ins Unendliche ginge und aus Trägheitsgründen nicht die Geschwindigkeit c erreichen könnte.


Was das Photon daher wirklich ist, ist widersrüchlich.Widersprüche sind in d. Naturwissenschaft verboten!
 


Das ( nicht erlebbare !!! ) Objektive, ist also die Welt der Physik heute.

Und selbst diese Welt füllen wir mit Produkten unserer Vorstellung und Phantasie: da werden punktförmige Ladungen als »Teilchen»  oder »Welle» (Analogie des Partikels und der Schwingung) erklärt.



(In der Mathematik ist ein Punkt die Abstraktion eines Kreises, dessen Radius gegen Null geht) Der kluge Physiker definiert » punktförmig » daher pragmatisch als » Grenze des Meßbaren » . Alles was kleiner ist als die kleinstmögliche Meßgröße, gilt als » punktförmig » .



Das geht auch konform mit einer anderen physikalischen Definition: alles, was nicht meßbar ist, existiert nicht. Die heutige Physik bewegt sich an der Grenze des Vorstellbaren. Auch der Verliebte sieht die Angebetene durch die sprichwörtlich » rosarote Brille » und nicht den Menschen, wie er wirklich ist.

 

Wer Strings »sehen» will, erklärt die ganze Welt mit Ihnen, obwohl 1-Dimensionalem keine Existenz zukommen kann, da Existenz nur eine Eigenschaft des 3-Dimensionalen ist.

 

- siehe Prof. Anton Zeilinger: Zitat

Nach den neuesten Erkenntnissen, die sich nach der Kopenhagener Deutung herausstellen "sind ausschließlich Messungen des quatenphysikalischen Zustandes eines Systems, nicht ein Feld oder eine sonstige Entität, die sich in Raum und Zeit sozusagen da draußen ausbreitet, lediglich die Darstellung  des Wissens, das wir über die konkrete physikalische Situation, die wir untersuchen, besitzen".

 

Etwas Nicht - Ausgedehntes nimmt aber weder Raum ein - noch bedarf es  des Raumes. Es ist null-dimensional - die Physiker sprechen hier gerne von  punktförmig. Etwas Nicht - Ausgedehntes hat aber auch keinen Abstand zu   etwas anderem. Denn »Abstand»  bedeutet immer »Zwischenraum» , der zwei Ausgedehnte trennt! Quanten sind reine Konstrukte - Erfindungen des menschlichen Geistes (besser unseres Bewußseins), mit denen wir Meßergebnisse » dingfest»  machen.

 

Wir erfinden Dinge, die keine sein dürfen! , denen wir unsere Meßergebnisse aber zuordnen (aufprägen). Und selbst diese stabilen und messbaren Zustände (Pointer Zustände), werden  von jenen erst in Ihren Meßapparaturen (Detektoren) realisiert. - Prof. Dr. h.c. A. Zeilinger (Quantenphysiker):


»Wir kommen nicht um die Schlußfolgerung herum, daß wir nur über   bestimmte experimentelle Ergebnisse sprechen können, die auf Messungen  beruhen». » Bin kein Freund des EPR - Effekts (Paradoxon) - (Einstein, Podolsky, Rosen) sondern der Kopenhagener Deutung, wir müssen uns wohl von dem naiven Realismus, nach dem die Welt an sich existiert, ohne unser Zutun und unabhängig von unserer Beobachtung, irgendwann verabschieden.


»Jürgen Habermas hat bekanntlich darauf hingewiesen, daß die großen Kränkungen, die das neuzeitliche Subjekt seit Kopernikus und Kepler,   (- und von uns noch erwähnt, Charles Darwin der uns auf unsere » tierische »Herkunft aufmerksam machte, I. Kant, Sigmund Freud der uns darauf  hinwies dass wir nicht Herr im eigenen Haus sondern nur Hausknechte, der uns beherrschenden Triebe sind 

- auch wenn einige seiner Thesen später » relativiert »  und korrigiert wurden, zeigen neueste Neurologischen Erkenntnisse, dass unser Wollen,



Denken und Handeln weitgehend von limbischen Gehirnstrukturen gesteuert werden, die grundsätzlich unterbewusst arbeiten-), erfahren hat, bis hinein in die jüngste, biotechnische Kränkung der Eigenliebe, die uns der Verfügung über den eigenen Leib zu entheben versucht, „Dezentrierungserscheinungen» gewesen sind. Mit weitaus verheerenderen Folgen für unser überliefertes Selbst - Verständnis als alle bisherigen, ist wohl die reduktionistische Erklärung des Geistes.



Ihr zufolge ist der Geist nichts anderes als das Gehirn. Für einen Molekularbiologen sind wir nichts anderes als ein » Haufen Neuronen »  das  klingt   zwar etwas banal, ändert jedoch nichts an der Tatsache dass unser  Wissen über das Gehirn und dessen Leistungen, in einem fundamentalen Sinne unvollständig ist. 


Wir haben nicht die geringste Ahnung, wie das bewusste Erleben, das uns nur in der Ersten -Person - Perspektive zugänglich ist, aus objektiv beschreibbaren Hirnprozessen hervorgeht. Erst wenn wir wüssten, wie und  warum Hirnprozesse bewußtes Erleben hervorbringen, könnten wir diese Erklärungslücke überwinden.


Wir tappen im Dunkeln darüber, wie Bewußtsein in die natürliche Ordnung passt.


Das Bewußtsein bildet das größte Hindernis auf dem Weg zu einem wissenschaftlichen Verständnis des Menschen und des Universums.


Unser Hirn spricht in erster Linie nicht in Worten oder Bildern mit sich selbst und dem Rest des Körpers, nicht in Bits oder Chemischen Impulsen, sondern in der Sprache von Wellen - Interferenzen der Phase, Amplitude,   Frequenz, dem Spektralbereich. Wir transformieren im Akt der Beobachtung die zeitlose raumlose Welt von Interferenzmustern in die konkrete Welt von Raum und Veränderung (Zeit).


Er sei kein „Anhänger des  Konstruktivismus » , so Prof. Dr. h. c. Anton Zeilinger, „sondern ein Anhänger der Kopenhagener Interpretation. Danach stellt sich letztlich heraus, daß Information ein wesentlicher Grundbaustein der Welt ist. Und natürlich auch der Transport, letzterer vorallem da, wo sich Flüssigkeiten realisieren - (Aminosäuren, Nukleinsäuren) 


Wie »etwas» , das nichtausgedehnt ist und keinen Raum braucht, etwas » haben»  kann (was von uns immer mit Ausdehnung und ergo Raum  gleichgesetzt, also dinglich vorgestellt wird !), macht Kopfweh - und ist eben nicht vorstellbar. Was wäre denn, wenn sich das Fundament alles Veränderlichen, das ewige   unveränderliche Masse-Energie-Äquivalent, tatsächlich änderte? 


Dann wäre die physikalische Grundstruktur unseres Universums samt seinen es stabilisierenden Elementargrößen (die sind es nämlich, » was die Welt zusammenhält !»  und somit auch die auf ihnen basierende Veränderung  (das Werden des Materiellen) perdu - es » wäre»  nichts. - Das aber kann gar nicht sein, denn nur das Sein ist - das Nichts aber nichtet, wie wir von Altmeister Heidegger aus Meßkirch her (Kreis  Sigmaringen) wissen. Das, was Materielles ist (Masse und » Gravitation» ), wird natürlich  nicht und ist auch nicht vergänglich - es ist vielmehr das Voraussetzende dafür, daß sich das Vorausgesetzte, das vereinzelte Materielle nämlich, überhaupt erst verändern kann (durch Energie), daß es also wird und vergeht! 


Von der Notwendigkeit des Werdens ge-Trieb-en, ereignen sich Galaxien, Sonnen - und auch Menschen immer wieder. Quanten können auf nichts mehr zurückgeführt werden - sie sind   elementar!  Quanten sind reine Möglichkeit (= Potentialität), die von uns aber als  dinglich vorgestellt werden. Daher hat der Wiener Physiker Erwin Schrödinger (Schöpfer der Wellenmechanik 1926), auch seine Wellengleichungen aufgestellt, nach  denen Quanten keine Partikel sondern Funktionen von Wahrscheinlichkeitswellen seien.   Außerdem haben Quanten ihre » Zustände»  nicht per se, sondern diese zeigen sich erst in den jeweiligen Meßgeräten, wenn sie durch sie realisiert werden! 


Das Denken in » entweder Teilchen oder Welle»  wurde auf alle elementaren Kräfte (heute: Wechselwirkungen) übertragen, was soweit ging, dass man heute in CERN (bei Genf/CH) Teilchenbeschleuniger (Large  Hadron Collider), (LHC) mit Deutschland als größter Finanzier des Cern, in sündteuren Detektoren nach den hypothetischen Gravitonen (den Quanten der Schwerkraft) und den ebenso hypothetischen Gravitationswellen forscht vergeblich und mit Zwischenfällen behaftet. Alle Quanten egal ob Quarks, Elektronen, Baryonen, Mesonen, Hadronen   (Materiequanten) oder Gluonen, Photonen, intermediäre Bosonen, und das (übrigens auch jener realistischer Wissenschaftler  zufolge) nicht hier gehörende Graviton, sind Erfindungen und nichts gefundenes;


Kausalität wirkt gar nicht in der Natur (» Schöpfung » ) und unabhängig  von Ursache-Wirkung konstruierendem Selbstbewußtsein. Vielmehr sind wir es,  die Kausalität in die Natur hineinsehen und damit das Werden erklären.


Deshalb steht auch » Gott»  nicht in der Alternative von Zufall und   Kausalität; der vermeintlich aufgeklärte Geist des modernen Menschen ist gar nicht  so aufgeklärt - sonst konstruierte er nicht Zufall (Chaos) und Kausalität (Ordnung) zu weltkonstituierenden Prinzipien, um die Welt besser erklären und verstehen zu können.



Und das Chaos haben wir im übertragenen Sinne bei jeder Supernova-Explosion in Sternentstehungs - gebieten (Gamma-Ray-Bursts, relativistische Astrophysik), entsprechend da, wo Singularität auftritt, aus der  letztlich unsere Milchstraße und » unser»  Sonnensystem entstanden ist - eines von unzähligen!



- Allerdings innerhalb unserer Galaxie das einzigste, das Leben wie wir es kennen hervorbringen   konnte und zwar weil diese Vorraussetzungen dieses Leben hervorgebracht  haben (Erde Mond - Konstellation) ansonsten wäre die Erde unter Umständen zu  nah an der Sonne und eine » zweite»  Venus, mit Temperaturen bei der es nie  eine Evolution gegeben hätte und zwar aufgrund des nicht Vorhandenseins von Wasser!


Leben muß permanent entstehen - und zwar im gesamten Universum, wo sich Flüssigkeiten realisieren und hat auch mit Zufall nichts  gemeinsam. Denn Zufall ist ja nur eine Metapher für: » Ich kann keine kausale   Verknüpfung erkennen»  und hängt damit von zwei Prämissen ab: vom  Glauben an die   unbedingte Gültigkeit der Kausalität und von der Erkenntnisfähigkeit des Urteilenden.


Zufall ist also nie etwas an sich seiendes, etwas das es  außerhalb   menschlichen Denkens bzw. Begreifens gäbe, sondern nur Ausdruck der   Beschränktheit menschlicher Erkenntnisfähigkeit.
 Demzufolge löst bei einer Polarisierungsmessung ein Klicken des  Detektors in unserem Geist die Konstruktion eines Bildes aus, in dem das » Photon »   zum Zeitpunkt der Messung eine bestimmte Polarisation hatte . . . 


Es sind ja wir, die den aufgespalteten Lichtstrahl aufgrund seines Gangs durch einen linearen Kristall (Beta - Bariumborat/Calcit) als unterschiedliche Qantenströme (ultraviolettphoton -niedrig energetische » Photonen »  interpretieren oder als dupliziertes  Lichtwellen» paket» .
 Die beiden Lichtstrahlen » bestehen»  aber weder aus Quanten, noch sind sie   eine gebündelte Transversalwelle . . . 


Wir interpretieren das Licht nur als, aus Partikel bestehend oder sich als Welle ausbreitend. Das Quantenpaar, das wir aufgrund der Polarisation der beiden Lichtstrahlen er-finden,  ist ja gar nicht polarisiert ! Wie sollte ein nicht ausgedehntes einzelnes Teilchen » polarisiert »  sein,   wo doch Polarisation nur eine Eigenschaft einer Schwingung, also einer  Welle sein kann ? !

 
Und das Bild eines schwingenden Quants ist ja doch etwas simpel - es würde auch den Doppelspaltversuch nicht erklären.


Was immer verschränkte Quanten auch sein mögen; Sie sind nicht durch das  Raum- (Zeit) Veränderungs-Kontinuum voneinander getrennt  als Ausdehnungsloses ist es in seiner Möglichkeitswelt vom anderen (mit ihm verschränkten) Quant weder getrennt noch entfernt.



Was wir als Beobachtende wahrnehmen, sind getrennte Lichtstrahlen: Der Kristall hat ja tatsächlich einen Lichtstrahl in zwei Lichtstrahlen aufgespaltet: Aber das, war wir sehen, ist die Reaktion des aufgespalteten   Lichtstrahls mit Materie (Kristall, Bildschirm, Rauch, Detektoren etc.),  aber niemals das Licht selbst.



Das Kunstwort » Superposition »  beweist es. Es drückt aus, was realiter  gar nicht sein kann. » Beid » Teilchen des verschränkten Photonenpaares haben die Möglichkeit, sowohl vertikal als auch horizontal oder auch zirkulär polarisiert zu werden !


Aber nicht zu sein; aus einer möglichen »Superposition»  in eine reale Polarisation, die eindeutig eine Erscheinung (und damit Veränderung) in unserem Raum - Veränderungs - Kontinuums ist. Die Realisierung findet in unserem Mesokosmos statt.

 

Auch in puncto » Schrödingers Katze »  dem von Erwin Schrödinger  erfundenen Gedankenexperiment, bei der eine Katze zusammen mit einem Geigerschen Zählrohr in eine Blackbox gepackt wird, wobei über diesen physikalischen Apparat  ein   radioaktives Präparat (geringer Menge) in der nächsten Stunde, den Zerfall eines Atoms erfahren wird - wann ist ungewiss.


Wenn das Atom zerfällt wird es über den Geigerzähler einen elektrischen Impuls auslösen, der einen Hammer auf eine Phiole mit Gift (Cicyan) fallen lässt usw. hierbei ist es  völlig   müßig zu theoretisieren. Hier wurden quasi die Polarisationszustände durch » tot»  oder » lebendig»  ersetzt.

  

Bei der Schrödingerschen Katze ist (aufgrund unserer mesokosmischen Erfahrung) diese ja schon tot - oder lebendig, bevor wir in die Blackbox   schauen. Wir wissen es vorher nur nicht. Für Quantenphysiker jedoch  eine   unbestätigte Behauptung, mit der wohl die meisten nicht einverstanden  wären (   hier tut sich eben die Kluft zwischen Mikro- und Mesokosmos auf. Im  Mesokomos   können wir auf Erfahrung rekurrieren - im Mikrokosmos gibt es keine Erfahrung!).



Als Beobachtung gälte übrigens nicht nur das Deckelöffnen und Hineinschauen, sondern auch jede Art von EKG, EEG etc. Bei verschränkten Photonen sind diese aber nicht schon » vorher » horizontal oder vertikal, zirkulär   polarisiert und wir wüßten es nur » noch» nicht; es gibt vielmehr weder das eine noch das andere Quant, noch wären sie schon polarisiert,erst  wenn  wir den » Lichtstrahl»  aus verschränkten » Photonen » (der weder aus Quanten besteht, noch eine Welle ist) durch das Polarisationsfilter leiten, stellen wir fest - es ist horizontal oder vertikal polarisiert.



Seine Polarisation realisiert sich erst durch die Messung - wir aber haben durch das Öffnen der Blackbox die Schrödingersche Katze nicht getötet  oder ihr das Leben gerettet. Tot oder lebendig war sie schon vorher...   für Quantenphysiker allerdings nur zu je 50 % 

( Es gibt nur Wahrscheinliches  - Mögliches ! - in der Quantenwelt, aber niemals Realisiertes! )


Demzufolge stellt sich heraus:


Eine Funktion (eine mathematische Gleichung) kann nicht zusammenbrechen es gab überhaupt keine Polarisation vor unserer Messung es gab nicht  mal zwei getrennte Quanten; die gibt es nur in unserer Vorstellungswelt.



Quanten sind auch nicht auseinander; was nicht realisiert ist, kann auch nicht getrennt sein. Quanten sind weder unterscheidbare noch getrennt einzelne. Das sind sie nur in unserer Vorstellungswelt: als Teilchen oder  Partikel. Siehe CERN...Schon Schrödinger hatte sie nicht als » vereinzelt » betrachtet, sondern als einen Zustand, der in einem bestimmten Raumbereich (einem Ausschnitt aus unserer Mesowelt) » verschmiert »  und nur mit einer  gewissen Wahrscheinlichkeit (» Wahrscheinlichkeitsfunktion» ) auftritt...siehe  auch Heisenbergs Unschärferelation.



Die » Quanten »  haben sich nicht verändert - ihre zufällige Möglichkeit (= Superposition) ist aber durch unsere Messung zur eindeutigen Realität geworden: allerdings weder als (unentschiedene) Superposition noch als (entschiedene) Position, sondern als eindeutige Polarisation am Meßgerät.

 

Was Prof. Dr. h. c. Anton Zeilinger versucht, im » Experiment » , in der Theorie und im wissenschaftlichen Fragen, ist dem gegenüber ein konsequent neuer Schritt, die Auflösung des alten physikalischen Rahmens und die konsequente  » Fortentwicklung » der Quantenphysik.


Max Planck selbst ist diese Fortentwicklung unheimlich gewesen, weil sie (wie Zeilinger verdeutlicht) die Aufgabe der Vorstellung verlangt, » dass alle Phänomene in der Natur kontinuierlich ablaufen », und weil Planck wie Einstein, Bohr, Schrödinger, Heisenberg und andere - erkannten, » dass  diese   Aufgabe des Kontinuums letztlich eine Aufgabe unseres Weltbildes bedeutet ».


Die von Zeilinger und seinen Mitarbeitern experimentell gemessenen Vorgänge der Lichtquanten- oder » Photonen » Verschränkung hatte seinerzeit Einstein gar, als eine »spukhafte Fernwirkung»  bezeichnet, an  die zu glauben er sich geweigert hatte.


» Wir können davon ausgehen » , so Zeilingers Aussage, » dass die Welt tatsächlich so verrückt ist, wie Einstein hoffte, dass sie es nicht ist.


Wollen wir » erklären »  so verstehen, wie die Naturwissenschaft  » erklärt» ,   erklärt haben will, so ist die Naturwissenschaft aufzufordern, ihr enges  Korsett zu lockern und nach neuen Kräften Ausschau zu halten.



Allzu schwer sollte es ihr nicht fallen: nach Hyperräumen und  Hyperzeite, nach 11 ... bis n - Dimensionen (angesichts eines erfahrbaren nur dreidimensionalen Raumes), nach Supersymmetrie und Superstringtheorie,    nach null- und Eindimensionalität - was hindert die Theoretiker, eine 5. oder 6. Kraft zu postulieren?  


- oder wir verstehen » erklären »  nicht naturwissenschaftlich und akzeptieren PSI - Phänomene genauso bedenkenlos wie Liebe,  Spontanheilung (Wunder),  Ahnungen (Präkognition) etc. der Änderung der Aktienwerte (!),die Abfolge von Krieg und Frieden (!) und den Umstand, dass niemand weiß, was im nächsten Augenblick passiert - auch wenn die Naturwissenschaft die Prognostizierbarkeit von Ereignissen als conditio sine qua non (die Bedingung, ohne die etwas nicht eintreten kann, bzw. unabdingbare Voraussetzung) auf Ihr Denkkorsett geheftet hat. 


Dann müssen wir an PSI - Phänomene  so glauben, wie an die Wiedergeburt, die Gottessohnschaft Christi   (Feministinnen mögen uns abermals verzeihen) oder die » Existenz »  des » Teufels » : mit einem gravierenden Unterschied:  


Dem » Teufel » (personifiziert als das vermeintlich "Böse") , ist noch niemand begegnet, PSI - Phänomenen aber fast jeder von uns.


Luzifer wurde für seinen Frevel gestürzt (= Ursache - Wirkung) und Jesus starb » für »  die Menschen am Kreuze (= Ursache mit Folgewirkung der » Erlösung » , was immer das auch sein mag !) Die Welt entsproß den Griechen noch der Urmutter (Gäa) nach Zeugung durch Chronos (geschlechtlicher Anthropomorphismus von Ursache und Wirkung), unser Kosmos hingegen geht » schon » auf den Urknall zurück (und greift damit auf das uns sehr geläufige Bild einer » Explosion »  zurück.


● Jeder Zivilisationsstufe ihr entsprechendes anthropomorphes Bild !  
● der Kausalität verpflichtet sind sie alle.
 

 

Das gegenwärtige naturwissenschaftliche Denken reicht bei weitem nicht aus, alle Phänomene » unserer » Welt zu erklären. Wenn es hoch her geht, können wir vielleicht zwei oder drei Prozent all dessen, was uns an einem Tag so widerfährt, naturwissenschaftlich streng kausal » erklären » .


Wir westlich Denkenden haben vor allem Probleme mit der Kausalität. Diese Probleme sind so tiefgreifend, daß jede Religion (und sogar der Mythos) es sich nicht leisten kann, auf die Verknüpfung von Ursache und Wirkung zu einer (schein-) logischen Kette zu verzichten.



Nicht einmal die plumpeste Sage oder das primitivste Märchen kann auf Kausalität verzichten. Immer ist von (Belohnung und Strafe) die Rede und vom Sieg des » Guten » über das » Böse » (manchmal auch umgekehrt).



Welchen Sinn ergäbe dieses Moralisieren schon, würde man nicht einen Kausalnexus (ursächlicher Zusammenhang) im Geschehen erwarten, also vom einen auf´s andere schließen und vielleicht? die Lehre daraus ziehen?

 Alles was geschieht, muß auf eine Ursache zurückgeführt werden können; dies scheint ein Urgesetz menschlichen Denkens zu sein. Die Kontradiktion dazu wäre akausal, also unverursacht.  Auf den Zufall kommen wir an anderer Stelle zu sprechen.


Akausal bedeutet also, daß einem ganz bestimmten konkreten Ereignis keine es erzeugende (es auslösende) Ursache zugeschrieben werden kann. Akausal bedeutet aber nicht willkürlich.



Spontane Ereignisse treten vielmehr nur als erwartete (als mögliche) auf. Nur der Zeitpunkt ihrer Verwirklichung ist unsicher (z. B. Betazerfall). Akausales Eintreten bedeutet daher nur, daß zwar Mögliches wirklich wird, aber diese Möglichkeit selbst unverursacht ist.


Mögliches (Quanten) also reine Potentialität und Wirkliches (alles Wirkliche ist bewegt und verändert sich) sind weder über die "Zeit", noch über die Kausalität verkoppelt, sie sind überhaupt nicht trenn - oder verknüpfbar, sondern beschreiben die untrennbare Einheit zweier Seinszustände.


Diese befinden sich außerhalb menschlicher Verknüpfungsparameter zwei - oder auch n - wertiger Logik und bedürfen nicht mehr der Logiken (= Aussagen des Bewusstseins) !!! ( - Tertium non datur !)
Fazit: (Immanuel Kant, möge uns verzeihen!)


Das 3. Axiom der zweiwertigen Logik, auch » Tertium non datur » auf welchem auch die Mathematik aufbaut -


Unendlichkeiten gibt es zwar im formal Abstrakten der Mathematik, (wie   anfangs durch Singularität bereits erwähnt), nicht jedoch im  inhaltlich   konkreten der Physik. Wann immer in der Physik Unendlichkeiten  auftreten, muß   die Gleichung verändert oder sinnvoll (mit einem endlichen Ergebnis) interpretiert werden. An dieser simplen Forderung scheitert so manche Theorie, weil in ihren Grundgleichungen Lösungen mit dem Wert unendlich auftraten, für die man keine realen Ensprechungen finden konnte bzw. kann



Wenn die Naturwissenschaft ihr Terrain erweitert und schon längst obsolete Denkeinschnürungen zumindest ansatzweise aufgibt ist ihr damit nicht geschadet, den Menschen aber geholfen.


Präkognition würde allerdings auch dann völlig unerklärlich bleiben. Aber man wird dann zumindest an sie glauben dürfen und damit zu leben lernen;


Ohne Bewusstsein keine Zeit! nicht einmal Bewegung - aber durchaus   Veränderung. Wie diese » aussieht» , wenn niemand hinshieht, weiß niemand. Sie ist deshalb nicht beschreibbar !



Wir ziehen deshalb besser das Raum - Veränderungs - Kontinuum, dem des eingeführten Raum - Zeit - Kontinuums vor, weil die klassische Physik -  nicht aber die Quantenphysik - vom Bewusstsein abgesehen hat: dieses kommt in  der   mechanistischen Physik nicht vor - wohl aber in der Quantenphysik.


Dinge:


Nur Dinge, also Ausgedehntes, Materielles haben eindeutig zuordenbare  Orte   - und (unter Hinzuziehung von Bewusstsein) einen Zeitpunkt, zu dem sie  sich an diesem Ort befinden;


Raum:


er ist seit Einstein kein Fassungsraum mehr - das war er allerdings bis Einstein und im Newton´schen Weltbild, das ja auch die Zeit als absolut und stetig verfließend erklärt hatte.
 Heute ist der Raum als Beziehungsraum verstanden, als Möglichkeit (Potentialität) für Dinge - und deren Auseinander. (!)


Man kann die Dinge nicht aus dem Raum nehmen, wie Milch aus der Flasche  gießen. Raum und Dinge bedingen einander bzw. alles, was Raum ist, sind  die Dinge nicht - und was Dinge sind, ist der Raum nicht. Raum bedarf des    Ausgedehnten! damit habe ich stark verkürzt aber (inklusive des vorangegangenen Textes)  akribisch genau dargelegt - das Rüstzeug, die klassischen Denkfehler  der   letzten hundert Jahre in bezug auf Nicht - Lokalität und Nicht  Realität   der Quantenwelt aufgezeigt.

 

Und um nochmals darauf zurückzukehren: etwas Nicht - Ausgedehntes nimmt weder Raum ein - noch bedarf es des Raumes.


Es ist null - Dimensional - die Physiker sprechen hier gerne von » punktförmig ». Und ein Punkt ist nichts Reales - es ist der Inbegriff  der Abstraktion von Realisiertem: Alles » punktförmige»  Realisierte ist  immer schon Materie: Kreidestaub, Graphit, Pixel auf dem Bildschirm.


Die Maximalabstraktion davon (die Vorstellung eines Kreises mit dem Radius  = 0 ist bereits wieder ein Bild und insinuiert den Punkt als » unendlich kleinen Kreis» ; er hat aber überhaupt keine Form !


In unserer lokalen Welt, der realen Welt, in der alles schon geworden  ist (!) gilt nur: hopp oder drop !
 Wendeten wir dieses ausschließende Denken (3. logisches Axiom, Tertium  non datur, das nur auf Realisierungen beruht) auf die reine  Möglichkeitswelt  der Quanten an, wo es aufgrund der Möglichkeit gerade diese Ausschließlich  keit nicht (!) gibt - , verheddern wir uns hoffnungslos in Widersprüchen, die es in der Quantenwelt natürlich auch nicht gibt!


In ihr gilt ja auch nicht die zweiwertige Logik, die seit Aristoteles (384 - 322 v. Chr) als Organon (= Werkzeug) der menschlichen Vernunft,  die auf Kausalität basiert, bezeichnet wird. Mit dem (in unserer realen Welt) leeren Begriff (durchaus im Sinne Kants) »Superposition»  vermögen jene diesen Widerspruch (der nur im Mesokosmos einer ist!) zu entrinnen.


Superposition besagt ja nur: Für diese Photonen ist noch nicht entschieden, welche Polarisation sie annehmen werden, sollten sie (konjunktiv !) gemessen  werden. - Ohne Messung keine Polarisation; nur jene Photonen, die eindeutig einem der beiden aufgespalteten Lichtkegel zuordenbar sind, haben - allerdings auch nur aufgrund einer Messung! -eine eindeutige Polarisation:  


allerdings nur als Möglichkeit !


Wir haben hier einen schönen Unterschied zwischen notwendig  (»contingere»  Kontingenz der Scholastik (!) und zufällig !!!: Notwendigerweise zeigen, die sich nur in einem Lichtkegel »befindlichen» Photonen, eine eindeutige Polarisation - bei der Messung. Hingegen mißt (und realisiert damit) bei Photonen beider Lichtkegel der   Experimentator rein zufällig eine der beiden möglichen Polarisationen ! Keine Ursache für ein vertikales oder horizontales Meßergebnis kann angegeben werden - und keine Ursache gibt es auch, abgesehen davon, daß man argumentieren könnte:



Hätte der Experimentator zu einem anderen Zeitpunkt die Messung durchgeführt, wäre vielleicht ein anderes Ergebnis herausgekommen. Das ist zwar möglich, aber wertlos, da keine Prognose aufgrund einer solchen Annahme erstellt werden kann.



- Und: Wissenschaft zielt stets auf Prognose - auch die Quantenphysik (!)


- Der Kampf (der Gegensätze!)  ist der "Vater" aller Dinge ( Heraklit aus Ephesos) Durch ihn entsteht die Vielfalt des Seienden. Der Widerspruch ist nach Heraklit, die Quelle aller Entwicklung. 


- Gegenposition zu Heraklit war Parmenides aus Elea in Unteritalien. Bei ihm trägt das Sein den Sieg davon; das "Nichts" bleibt nicht als der das Sein bedingende Gegensatz erhalten. Sondern geht unter. 


Im Abendland setzte sich das "Entweder-oder" Denken durch, mit der Neigung zur Leugnung einer Seite des Gegensatzpaares und der Elimination jeglichen Widerspruches. 


Als literarisch bekanntestes Beispiel für dieses "Entweder-oder" gilt, "Sein oder Nichtsein" aus Shakespeare´s "Hamlet".




  

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