Gläubige Neuronenhirne entlarvt durch Erkenntnisvermögen als Produkt Biologischer Evolution


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"... the world population can exceed easily 8 billion by the year 2020. This was a major subject of discussion at the conference in Rio de Janeiro on the environment two years ago. It was pointed out at the conference that growth is most efficiently managed by the private sector, but regulation of the process by national governments and international bodies is also needed. And once again, United Nations can certainly be among the catalysts and coordinators of this process.”

 - David Rockefeller, Annual UN Ambassadors' Dinner Sep. 14, 1994












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Hier entsteht die Seite: Erkenntnisvermögen Produkt Biologischer Evolution




 

Neurowissenschaftler haben entdeckt, was in den Köpfen religiöser und abergläubischer Menschen vor sich geht. 

 

„Das Wort Zufall ist Gotteslästerung“, heißt es in Gotthold Ephraim Lessings 1772 uraufgeführtem Drama „Emilia Galotti“. Denn der Zufall ist nach Ansicht der meisten Religionen nur eine Illusion der menschlichen Wahrnehmung, die die alles durchwaltenden kosmischen Gesetzmäßigkeiten nicht erfassen kann.


Das berühmte Deckenfresko „Die Erschaffung Adams“ in der Sixtinischen Kapelle Roms, gemalt von Michelangelo, zeigt eine menschliche Darstellung Gottes – als weißbärtigen alten Mann im langen Gewand (braun). 

Dessen ovale Form ähnelt verblüffend einem Längsschnitt mitten durchs menschliche Gehirn. Tatsächlich hatte der Künstler selbst viele anatomische Studien gezeichnet und vermutlich – trotz kirchlicher Verbote – zugesehen, wie Menschen seziert wurden.



Hat Michelangelo in seinem Gemälde eine symbolische Botschaft versteckt? Wollte er womöglich zeigen, dass "Gott" ein Produkt des menschlichen Gehirns ist und eigentlich Adam Gott erschuf – und nicht umgekehrt? Oder handelt es sich nur um einen pittoresken (maler-ischen) Zufall? 


Vielleicht bekommt dadurch eines der bedeutsamsten Gemälde der Welt einen noch höheren Wert für die Kunst der Malerei, sicher für die Malerei als Wissenschaft, die Kunstgeschichte, für Leonardo da Vinci (Das Abendmahl), sein Genie, die Stadt Mailand und vor allem für die Menschheit, als Erkenntnisgewinn und sichtbares, bisher unentdecktes Lehrstück nach dem Grundsatz Leonardo da Vincis:


Sehen ist gleich Erkennen !!!

Mit der vorliegenden Interpretation wird dies in die Tat umgesetzt


Wir haben im Bereich von Religionen (Ideologien), aller Technologien zum Trotz, eine Dorfmentalität wie zu   primitiven Zeiten. Wenn ein Lichtstrahl durch einen Prisma fällt,  ergeben sich die Regenbogenfarben, etwas » Komplexeres» , für manch eine (n) ein "Schöpfungsakt" ...,.


Beim Doppelspaltversuch 
https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelspaltexperiment entstehen plötzlich Interferenz - muster auf dem dahinterliegenden Schirm durch Öffnen des zweiten Spaltes - ein » Schöpfungsakt » ?  - Mitnichten.


Wieso reagieren Menschen in Massen, Mengen oder Gruppen (in gewissen Fällen sogar als einzelne) vom Autor bis Benedikt XVI (Kardinal Ratzinger) über die Jahrtausende hinweg immer gleich ? 


Sie wissen nicht was sie tun - oder doch ? ! (LINK)


- Man muß ihnen das vom Propagierenden Beabsichtigte nur richtig aufbereiten (überigens immer nach demselben Rezept), und schon mundet es; als » gruppendynamisches Verhalten » ( in Extremfällen » Massenpsychose » ) bezeichnend. Dies hat auch schon Propagandaminister Josef Goebbels erkannt, der damals schon von Paulus alles propagandistisch Verwertbare verwendet hatte. Möglicherweise hatte auch Edward Bernays - Großneffe von Sigmund Freuds, bei Paulus geringfügig "Anleihe" genommen. 


Ehrlich zu sagen, daß dieser » Gott » ( = Übervater) nur ein Produkt menschlicher Phantasie ist (Sigmund Freud), muß natürlich als schlimmste » Todsünde »  zumindest nach  Ansicht des Aquinaten gelten. (Thomas v. Aquin(o) Auch das gern verwendete Argument der Kirche vom » Niedrigen »  zum   » Höheren »  ist dualistisch. » Niedrig » und » hoch »  sind relative Begriffe,  für die wir das Absolute sind und es bedarf wirklich keines » orientierenden   organisierenden Wirkens »  um » Höheres aus » Niedrigem »  zu generieren. Es gibt für die Kirche natürlich auch » innerweltlich »  und » außerweltlich »  - die klassische Dualität, mit der jede Religion die  eine Welt auseinander reißt. 


Das mit dem » außerweltlich »  erinnert nochmals an den päpstlichen Mörder Giordano Brunos, Clemens VIII.

Der hatte seinerzeit argumentiert, die Welt könne nicht unendlich und ewig sein, wie Bruno (Dominikaner) behauptete, denn sonst bliebe für  "Gott"  kein Platz mehr übrig...,.


Giordano Bruno, verbrannt auf dem Campo di fiori, dem Blumenmarkt in Rom, mit der spanischen Birne im Mund, bei künstlich kleingehaltener Flamme, damit seine Qual länger daure; 


» Mit größerer Furcht verkündet ihr das Urteil, als ich es hinnehme » , waren seine letzten Worte gewesen; er hatte einerzeit behauptet, dass das Weltall unendlich sei, was ja auch korrekt ist.


» "Gott" » braucht also Platz! Glaubt(e) die Kirche das wirklich ?! Der » Gott » des Paulus (1 Kor 12,6) lautet modifiziert: » Sein »  » Werden » alles in allen; denn der » Gott » des Paulus 
( Auferstehungslehre des Paulus )

braucht keinen Platz; er braucht unabzählbar viele, als Welt nämlich, die ohne Anfang und Ende ist, aber Raum schafft für die vielen notwendigen Orte, an denen  

» "Gott" » sich realisierte; er braucht Platz, sich permanent als Selbstbewußtsein zu verwirklichen, sich (!) und zwar ohne (sic!) ein scholastisch methodisches Schema (» sic et non» ), wie die Kirche es anbietet, zu schöpfen - kontingent - natürlich, (lat.contingere, Begr. d. Scholastik) aber notwendig (!). Warum wird von der Kirche auseinandergerissen, was Eines aber polar ist ? "Gott" ist diese Notwendigkeit, sich in permanenter Veränderung 

des Da - Seienden zu manifestieren! Gott realisiert sich auf allen Plätzen = Orten, des  Raum - (Zeit) Veränderungs - Kontinuums (!) (= Albert Einstein modifiziert) "Der Gott der Amtskirche" hält uns nicht an der Leine, sondern er verwirklicht sich ewig ( und nicht erst seit 20 Mrd. Jahren, wie uns die Urknaller mit päpstlicher Schützenhilfe weismachen wollen ! ) als Selbst in jedem Lebendigen, das zu Selbstbewußtsein evolviert ist.


Natürlich sind wir das Ebenbild "Gottes"
 - wir sind » Er » ( die Feministinnen mögen verzeihen ): aber als einzelne eben nur Teil seiner Ganzheit, aber nicht das Ein - Alle selbst, das bekanntlich mehr ist als die Summe seiner Teile. Diese Ganzheit (= das » Selbst » ; Die Kirche nennt » IHN » » Person » , was sehr mißverständlich sein kann, denkt man dabei doch eher an ein Individuum als an die Identität von "Gott" und Welt !) ist » ER » - aber in und durch uns ! "Gott" braucht die Welt, er ist durch sie !: durch Selbstbewusstsein, das sich als sein Ebenbild weiß  - 

Pantheismus ? ! -  Hatte Giordano Bruno einen solchen verkündet?  - Mitnichten !


Stets aber unterscheidet sich komplexes Verhalten einer Menge von dem des einzelnen. - "Schöpfungsakt" ? Daß kausales Erklären der » Welt » aber ein Akt (eine Methode zum Erkenntnisgewinn !) von Selbstbewusstsein ist, wird von jenen nicht erwähnt.


Kausalität wirkt gar nicht in der Natur und unabhängig  von   Ursache - Wirkung konstruierendem Selbstbewußtsein. Vielmehr sind wir es, die Kausalität in die Natur hineinsehen und damit das Werden erklären.


Tatsächlich und in der Realität, ist das menschliche Gehirn ein effektives Organ zur Mustererkennung und Regelsuche. Deren Kenntnis, auch wenn sie nur statistisch ist, schafft nämlich Orientierung und somit Vorteile in der Evolution. Doch die Suche nach Sinn in der Welt birgt die Gefahr der Selbsttäuschung. 

Religionen mögen den schmerzlichen Zustand der Zufälligkeit, Erklärungsnot und Zwecklosigkeit lindern oder überwinden denn „Weltangst schürt die Gottesfurcht".


Sie sind aber gerade deshalb auch in den Verdacht geraten, aus der Not eine Tugend zu machen und bloße Illusionen zu erzeugen. Dafür haben Kognitionspsychologen und Hirnforscher inzwischen Indizien gefunden: Wie leicht jemand außer- oder übernatürliche Erklärungen glaubt, hängt vor allem von der Konzentration bestimmter Botenstoffe in seinem Gehirn ab.


Wie skeptisch jemand ist, gehört zu einem stabilen Charaktermerkmal. Etwa die Hälfte der Menschen, zumindest in der westlichen Welt, favorisiert Paranormales oder eine Vorsehung. Bei Frauen ist der Anteil etwas größer als bei Männern. Die anderen zirka 50 Prozent stehen dem kritisch gegenüber. Manche Psychologen teilen Menschen entsprechend in „Schafe“ und „Böcke“ ein. Diese Begriffe hatte die Psychologin Gertrude Schmeidler bereits 1945 in die Psychologie eingeführt, als sie den Glauben an parapsychologische Phänomene untersuchte. Sie bezog sich dabei auf eine Bibel-Stelle ...,.


VON SCHAFEN UND BÖCKEN 

Nach Matthäus 25, 32 wird Christus am Jüngsten Tag die Gläubigen von den Ungläubigen trennen „wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet“. Heute wissen Hirnforscher: Bei „Schafen“, die Übernatürlichem aufgeschlossen sind, ist oft die rechte Großhirnhälfte aktiver bei der Wortverarbeitung, was zum vermehrten Suchen nach oder Erfinden von Zusammenhängen führt. Die rationalere linke Hirnhälfte übt dagegen eine „Zensur“ aus. Eine wichtige Rolle spielt hier wohl auch der vordere Gyrus cinguli. Bei Anhängern von Religionen und Ideologien reagiert diese Großhirnregion nämlich schwächer auf Fehler, als bei Nichtgläubigen. 

Das zeigte jüngst ein Team von der University of Toronto Scarboroug mit Elektroenzephalographie-Messungen. Die Minderfunktion des neuronalen Warnsystems könnte erklären, warum Glauben beruhigend wirkt und Irrationales leichter durchgehen lässt.




Die Unterschiede zwischen „Schafen“ und „Böcken“ wies man auch in der Neurologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich auch im Experiment nach: Werden Zufallsmuster und „verrauschte“ Gesichter am Bildschirm gezeigt, meinen die „Schafe“ häufiger Nichtvorhandenes – etwa Gesichter – in den Zufallsmustern zu erblicken als die „Böcke“. Der umgekehrte Fehler, Objekte im Rauschen zu übersehen, kommt bei beiden Gruppen selten vor. Eine Einnahme der Dopamin-Vorstufe L-Dopa führt erstaunlicherweise jedoch dazu, dass aus „Böcken“ „Schafe“ werden: Plötzlich glauben die Skeptiker, mehr fiktive Gesichter im Rauschen zu erkennen als vorher. Der Überschuss des Botenstoffs Dopamin regt demnach das wilde Assoziieren der rechten Hirnhälfte an. Das geschieht durch Aktivitäten im Hippocampus, einer für Lernen und Gedächtnis wichtigen Struktur im Inneren der Schläfenlappen.

Dopamin fördert Aufmerksamkeit, Neu-gier und Lernen. Der Botenstoff kann aber auch zu Zwangsstörungen, Schläfenlappen-Epilepsien und Wahnvorstellungen führen – „Stimmen hören“ oder überall „versteckte Botschaften sehen“ – wie sie immer wieder mit Hyperreligiosität einhergehen. Ursachen und Sinn werden durch den linken unteren Scheitellappen, Teile des vorderen Stirnhirns, insbesondere links, und deren Verbindungen vermittelt, so der Stand derHirnforscher.





Diese neuronale Voraussetzung rationaler Erklärungen ist wichtig für die Orientierung in der Welt, weil sie Verständnis und Voraussagen von natürlichen und sozialen Zusammenhängen ermöglicht. Sie kann freilich in Form von Rationalisierungen überschießen und kausale Zusammenhänge dort konstruieren, wo gar keine existieren. Das ist eine Grundlage für die Erschaffung der Mythen von Göttern, Geistern und Lebenskräften zur Welterklärung, stellen Anthropologen und Kognitionspsychologen fest.


Magisch-abergläubisches Verhalten ist aus psychologischer Sicht ein gutes Beispiel für falsche Rationalisierung oder Verallgemeinerung. Selbst in einer von Wissenschaft und Technik geprägten Zeit hat der Aber- und Wunderglaube nicht an Gefolgschaft verloren – im Gegenteil. 


Wie Aberglaube entsteht, zeigten bereits die Experimente des amerikanischen Lernforschers und Behaviorismus-Mitbegründers Burrhus F. Skinner Ende der 1940er-Jahre. Er „belohnte“ Tauben in zufälliger Zeitfolge mit Futter. Das führte schließlich dazu, dass die Vögel das Futter mit einer gerade von ihnen vollzogenen Bewegung assoziierten und bald ein ganz bizarres Verhalten an den Tag legten (Flügelputzen oder -spreizen, Drehungen, Halsverrenkungen und so weiter), weil sie gleichsam wahllos konditioniert waren. Ähnliches wurde bei Ratten beobachtet, die eine gewisse Zeit verstreichen lassen mussten, bis sie Futter bekamen. Sie überbrückten die Wartezeit zum Beispiel, indem sie sich hinter einem Ohr kratzten oder sich um ihre Körperachse drehten.



Die Käsefalle 

Auch Kinder und Erwachsene entwickelten in vergleichbaren Situationen ein „abergläubisches“ Verhalten. Diese sogenannte Verhaltensformung ist nur schwer zu verlernen. Skinner vermutete, dass menschliche Formen des Aberglaubens, etwa der Regentanz, auf solchen Mechanismen basieren. Bis es regnet, dauert es eben einige Zeit – egal freilich, ob währenddessen getanzt wird oder nicht. Diese Hypothese haben Experimente anderer Forscher mit einfachen Computerspielen bestätigt: Auf einem Spielbrett mit drei mal drei Feldern sollten Versuchspersonen mittels Tasten eine Maus von einer Ecke auf eine Mausefalle mit Käse in einer anderen Ecke bewegen. Die Falle schnappte zu, wenn die Maus in weniger als fünf Sekunden zum Käse geschoben wurde. Wenn es länger dauerte, wurde sie mit der virtuellen Nahrung belohnt.


Alle 40 Versuchspersonen lernten dies im Lauf von 100 Durchgängen erfolgreich, aber nur zwei durchschauten das Spiel: Sie bemerkten, dass allein die Wartezeit entscheidend war. Die anderen ließen in den fünf Sekunden die Maus allerlei Bewegungsmuster ausführen, etwa bestimmte Routen oder eine vorübergehende Rückkehr zum Startfeld. Sie hielten dies für belohnungsentscheidend – und zwar umso mehr, je stärker sie an außersinnliche Wahrnehmung und magische Phänomene glaubten. Gemessen wurde das mit einem Fragebogen-Test.

Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass sogar ein tieferer Zusammenhang existiert zwischen konditioniertem abergläubischen Verhalten in den Skinner-Experimenten, dem Alltagsaberglauben und gewissen Wahnvorstellungen, wie sie bei Schizophrenen häufig vorkommen

Die Hauptrolle spielt eine Funktionsstörung in den mittleren Schläfenlappen, besonders dem Hippocampus:


  • Chirurgisch herbeigeführte Hippocampus-Schäden im Tierversuch machen die Ausbildung abergläubischer Verhaltensmuster, wie sie Skinner in seinen Experimenten ausgelöst hat, wahrscheinlicher.
  •  
  • Menschen mit Schläfenlappen-Epilepsie neigen verstärkt zu abergläubischen, durch Tatsachen nicht gestützte Assoziationen – und zwar besonders mit religiösen, parapsychologischen oder aberwitzigen kosmologischen Inhalten.
  •  
  • Schizophrene Störungen, die mit Beeinträchtigungen im mittleren Schläfenlappenbereich zusammenhängen könnten, gehen oft damit einher, dass die Patienten zufällige Ereignisse irrational miteinander verknüpfen. Diese Wahrnehmung beherrscht häufig ihre Selbst- und Weltsicht und wird zur kosmischen Bedeutsamkeit erhöht.


Das heißt aber noch nicht, dass religiöser Glaube eine Form höheren Wahnsinns wäre. Allerdings gibt es eine lange Tradition unter Psychiatern und Psychologen, die wahnhaften Züge der Religiosität – die scheinbare Sicherheit überweltlicher Behauptungen und das kompromisslose Sendungsbewusstsein – zu erforschen. 



So versuchte bereits Sigmund Freud in seiner Schrift „Das Unbehagen der Kultur“ 1929/30 aus psychoanalytischer Sicht nachzuweisen, dass die Religion dazu führe, „den Wert des Lebens herabzudrücken und das Bild der realen Welt wahnhaft zu entstellen", was die Einschüchterung der Intelligenz zur Voraussetzung hat. 


Um diesen Preis, durch gewaltsame Fixierung eines psychischen Infantilismus und Einbeziehung in einen Massenwahn, gelingt es der Religion vielen Menschen die individuelle Neurose zu ersparen.“


Vor Kurzem hat der britische Biologe Richard Dawkins in seinem Bestseller „Der Gotteswahn“ den religiösen Glauben wieder mit Wahnvorstellungen in Verbindung gebracht – als Resultat davon, dass mehrere im Normalfall nützliche kognitive Mechanismen gleichsam durchdrehen, vor allem wenn sie in früher Kindheit durch permanente Indoktrination falsch geprägt wurden.


Dawkins definierte Wahn als „dauerhaft falsche Vorstellung, die trotz starker entgegengesetzter Belege aufrechterhalten wird“. Allerdings ist die klinische Wahn-Definition nicht eindeutig. Immerhin gibt es eine Reihe von Merkmalen, die zusammen eine klare Diagnose ergeben: Wahnhaft sind Überzeugungen, die unbeirrt verfochten und propagiert werden, obwohl sie einer kritischen Prüfung nicht standhalten. Sie beherrschen das Denken und Fühlen der Betroffenen stark und prägen ihren Alltag. Diese Menschen leisten keinen Widerstand dagegen, im Unterschied zu solchen, die unter Zwangsstörungen leiden.


Es gibt demzufolge keine scharfe Grenze, sondern einen fließenden Übergang zwischen starken subjektiven Gewissheiten und Wahnvorstellungen, auch religiösem Wahn. „Am einen Ende stehen Auffassungen, bei deren Bewertung die Fähigkeit erhalten bleibt, auch andere Erklärungen in Betracht zu ziehen. Am anderen Ende ist der extreme Wahn mit nicht korrigierbaren Überzeugungen vom göttlichen Einfluss auf nahezu alle Aspekte des täglichen Lebens“, so die Forscher der Universität Bochum. 


Insofern haben fanatisch religiöse Menschen aus psychiatrischer Sicht durchaus Gemeinsamkeiten mit Wahnkranken. Und diese drücken sich umgekehrt häufig auf religiöse Weise aus.


Telepathische Geheimbotschaften

So ergab eine Studie, die kürzlich am Universitätsklinikum Genf erarbeitet wurde, dass 57 Prozent der Schizophrenie-Patienten ihre Krankheit auf ihre religiösen Überzeugungen bezogen. 26 Prozent glaubten an einen negativen Einfluss – beispielsweise: „Meine Krankheit ist eine göttliche Strafe für meine Sünden“. 31 Prozent waren von einem positiven Einfluss überzeugt – etwa: „Das ist ein Test, mit dem Gott mich auf den rechten Weg führen will“. Solche Interpretationen stellen den verzweifelten Versuch dar, mit der Schizophrenie umzugehen.


Diese Erkrankung scheint darauf zu beruhen, dass der Betroffene seine Gedanken nicht als seine eigenen erkennt und daher andere Interpretationen herbeifantasiert. Diese sind abhängig vom biografischen und gesellschaftlichen Umfeld, religiöse Deutungen sind nur eine Möglichkeit. 


Früher, als solche Erklärungsversuche noch nicht möglich waren, dominierten religiöse – göttliche oder dämonische – „Eingebungen“ bei Weitem. Doch außergewöhnliche Erlebnisse und eine verzerrte Wahrnehmung sind keineswegs die Regel, weder bei der Schizophrenie noch bei der Religion. Die Extreme des Wahns machen sich häufig anders bemerkbar besonders als die krankhafte Überzeugung, von anderen Personen verfolgt oder betrogen oder aber geliebt zu werden oder an einer unheilbaren Krankheit zu leiden.


Aus kognitionspsychologischer Sicht können verschiedene Störungen zu Wahnvorstellungen führen – auch religiösen. Die Ursachen sind Unter- oder Überfunktionen normaler psychischer Vorgänge, etwa:


  • Störung der Selbstreflexion.
  •  
  • Starke Beeinträchtigung, sich selbst als Handelnden zu begreifen – und nicht etwa als Marionette "Gottes".
  •  
  • Wahnhafte Zuschreibung von Ursachen und Störungen des logischen Denkens: Fast alles, was geschieht, wird einer fixen Idee untergeordnet.

Überall werden Beweise dafür erblickt, und Widersprüche werden einfach ausgeblendet.

  •  
  • Einseitige Zuschreibung von Absichten


All diese Aspekte gehören zur kognitiven Architektur der Religiosität. Sind die normalen psychischen Prozesse nicht mehr der eigenen Kritik- und Urteilsfähigkeit zugänglich, kommt es zu psychiatrischen Erkrankungen – religiöse Wahnformen eingeschlossen.


Religiosität kann durch einen gestörten Hirnstoffwechsel aber nicht nur überschießen, sondern auch schwinden. Eine verminderte Religiosität wird beispielsweise durch einen Mangel an Dopamin verursacht – ein weiteres Indiz dafür, dass der Botenstoff die Religiosität beeinflusst. Das ist also gleichsam die „Gegenprobe“ zu den vorigen wissenschaftlichen Ergebnissen. So sterben bei Parkinson-Patienten die Dopamin produzierenden Nervenzellen in zwei Strukturen im Mittelhirn ab: in der Substantia nigra und im ventralen Tegmentum. 


Die Folge ist neben dem charakteristischen Zittern und der zunehmenden Bewegungsunfähigkeit auch die Dopamin-Unterversorgung des Stirnhirns. Das beeinträchtigt die Planungsfähigkeit und soziale Kognition. Die Patienten sind jedoch nicht dement oder psychotisch und können ihre Gedanken weiter reflektieren. Allerdings: Ihre Religiosität ist stark vermindert – was untypisch für schwere Krankheitsverläufe ist. 

Das haben zwei Neurologen an der Boston University, nachgewiesen. Nach Selbsteinschätzungen von Parkinson-Erkrankten hat ihre Gläubigkeit nachgelassen. Und sie können sich schlechter an religiöse Erlebnisse erinnern – aber auch an andere emotionale Erfahrungen, etwa Liebesglück. Zudem haben sie Probleme, sich religiöse Rituale vorzustellen.


ÜBERIRDISCHE PROJEKTIONEN 

Die Gehirne „normaler“ Gläubiger „ticken“ nicht anders als die nichtreligiöser Menschen. Und religiöse Überzeugungen haben auch keine Sonderstellung im Gehirn. Das ist das Ergebnis neuester publizierter Studien. Beide Forschergruppen haben mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI) untersucht, welche Hirnregionen aktiv sind, wenn religiöse Aussagen im Vergleich zu nichtreligiösen beurteilt werden. Die fMRI-Hirnscans messen millimeter- und sekundengenau die mit dem Blutfluss verbundene Sauerstoff-Zufuhr im Gehirn: Kurzzeitig stärker versorgte Hirnareale sind im Allgemeinen aktiver.


Die erste Studie stammt von Jordan Grafman und Dimitrios Kapogiannis vom National Institute of Neurological Disorders and Stroke in Bethesda, Maryland, und ihren Kollegen. Die Neurowissenschaftler registrierten die Hirnvorgänge von gläubigen Menschen bei der Akzeptanz und Nichtakzeptanz dreier Arten von Aussagen: religiöse Verbundenheit, Gefühle und Fakten.


  • Bei der eigenen religiösen Verbundenheit mussten Sätze bewertet werden wie: „Gott ist außerhalb der Welt“, „Das Leben hat keinen höheren Sinn“, „Gott wird meine Handlungen leiten“, „Gott bestraft meine Sünden“. Dabei wurden Hirnreale aktiver, die unter gewöhnlichen Umständen die Interpretation der emotionalen Mimik des Gegenübers verarbeiten, sowie das Erkennen und Verständnis von Handlungen und Absichten anderer und deren Auswirkungen auf einen selbst. Besonders aktiv waren zum Beispiel Regionen im Stirnhirn.
  •  
  • Bei den religiösen Emotionen ging es um Sätze wie: „Gott vergibt“, „Gott beschützt alle Menschen“ oder „Das Leben nach dem Tod ist eine ewige Strafe“. Dabei waren Areale im linken mittleren Schläfenlappen und im rechten Stirnlappen aktiv, die normalerweise bei der Regulierung eigener Gefühle und bei der Einschätzung der Emotionen anderer mitwirken.
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  • Bei den religiösen Fakten wurden Aussagen beurteilt wie „Gott ist allgegenwärtig“ oder „Religion gibt moralische Anleitungen“. Dabei sprangen Teile des linken Schläfenlappens an, die für die Decodierung metaphorischer und abstrakter Sprache zuständig sind. Waren die Versuchspersonen mit bestimmten religiösen Aussagen nicht einverstanden, wurden in ihrem Großhirn auch die vorderen Inselregionen sowie der mittlere Gyrus cinguli aktiv, die negative Gefühle wie Aversion, Schuld und Verlustangst verarbeiten und bei der Integration von Fühlen und Denken mitwirken.


Fazit: Im religiösen Kontext geschieht nichts Ungewöhnliches im Gehirn, sondern es sind dieselben bekannten neuronalen Verarbeitungswege aktiv wie im normalen zwischenmenschlichen Bereich, bei der emotionalen Verarbeitung und dem abstraktem Denken und Vorstellungsvermögen. 


Religiosität ist ein integrierter kognitiver Prozess und verwendet Gehirn-Netzwerke, die auch bei der sozialen Kognition genutzt werden. Sie sind entstanden aufgrund ihrer Bedeutung für das Gemeinschaftsleben, die Sprache und das logische Denken“, so die Forscher. Unabhängig davon, ob Gott existiert oder nicht, gibt es religiöse Überzeugungen, die sich experimentell erforschen lassen.


Die andere fMRI-Studie stammt von Sam Harris und Jonas T. Kaplan von der University of California in Los Angeles und ihren Mitarbeitern. Sie hatten nicht nur überzeugte Christen in den Hirnscanner gelegt, sondern auch Atheisten. Beide Gruppen sollten dieselben religiösen und nichtreligiösen Aussagen mit „wahr“ oder „falsch“ beurteilen. Es zeigte sich, dass bei beiden Gruppen dieselben Hirnregionen aktiv waren, wenn die Probanden etwas für wahr hielten, unabhängig vom Inhalt. Hier war also die persönliche Überzeugung entscheidend. 


Es gab somit eine Übereinstimmung zwischen den neuronalen Aktivitäten von Gläubigen, die Aussagen wie „Die Bibel ist wörtlich wahr“ akzeptieren, und von Skeptikern, die „Gott ist ein Mythos“ als richtig anerkennen. Auch die Ablehnung von Aussagen wie „Es gibt einen Weihnachtsmann“ wird im Hirn von religiösen wie nichtreligiösen Menschen gleich verarbeitet. Aktiv bei Zustimmungen waren besonders Teile des mittleren vorderen Stirnhirns, das wichtig für die Selbstrepräsentation, für emotionale Assoziationen, gute Gefühle und zielgerichtetes Verhalten ist.

 

Doch bei religiösen Aussagen waren außerdem Hirnregionen aktiv (Limbisches System = Sitz des Triebes und der Emotionen), die mit Emotionen zu tun haben – und zwar egal, ob die Aussagen geglaubt oder zurückgewiesen wurden.


Diese Areale sind die vordere Insel in der Großhirnrinde, in der Ekel und Schmerz verarbeitet werden, und der Nucleus accumbens, ein Teil der Basalganglien unter der Großhirnrinde, der zum internen „Belohnungssystem“ gehört und beim Planen eine Rolle spielt. Auch der vordere Gyrus cinguli war aktiver – was typisch für innere Konflikte ist. Religiöse Aussagen wie „Engel existieren“ führen also, egal ob man sie glaubt oder nicht, zu emotionalen Reaktionen. 


Sie werden, auch von Gläubigen, anscheinend als Werturteile verarbeitet und nicht als Tatsachen. Nichtreligiöse Aussagen wie „Adler existieren“ ließen hingegen alle Personen „kalt“. Sie wurden rationaler und auch schneller beurteilt – vor allem, wenn der Befragte sie für wahr hielt. Sie aktivierten hauptsächlich Hirnsysteme, die mit dem Abruf von Gedächtnisinhalten zu tun haben: Hippocampus, parahippocampaler Gyrus und verschiedene Bereiche des Schläfenlappens.


Evolutionsvorteil Religion?

Dass sich die Hirnprozesse von religiösen und nichtreligiösen Menschen qualitativ nicht stark voneinander unterscheiden, spricht gegen einen Selektionsvorteil in der Evolution. Religiosität wäre demnach eher ein Nebenprodukt von Hirnleistungen, die als evolutionäre Anpassung entstanden sind, vor allem im sozialen Mit- und Gegeneinander


Handelt es sich bei religiösen Überzeugungen also gar nicht um Aussagen über die Welt, sondern nur über die eigene Befindlichkeit? Oder haben Gläubige und Skeptiker bloß verschiedene Perspektiven? Hier schließt sich der Kreis zum Aberglauben

Wie der französische Schriftsteller Max O’Rell schrieb: „Ob eine schwarze Katze Unglück bringt oder nicht, hängt davon ab, ob man ein Mensch ist oder eine Maus“ ■




 
"Ich kann mit den religiösen Mythen grundsätzlich nichts anfangen, schon weil sich die Mythen der verschiedenen Religionen widersprechen. Es ist doch reiner Zufall, daß ich hier in Europa und nicht in Asien geboren bin, und davon kann doch nicht abhängen, was wahr ist, also auch nicht, was ich glauben soll. Ich kann doch nur glauben, was wahr ist." S. 280.
Zitiert nach Werner Heisenberg: "Positivismus, Metaphysik und Religion" 1952, in: Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik. München: Piper, 1969. S. 279–295.

Paul Adrien Maurice Dirac
8.8. 1902 Bristol – 20.10. 1984 Tallahassee (Florida); britischer Physiker
1933 Nobelpreis für Physik zusammen mit Erwin Schrödinger

"Wenn man ehrlich ist – und das muß man als Naturwissenschaftler doch vor allem sein – muß man zugeben, daß in der Religion lauter falsche Behauptungen ausgesprochen werden, für die es in der Wirklichkeit keinerlei Rechtfertigung gibt. Schon der Begriff »Gott« ist doch ein Produkt der menschlichen Phantasie. Man kann verstehen, daß primitive Völker, die der Übermacht der Naturkräfte mehr ausgesetzt waren als wir jetzt, aus Angst diese Kräfte personifiziert haben und so auf den Begriff der Gottheit gekommen sind. Aber in unserer Welt, in der wir die Naturzusammenhänge durchschauen, haben wir solche Vorstellungen doch nicht mehr nötig. Ich kann nicht erkennen, daß die Annahme der Existenz eines allmächtigen Gottes uns irgendwie weiterhilft. Wohl aber kann ich einsehen, daß diese Annahme zu unsinnigen Fragestellungen führt, zum Beispiel zu der Frage, warum Gott Unglück und Ungerechtigkeit in unserer Welt, die Unterdrückung der Armen durch die Reichen und all das andere Schreckliche zugelassen hat, das er doch verhindern könnte. Wenn in unserer Zeit noch Religion gelehrt wird, so hat das doch offenbar nicht den Grund, daß diese Vorstellungen uns noch überzeugten, sondern es steckt der Wunsch dahinter, das Volk, die einfachen Menschen zu beschwichtigen. Ruhige Menschen sind einfacher zu regieren als unruhige und unzufriedene. Sie sind auch leichter auszunützen oder auszubeuten. Die Religion ist eine Art Opium, das man dem Volk gewährt, um es in glückliche Wunschträume zu wiegen und damit über die Ungerechtigkeit zu trösten, die ihm widerfährt. Daher kommt auch das Bündnis der beiden großen politischen Mächte Staat und Kirche so leicht zustande. Beide brauchen die Illusion, daß ein gütiger Gott, wenn nicht auf Erden, so doch im Himmel die belohnt, die sich nicht gegen die Ungerechtigkeit aufgelehnt, die ruhig und geduldig ihre Pflicht getan haben. Ehrlich zu sagen, daß dieser Gott nur ein Produkt der menschlichen Phantasie ist, muß natürlich als schlimmste Todsünde gelten." S. 120-121
"Ich kann mit den religiösen Mythen grundsätzlich nichts anfangen, schon weil sich die Mythen der verschiedenen Religionen widersprechen. Es ist doch reiner Zufall, daß ich hier in Europa und nicht in Asien geboren bin, und davon kann doch nicht abhängen, was wahr ist, also auch nicht, was ich glauben soll. Ich kann doch nur glauben, was wahr ist." S. 121
Beides zitiert nach Werner Heisenberg: "Erste Gespräche über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion" 1927, in: Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik. München: Piper, 1969. S. 116–130.