Globale Nachrichtenagenturen & westliche Medien


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Liste deutscher Dissertationen mit Plagiaten

https://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Home











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"... the world population can exceed easily 8 billion by the year 2020. This was a major subject of discussion at the conference in Rio de Janeiro on the environment two years ago. It was pointed out at the conference that growth is most efficiently managed by the private sector, but regulation of the process by national governments and international bodies is also needed. And once again, United Nations can certainly be among the catalysts and coordinators of this process.”

 - David Rockefeller, Annual UN Ambassadors' Dinner Sep. 14, 1994












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Autoren & Initiatoren: 


Mme Prof. M. Augère (FR.)

Univ. - Prof. mult. Mag. Dr. W. Weiss 

S. Hab Master of Science (M. Sc.) 

Prof. Dr. Rainer Mausfeld  ( Kognitionswissenschaft, Universität Kiel )

Prof. Dr. Dr. Jean-Luc Fournet

Prof. Dr. Ulrich Kutschera ( Uni Kassel, 2007 Palo Alto / Kalifornien, USA ) 


Dr. rer. agr. J. P. Biehler

Dr. sc. phil. W. Berger

Dr. rer. nat. R. Ebert

Dr. rer. R. Mangold









Es ist einer der wichtigsten Aspekte unseres Mediensystems  – und dennoch in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt: Der größte Teil der internationalen Nachrichten in all unseren Medien, stammt von nur drei globalen Nachrichtenagenturen aus New York, London und Paris.


Die Schlüsselrolle dieser Agenturen hat zur Folge, dass unsere Medien zumeist über dieselben Themen berichten und dabei sogar oftmals dieselben Formulierungen verwenden. Zudem nutzen Regierungen, Militärs und Geheimdienste die globalen Agenturen als Multiplikator für die weltweite Verbreitung ihrer Botschaften. Die transatlantische Vernetzung der etablierten Medien gewährleistet dabei, dass die gewünschte Sichtweise kaum hinterfragt wird.


Eine Untersuchung der Syrien-Berichterstattung von je drei führenden Tageszeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz illustriert diese Effekte deutlich: 78% aller Artikel basieren ganz oder teilweise auf Agenturmeldungen, jedoch 0% auf investigativer Recherche. Zudem sind 82% aller Kommentare und Interviews USA/NATO-freundlich, während Propaganda ausschließlich auf der Gegenseite verortet wird.


Einleitung: »Etwas Eigenartiges«

»Woher weiß die Zeitung, was sie weiß?« Die Antwort auf diese Frage dürfte manchen Zeitungsleser überraschen: »In der Hauptsache bezieht sie ihr Wissen von Nachrichtenagenturen. Die nahezu anonym arbeitenden Nachrichtenagenturen sind gewissermaßen der Schlüssel zu den Ge­scheh­nissen in der Welt. Wer also sind die Nachrichtenagenturen, wie arbeiten sie und wer finanziert diese Unternehmen? All dies sollte man wissen, um sich ein Bild machen zu können, ob man auch wirklich über die Ereignisse in Ost und West zutreffend unterrichtet wird.« (Höhne 1977, S. 11)


Ein Schweizer Medienforscher gibt deshalb zu bedenken: »Die Nachrichtenagenturen sind die «AktualiTäter», sind die wichtigsten Stofflieferanten der Massenmedien. Kein tages­aktuelles Medium kommt ohne sie aus. () So beeinflussen die Nachrichtenagenturen unser Bild von der Welt; wir erfahren vor allem das, was sie ausgewählt haben.« (Blum 1995, S. 9)


Angesichts ihrer essentiellen Bedeutung erstaunt es umso mehr, dass diese Agenturen in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind: »Einem Großteil der Gesellschaft ist nicht klar, dass es Nachrichtenagenturen überhaupt gibt … Dabei nehmen sie tatsächlich eine enorm wichtige Rolle auf dem Medienmarkt ein. Doch trotz dieser großen Bedeutung wurde ihnen in der Vergangenheit nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt.« (Schulten-Jaspers 2013, S. 13)


Selbst der Vorsitzende einer Nachrichtenagentur wunderte sich: »Es ist etwas Eigenartiges um die Nachrichtenagenturen. Sie sind in der großen Öffentlichkeit wenig bekannt. Im Gegensatz beispielsweise zu einer Zeitung vollzieht sich ihre Tätigkeit nicht so stark im Scheinwerfer­licht, obwohl sie doch immer an der Quelle der Nachricht zu finden sind.« (Segbers 2007, S. 9)

»Das unsichtbare Nervenzentrum des Mediensystems«

Wer also sind diese Agenturen, die »immer an der Quelle der Nachricht« zu finden sind? Globale Agenturen gibt es inzwischen nur noch drei:


  1. Die amerikanische Associated Press (AP) mit weltweit über 4000 Mitarbeitern. Die AP gehört US-Medienunternehmen und hat ihre Hauptredaktion in New York. AP-Nachrichten werden von rund 12 000 Medien genutzt und erreichen dadurch täglich mehr als die Hälfte der Welt­bevölkerung.
  2. Die quasi-staatliche französische Agence France-Presse (AFP) mit Sitz in Paris und ebenfalls rund 4000 Mitarbeitern. Die AFP versendet pro Tag über 3000 Meldungen und 2500 Fotos an Medien in aller Welt.
  3. Die britische Reuters in London, die privatwirtschaftlich organisiert ist und etwas über 3000 Mitarbeiter beschäftigt. Reuters wurde 2008 vom kanadischen Medienunternehmer Thomson – einer der 25 reichsten Menschen der Welt – gekauft und zu Thomson-Reuters mit Sitz in New York fusioniert.


Daneben gibt es noch diverse kleinere, nationale Nachrichtenagenturen. In den deutsch­sprachigen Ländern sind dies insbesondere:


  • Die Deutsche Presse-Agentur (DPA), die als semi-globale Agentur über rund 1000 journalistische Mitarbeiter in circa hundert Ländern verfügt. Die DPA ist im Besitz von deutschen Medienverlagen und Rundfunkanstalten und hat ihre Hauptredaktion seit 2010 im Axel-Springer-Haus in Berlin.


  • Die Austria Presse Agentur (APA) mit rund 165 Redakteuren. Die APA ist im Besitz von österreichischen Tageszeitungen und des ORF.


  • Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) mit rund 150 Mitarbeitern, die im Besitz von Schweizer Medien­verlagen ist, darunter die Tamedia und NZZ-Gruppe sowie die SRG.


Die SDA und APA verfügen über kein eigenes Korrespondentennetz im Ausland. Stattdessen kooperieren sie mit der DPA und den globalen Agenturen, um Zugang zu den internationalen Nachrichten zu erhalten und damit ihre nationalen Medien über das Weltgeschehen zu informieren. Die DPA kooperiert ihrerseits eng mit der amerikanischen AP und besitzt die Lizenz zur Vermarktung der AP-Dienste im deutsch­sprachigen Raum.



Die Logos der drei Weltagenturen Reuters, AFP und AP, sowie der drei nationalen Agenturen in Österreich (APA), Deutschland (DPA) und der Schweiz (SDA). 


Wolfang Vyslozil, der ehemalige Geschäftsführer der APA, beschrieb die Schlüsselrolle der Nachrichtenagenturen 2005 mit diesen Worten: »Nachrichtenagenturen stehen selten im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Dennoch sind sie eine der einflussreichsten und gleichzeitig eine der am wenigsten bekannten Mediengattungen. Sie sind Schlüssel­institutionen mit substanzieller Bedeutung für jedes Mediensystem. Sie sind das unsichtbare Nervenzentrum, das alle Teile dieses Systems verbindet.« (Segbers 2007, S.10)

Kleines Kürzel, große Wirkung

Es gibt jedoch einen einfachen Grund, warum die globalen Agenturen trotz ihrer Bedeutung dem brei­ten Publikum so gut wie unbekannt sind, denn: »Radio und Fernsehen nennen ihre Quellen in der Regel nicht, und die Quellenangaben in Zeitschriften entziffern nur Spezialisten.« (Blum 1995, S. 9)

Das Motiv für diese Zurückhaltung dürfte indes klar sein: Unsere Medien sind nicht besonders stolz darauf, dass sie viele ihrer Beiträge in Wirklichkeit gar nicht selbst recherchiert haben, sondern aus den immer gleichen Quellen beziehen.

Die folgende Abbildung zeigt einige Beispiele zur Quellen­kenn­zeich­nung in bekannten deutsch­sprachigen Zeitungen. Neben den Agentur­kürzeln finden sich die Kürzel von Redakteuren, die den jeweiligen Agenturbericht bearbeitet haben.


Kürzel der Nachrichtenagenturen in den Quellenangaben von Zeitungsartikeln 


Hin und wieder verwenden die Zeitungen aber auch Agenturmaterial, ohne dies klar zu kennzeichnen. Das Forschungsinstitut für Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich kam in einer Studie von 2011 unter anderem zu folgendem Ergebnis:

»Agenturbeiträge werden integral verwertet, ohne sie zu kennzeichnen, oder sie werden partiell umgeschrieben, um sie als redaktionelle Eigenleistung erscheinen zu lassen. Zudem herrscht eine Praxis vor, Agentur­meldungen mit wenig Aufwand «aufzupeppen»; hierzu werden etwa Visualisierungstechniken eingesetzt: Ungezeichnete Agentur­meldungen werden mit Bildern und Grafiken angereichert und als umfangreiche Berichte dargeboten.« (FOEG 2011)


Dabei spielen die Agenturen nicht nur in der Presse eine heraus­ragende Rolle, sondern ebenso im privaten und öffentlichen Rundfunk. Dies bestätigt Volker Bräutigam, der zehn Jahre für die Tagesschau der ARD gearbeitet hat und die Dominanz der Agenturen kritisch sieht:



»Ein grundsätzliches Problem liegt darin, dass (die Nach­rich­ten­redaktion) ARD-aktuell ihre Informationen hauptsächlich aus drei Quellen bezieht: den Nachrichtenagenturen DPA/AP, Reuters und AFP: Eine deutsche, eine US-amerikanische, eine britische und eine französische. () Der ein Nachrichten­thema bearbeitende Redakteur kann gerade noch einige wenige für wesentlich erachtete Text­passagen auf dem Schirm auswählen, sie neu zusammen­­stellen und mit ein paar Schnörkeln zusammen­kleben.«


Auch das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) richtet sich weitgehend nach den Meldungen der Agenturen. Auf die Frage von Zuschauern, weshalb über einen Friedens­marsch in der Ukraine nicht berichtet werde, gab die Redaktion zur Antwort:

“Bis heute haben wir von den unabhängigen Agenturen Reuters, AP und AFP, von denen wir Bildmaterial erhalten, keine einzige Meldung und auch kein Videomaterial von diesem Marsch erhalten. () Falls wir jedoch Bilder vom Eintreffen des Marsches in Kiew erhalten sollten, werden wir darüber berichten.”


Tatsächlich stammen nicht nur die Texte, sondern auch die Bilder, Ton- und Videoaufnahmen, denen man in unseren Medien Tag für Tag begegnet, zumeist von denselben Agenturen. Was für das uneingeweihte Publikum wie ein Beitrag der lokalen Zeitung, des bevorzugten Radiosenders oder der vertrauten Tagesschau aussieht, sind in Wirklichkeit (übersetzte) Meldungen aus New York, London, Paris und Berlin.


Manche Medien gingen sogar noch einen Schritt weiter und haben ihre Auslands­redaktion mangels Ressourcen inzwischen komplett an eine Agentur ausgelagert. Auch auf vielen Online-News­portalen werden vorwiegend Agenturberichte publiziert (vgl. Paterson 2007; Johnston 2011; MacGregor 2013).


Im Endeffekt entsteht durch diese Abhängigkeit von den globalen Agenturen eine frappierende Gleichartigkeit in der internationalen Berichterstattung: Von Wien bis Washington berichten unsere Medien oftmals über dieselben Themen und verwenden dabei sogar vielfach dieselben Formulierungen – ein Phänomen, das man sonst eher mit »gelenkten Medien« in autoritären Staaten in Verbindung bringen würde.


Die folgende Abbildung zeigt einige Beispiele aus deutsch­sprachigen und internationalen Publikationen. Wie man sieht, schleicht sich trotz der angestrebten Objektivität der Agenturen mitunter eine leichte (geo-)politische Färbung ein.



»Putin droht«, »Iran provoziert«, »NATO besorgt«, »Assad-Hochburg«: Inhaltliche und sprachliche Ähnlichkeit der geopolitischen Bericht­erstattung aufgrund von Meldungen der globalen Agenturen. 


Die Rolle der Korrespondenten

Ein Großteil unserer Medien besitzt keine eigenen Auslands­korrespondenten und hat folglich keine andere Wahl, als sich für die Auslandsnachrichten vollständig auf die globalen Agenturen zu verlassen. Doch wie sieht es bei den großen Tageszeitungen und TV-Stationen aus, die über eigene internationale Korrespondenten verfügen? Im deutschsprachigen Raum sind dies beispielsweise eine NZZ, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Welt und die öffentlichen Rundfunkanstalten.


Zunächst sind die Größen­verhältnisse im Auge zu behalten: Während die globalen Agenturen weltweit über mehrere Tausend Mitarbeiter verfügen, unterhält selbst eine für ihre internationale Berichterstattung bekannte NZZ nur gerade 35 Auslands-Korrespondenten (inklusive den Wirtschafts-Korrespondenten). In riesigen Ländern wie China oder Indien ist lediglich ein Korrespondent stationiert, ganz Südamerika wird von nur zwei Journalisten abgedeckt, während im noch größeren Afrika gar niemand fest vor Ort ist.


Auch in Kriegsgebiete wagen sich die Korrespondenten nur selten vor. Über den Syrienkrieg berichten die Journalisten der deutsch­sprachigen Medien beispielsweise aus Städten wie Istanbul, Beirut, Kairo oder gar aus Zypern. Zudem fehlt vielen Journalisten die Sprachkenntnis, um Menschen und Medien vor Ort zu verstehen.


Wie erfahren die Korrespondenten unter solchen Umständen, was die “Nachrichten” in ihrer Weltregion sind? Die Antwort lautet zur Hauptsache einmal mehr: von den globalen Agenturen. Der niederländische Nahost-Korrespondent Joris Luyendijk hat die Arbeitsweise von Korrespondenten und ihre Abhängigkeit von den Weltagenturen in seinem Buch “Von Bildern und Lügen in Zeiten des Krieges: Aus dem Leben eines Kriegsberichterstatters” eindrücklich beschrieben:


»Ich hatte mir einen Korrespondenten immer als eine Art Echtzeit-Historiker vorgestellt. Wenn irgendwo etwas Wichtiges geschah, zog er los, ging der Sache auf den Grund und berichtete darüber. Aber ich zog nicht los, um irgendeiner Sache auf den Grund zu gehen. Das hatten andere längst erledigt. Ich zog nur los, um mich als Moderator an einen Original­schauplatz hinzustellen und die Informationen aufzusagen. ()


Die Redaktion in Holland meldete telefonisch, dass irgendwo etwas los war. Per Fax oder Mail kamen dann Agenturberichte, die ich im Radio mit meinen eigenen Worten nacherzählte und für die Zeitung zu einem Artikel zusammenschrieb. Es war den Redaktionen stets wichtiger, dass ich vor Ort erreichbar war, als dass ich im Bilde war. Die Presseagenturen lieferten genug Informationen, um sich durch jede Krise durchzuboxen. ()


Und so kommt es, dass man beim Blättern in Zeitungen und beim Zappen durch die Fernsehnachrichten häufig immer wieder den gleichen Bildern und Geschichten begegnet. Unsere Männer und Frauen in London, Paris, Berlin und Washington – alle fanden, dass oft die falschen Themen die Nachrichten beherrschten und dass wir uns allzu sehr und allzu sklavisch nach den Vorgaben der Presseagenturen richteten. ()


Die Vorstellung vom Korrespondenten ist, dass er »die Story« hat, aber in Wirklichkeit sind die Nachrichten wie ein Fließband in der Brotfabrik. Am hinteren Ende stehen die Korrespondenten, und wir tun hin und wieder so, als hätten wir die Brötchen selber gebacken, dabei haben wir sie nur eingetütet. ()


Später wollte ein Freund einmal wissen, wie ich während der ganzen Interviews mit dem Sender immer ohne zu zögern die richtige Antwort auf alle Fragen wusste. Als ich ihm schrieb, dass die Fragen genau wie in den Fernsehnachrichten vorher abgesprochen werden, bekam ich eine E-Mail voller Verwünschungen zurück, denn meinem Freund dämmerte, was ich bereits früher erkennen musste: Jahrzehntelang war er in den Nachrichten auf Schauspieler herein­ge­fallen.« (Luyendjik 2015, K. I.1, I.4, II.5)


Mit anderen Worten: Der typische Korrespondent kann im Allgemeinen keine eigenständige Recherche betreiben, sondern bearbeitet und verstärkt vor allem diejenigen Themen, die von den Nachrichten­agenturen ohnehin vorgegeben werden 


– der berüchtigte »Mainstream-Effekt«.


Hinzu kommt, dass sich die Medien im deutschsprachigen Raum ihre wenigen Auslands-Korrespondenten aus Kostengründen sogar noch teilen müssen: So greifen die deutsche Welt und die österreichische Presse bisweilen auf dieselben Korrespondenten zurück, während die Süddeutsche Zeitung und der Zürcher Tagesanzeiger ihre Korrespondentennetze bereits weitgehend zusammen­gelegt haben. Innerhalb der einzelnen Medienkonzerne werden die Auslandsberichte dann oft noch von mehreren Publikationen verwertet – all dies trägt nicht gerade zur medialen Vielfalt bei.

»Was die Agentur nicht meldet, findet nicht statt«

Die zentrale Rolle der Nachrichtenagenturen erklärt ferner, warum bei geopolitischen Konflikten die meisten Medien dieselben Quellen verwenden. Im Syrienkrieg hat es insbesondere die “Syrische Beobachtungs­stelle für Menschenrechte”, eine zweifelhafte Ein-Mann-Organisation in London, zu einiger Bekanntheit gebracht. Es ist nun nicht etwa so, dass sich die Medien einzeln und direkt bei dieser “Beobachtungs­stelle” erkundigen, denn tatsächlich ist ihr Betreiber selbst für Journalisten oft schwer zu erreichen.


Vielmehr liefert die “Beobachtungsstelle” ihre Meldungen an die globalen Agenturen, die diese sodann an tausende Medien weiterleiten, welche damit hunderte Millionen von Lesern und Zuschauern weltweit “informieren”. Warum die Agenturen ihre Informationen ausgerechnet bei dieser seltsamen “Beobachtungs­stelle” beziehen – und wer diese wirklich gegründet und finanziert hat – das ist eine andere Frage, die jedoch selten gestellt wird.


Der ehemalige leitende DPA-Redakteur Manfred Steffens gibt in seinem Buch “Das Geschäft mit der Nachricht” deshalb zu bedenken:


»Eine Nachricht wird () nicht dadurch richtiger, dass man für sie eine Quelle angeben kann. Es ist deshalb durchaus fragwürdig, einer Nachricht deshalb mehr Vertrauen zu schenken, weil eine Quelle zitiert wird. () Hinter dem Schutzschild, den so eine “Quelle” für eine Nachricht bedeutet, ist mancher dann durchaus geneigt, auch recht abenteuerliche Dinge in alle Welt zu verbreiten, selbst wenn er selber berechtigte Zweifel an ihrer Richtigkeit hegt; die Verantwortung, zu­min­dest moralisch, kann jederzeit der zitierten Quelle angelastet werden.« (Steffens 1969, S. 106)


Die Abhängigkeit von den globalen Agenturen ist zudem ein wesentlicher Grund, warum die mediale Bericht­erstattung zu geopolitischen Konflikten oftmals oberflächlich und sprunghaft wirkt, während historische Zusammenhänge und Hintergründe bruchstückhaft bleiben oder gänzlich fehlen. Denn: “Nachrichten-Agenturen empfangen ihre Impulse fast ausschließlich aus dem Tagesgeschehen und sind ihrer Natur nach deshalb ahistorisch. Würdigenden Rückblicken wird dementsprechend nur ungern mehr Raum gegeben als unerlässlich.” (Steffens 1969:32) Je mehr sich unsere Medien auf die Agenturen verlassen, desto episodenhafter gerät mithin ihre eigene Bericht­erstattung (vgl. FÖG 2011).


Schließlich erklärt die Dominanz der globalen Agenturen, warum gewisse geopolitische Themen und Ereignisse – die oft nicht so gut ins atlantische Narrativ passen oder zu “unwichtig” sind – in unseren Medien überhaupt nicht erwähnt werden: Wenn die Agenturen nicht darüber berichten, dann erfahren auch die meisten westlichen Medien nichts davon.


Als beispielsweise die syrische Armee Mitte November 2015 die Luftwaffenbasis Kuweires nach über zweijähriger Belagerung durch die IS-Miliz zurückeroberte – einer ihrer ersten strategischen Erfolge seit Eingreifen der russischen Luftwaffe – erschien darüber in unseren Medien keinerlei Mitteilung. Auch der bereits erwähnte Friedensmarsch in der Ukraine schaffte es nicht in das Schweizer Fernsehen, weil “von den Agenturen keine einzige Meldung” vorlag. Wie anlässlich des 50. Jubiläums der DPA einmal pointiert angemerkt wurde: »Was die Agentur nicht meldet, findet nicht statt.« (Wilke 2000, S. 1)


Mitunter werden westliche Darstellungen von Ereignissen auch in Form von prominenten Schlagzeilen gemeldet, Gegen­darstellungen und Dementis jedoch nicht erwähnt, unauffällig am Ende einer Meldung platziert oder erst nachträglich und diskret ergänzt. Dadurch entsteht in den meisten geopolitischen Konflikten bereits auf Ebene der globalen Agenturen eine tendenziell einseitige Perspektive, die sich zwangsläufig auf unsere Medien überträgt.

»Fragwürdige Nachrichten einschleusen«

Während einige Themen in unseren Medien gar nicht auftauchen, erscheinen andere Themen sehr wohl – obwohl sie es eigentlich nicht sollten: »So berichten denn die Massenmedien vielfach gar nicht über die Wirklichkeit, sondern über eine konstruierte oder inszenierte Wirklichkeit. () Verschiedene Studien kamen zum Schluss, dass die Massenmedien überwiegend durch die PR-Aktivitäten der Akteure determiniert seien und dass bei den Medien­schaffenden die passive, rezeptive Haltung überwiege und nicht die aktiv-recherchierende.« (Blum 1995, S. 16)


Tatsächlich ist es aufgrund der eher geringen journalistischen Eigenleistung unserer Medien und ihrer hohen Abhängigkeit von einigen wenigen Nachrichtenagenturen für interessierte Kreise ein Leichtes, Propaganda und Desinformation in einem vermeintlich seriösen Format an ein weltweites Publikum zu verbreiten. Auch DPA-Redakteur Steffens warnte vor dieser Gefahr:


»Der kritische Sinn () wird um so mehr eingeschläfert, je angesehener die Nachrichten-Agentur oder die Zeitung ist, die eine Nachricht bringt. Derjenige, der eine fragwürdige Nachricht in die Weltpresse einschleusen will, braucht also nur zu versuchen, seine Nachricht bei einer halbwegs seriösen Agentur unterzubringen, um sicher zu sein, dass sie dann wenig später auch bei den anderen auftaucht. Manchmal geschieht es so, dass eine Falschmeldung von Agentur zu Agentur weiter­gereicht und dabei immer glaubwürdiger wird.« (Steffens 1969, S. 234)


Zu den aktivsten Akteuren im “Einschleusen” von fragwürdigen geopolitischen Nachrichten gehören dabei die Militärs und Verteidigungsministerien: Im Jahre 2009 machte der damalige Chef der amerikanischen Nachrichtenagentur AP, Tom Curley, publik, dass beispielsweise das Pentagon über mehr als 27’000 PR-Spezialisten verfügt, die mit einem Budget von fast fünf Milliarden Dollar pro Jahr Medien- und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Zudem hätten hohe US-Generäle gedroht, dass man die AP und ihn persönlich »ruinieren« werde, falls die Reporter allzu kritisch über das US-Militär berichten sollten. (Siehe auch: Becker 2015)


Trotz – oder wegen? – solcher Drohungen publizieren unsere Medien regelmäßig Schlagzeilen wie die folgende:





In diesem Artikel vom Oktober 2015 zum Syrienkrieg geht es nicht etwa darum, dass tatsächlich vier russische Marschflugkörper im Iran eingeschlagen sind, obschon der Titel dies nahelegt. Vielmehr handelt es sich um eine Meldung europäischer Nachrichtenagenturen, wonach zwei namentlich nicht genannte “Gewährsleute” aus “US-Verteidigungskreisen” dies gegenüber der amerikanischen Agentur AP behauptet haben. Belege gibt es keine – die Geschichte könnte deshalb genauso gut erfunden und Teil einer Propaganda-Operation gewesen sein. Dennoch werden Berichte wie dieser von nahezu allen etablierten Medien veröffentlicht – eigene Recherchen oder kritische Rückfragen scheinen tabu zu sein (Beispiele zu obiger Meldung: NZZ, FAZ, Welt, Spiegel, Focus, Tagesanzeiger, Kurier, Die Presse).

Ulrich Tilgner, der langjährige Nahost-Korrespondent des ZDF und Schweizer Fernsehens, warnte bereits 2003 im Rückblick auf den Irakkrieg vor medialen Täuschungsmanövern durch die Militärs:


„Mit Hilfe der Medien bestimmen die Militärs die öffentliche Wahrnehmung und nutzen sie für ihre Planungen. Sie schaffen es, Erwartungen zu wecken und Szenarien und Täuschungen zu verbreiten. In dieser neuen Art von Krieg erfüllen die PR-Strategen der US-Administration eine ähnliche Funktion wie sonst die Bomberpiloten. Die Spezial-Abteilungen für Öffentlichkeits­­arbeit im Pentagon und in den Geheim­diensten sind zu Kombattanten im Informationskrieg geworden. () Dabei nutzen die amerikanischen Militärs die mangelnde Transparenz der Bericht­erstattung in den Medien gezielt für ihre Täuschungsmanöver. Die von ihnen gestreuten Informationen, die von Zeitungen und Rundfunk aufgenommen und verbreitet werden, können Leser, Zuhörer oder Zuschauer unmöglich bis zur Quelle zurück­verfolgen. Somit gelingt es ihnen nicht, die ursprüngliche Absicht der Militärs zu erkennen.“ (Tilgner 2003, S. 132)


Was dem US-Militär bekannt ist, das dürfte auch dem US-Geheimdienst nicht fremd sein. In einer bemerkenswerten Reportage des britischen Channel 4 sprachen ehemalige Mitarbeiter der CIA und der Agentur Reuters offen über die systematische Verbreitung von Propaganda und Desinformation in der Berichterstattung zu geopolitischen Konflikten:



  • Source: “Standard Techniques”, British Channel 4, 1985
  •  Produced and directed by: Richard Belfield (Diverse Productions)
  • Interviewees: John Stockwell, former CIA officer and whistleblower; David MacMichael, former CIA analyst and whistleblower and co-founder of Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS); and Fred Bridgland, British author and former Reuters war correspondent

The CIA and the Media, Carl Bernstein, Rolling Stone, 1977

Die klandestine Zu­sam­men­arbeit zwischen west­lichen Geheim­diensten und Medien ist seit langem bekannt und vielfach dokumentiert


Der ehemalige CIA-Offizier und Whistleblower John Stockwell sagte zu seiner Arbeit im Angola-Krieg: »Das grundsätzliche Ziel war, es wie eine gegnerische Aggression in Angola aussehen zu lassen. In diesem Sinne schrieben wir irgendwelche Geschichten und brachten sie in den Medien unter. () Ein Drittel meines Teams in dieser Mission waren PR-Experten, deren Aufgabe es war, Nachrichten zu erfinden und sie in der Presse zu platzieren. () Die Redakteure in den meisten westlichen Zeitungen sind nicht allzu skeptisch bei Meldungen, die den allgemeinen Ansichten und Vorurteilen entsprechen. () Einige unserer Geschichten liefen während Wochen. Aber es war alles erfunden.«


Fred Bridgland blickte auf seine Tätigkeit als Kriegs­korrespondent bei der Agentur Reuters zurück: "Wir basierten unsere Berichte auf offiziellen Mitteilungen. Erst Jahre später erfuhr ich, dass in der US-Botschaft ein Desinformations-Experte der CIA saß und diese Mitteilungen erfand, die überhaupt keinen Bezug zur Realität hatten. () Aber ehrlich gesagt, egal was die Agenturen publizieren, es wird von den Redaktionen sowieso aufgenommen."


Und der ehemalige CIA-Analyst David MacMichael beschrieb seine Arbeit im Contra-Krieg in Nicaragua mit diesen Worten: "Man sagte, unser Geheimdienstwissen über Nicaragua sei so gut, dass wir sogar das Spülen einer Toilette registrieren können. Ich hatte aber eher das Gefühl, dass die Geschichten, die wir der Presse zuspielten, direkt aus der Toilette kamen." (Hird 1985)


Natürlich verfügen die Geheimdienste auch über zahlreiche direkte Kontakte in unseren Medien, denen bei Bedarf “Informationen” zugespielt werden können, dies ist seit langem bekannt und vielfach dokumentiert. Nur der breiten Masse, bisweilen noch nicht. Doch ohne die zentrale Rolle der globalen Agenturen wäre die weltweit synchronisierte Verbreitung von Propaganda und Desinformation unmöglich so effizient realisierbar.


Durch diesen medialen Propaganda-Multiplikator erreichen die zweifelhaften Botschaften der PR-Experten von Regierungen, Militärs und Geheimdiensten mehr oder weniger ungeprüft und ungefiltert die breite Öffentlichkeit. Die Journalisten beziehen sich dabei auf die Agenturen, und die Agenturen berufen sich auf ihre Quellen. Zwar wird oft versucht, mit Ausdrücken wie “offenbar”, “angeblich” "soll(en)" und dergleichen auf Unsicherheiten hinzuweisen (und sich selbst abzusichern) – doch da ist das Gerücht längst in die Welt gesetzt und entfaltet seine Wirkung.




Der Propaganda-Multiplikator: Regierungen, Geheimdienste und Militärs verbreiten ihre Bot­schaften über die globalen Agenturen und die angeschlossenen Medien an das weltweite Publikum. 


Wie die »New York Times« berichtete…

Neben den globalen Nachrichtenagenturen gibt es aber noch eine weitere Quelle, die oft genutzt wird, um über geopolitische Konflikte zu berichten: Es sind dies die großen und bekannten Medien in England und den USA.

Eine New York Times oder BBC verfügen beispielsweise über bis zu 100 Auslands­korrespondenten und weitere externe Mitarbeiter. Nahost­korrespondent Luyendijck gibt jedoch zu bedenken:

“Die westlichen Nachrichtenredaktionen, also auch ich, orientierten sich an der Nachrichten­auswahl angesehener Medien wie CNN, der BBC und der New York Times. Sie gingen davon aus, dass deren Korrespondenten einen Überblick über die arabische Welt hätten. Wie sich aber herausstellte, konnten viele von ihnen nicht einmal Arabisch, zumindest nicht genug, um ein Gespräch zu führen oder das Fernsehen zu verstehen. Das galt für viele Topleute bei CNN, der BBC, dem Independent, The Guardian, The New Yorker und der New York Times.” (Luyendijck 2015, K. I.3)

Hinzu kommt, dass die Quellen dieser Medien oftmals nicht leicht zu überprüfen sind („Militärkreise“, „anonyme Regierungsbeamte“, „Geheimdienstmitarbeiter“ und dergleichen) und deshalb ebenfalls für die Streuung von Propaganda genutzt werden können. Auf jeden Fall aber führt die verbreitete Orientierung an den angelsächsischen Publikationen zu einer weiteren Angleichung in der geopolitischen Berichterstattung unserer Medien.

Die folgende Abbildung zeigt einige Beispiele solcher Zitierungen anhand der Syrien-Bericht­erstattung des Zürcher Tagesanzeigers – immerhin die größte Tageszeitung der Schweiz und wie erwähnt ein Partner der Süddeutschen Zeitung. Die Artikel stammen alle aus den ersten Oktobertagen 2015, als Russland direkt in den Syrienkrieg eingriff:


Häufiges Zitieren von britischen und amerikanischen Medien, am Beispiel der Syrien­berichterstattung des Zürcher Tagesanzeigers von Anfang Oktober 2015. 


Das gewünschte Narrativ

Doch warum versuchen Journalisten in unseren Medien nicht einfach, selbstständig zu recherchieren und unabhängig von den globalen Agenturen und den angel­sächsischen Medien zu berichten? Nahost-Korrespondent Luyendijk beschreibt seine diesbezüglichen Erfahrungen:


»Jetzt könnte man fragen: Warum sucht er (der Journalist) sich dann nicht vernünftige Quellen? Das habe ich ja probiert, aber immer wenn ich an den Presseagenturen, den großen angel­sächsischen Medien und den talking heads (westliche Gesprächspartner und NGOs in arabischen Ländern) vorbei eine Reportage machen wollte, ging das daneben. () Offenbar konnte ich als Korrespondent ganz verschiedene Geschichten über ein und dieselbe Situation erzählen. Doch die Medien konnten nur eine davon bringen, und oft genug war das genau diejenige Geschichte, die das bereits vorherrschende Bild bestätigte.« (Luyendijk 2015, K. I.3)


Der Medienforscher Noam Chomsky hat diesen Effekt in seinem Aufsatz “Was die Mainstream-Medien zum Mainstream macht” wie folgt beschrieben: 

»Wenn du die offizielle Linie verlässt, wenn du abweichende Berichte produzierst, dann wirst du das bald zu spüren bekommen. () Es gibt viele Möglichkeiten, wie man dich rasch wieder auf Linie bekommt. Wenn du die Vorgaben nicht beachtest, dann wirst du deine Stelle nicht lange behalten. Dieses System funktioniert ziemlich gut, und es widerspiegelt die etablierten Machtstrukturen.« (Chomsky 1997)


Auch in deutschsprachigen Medien sind solche Fälle dokumentiert. Als beispielsweise ein ARD-Korrespondent im Libanesischen Bürgerkrieg über die mit eigenen Augen beobachtete materielle Unterstützung einer Miliz durch ein Nachbarland berichtete, kontaktierte der damalige Intendant der ARD ob des politisch inopportunen Beitrags sogleich den Chefredakteur, welcher dem betroffenen Journalisten umgehend einen Wechsel nach Südafrika nahelegte. (Mükke 2014, S.33)


Ebenso verließ der langjährige Nahost- und Afghanistan-Korrespondent Ulrich Tilgner das ZDF, weil er aufgrund von »Bündnisrücksichten« und »Eingriffen in seine Arbeit« nicht mehr frei berichten konnte: »[Früher] wollte man wissen: Was haben die Leute vor Ort zu sagen? Heute werden Beiträge nur zu oft in den Redaktionen zusammengebaut und der Sendeablauf wird designed.« (siehe auch: Tilgner 2003)


Auch die langjährige Nahost-Korrespondentin Karin Leukefeld machte die Erfahrung, dass ihre Reportagen aus Syrien von deutschen Redaktionen plötzlich nicht mehr angenommen wurden. Man beschied ihr, sie müsse sich an die »einschlägigen Agenturmeldungen« halten.


In der Schweiz traf es unter anderem den ehemaligen Auslandschef der Weltwoche, der den “Fehler” beging, mitten im Bosnienkrieg über nachweisliche Kriegslügen der westlichen Allianz zu berichten: Er erhielt ein Schreibverbot und sah sich mit seiner möglichen Absetzung konfrontiert. Zuletzt “erwischte” es den ehemaligen Tagesschau-Korrespondenten Helmut Scheben, der auf dem Newsportal Watson – ein Partner von Spiegel Online – die westliche Berichterstattung zu Syrien als einseitig und manipulativ  kritisierte. Keine zwei Tage später wurde er in einem aufgebrachten Rückruf von der Redaktion als »Putin-Troll« beschimpft. 


Im Dezember 2015 publi­zierte das News­portal Watson (AZ Medien) einen Artikel des lang­jährigen Tages­schau-Korrespon­denten Helmut Scheben zum Syrien­krieg. Scheben stellte den Krieg in einen geopolitischen Kontext und kritisierte die westliche Be­richt­er­stattung als einseitig und manipulativ.

Der Artikel un­ter­schied sich deutlich von anderen Aus­lands­bei­trägen auf Watson, die meist vom deutsch-transatlantischen Ko­ope­ra­tions­par­tner Spiegel Online geliefert werden.


Keine zwei Tage später ver­öffent­lichte Watson jedoch einen aufgebrachten Rückruf, in dem sich das Portal vom Artikel distanzierte und Helmut Scheben wüst beschimpfte: Man sei auf einen “Putin-Troll” herein­ge­fallen, der wo­möglich in der “russischen Propaganda-Maschinerie” mit­wirke. Auch Leser, die sich positiv zum ur­sprüng­lichen Artikel geäußert hatten, wurden als Trolle verun­glimpft.


Wer oder was hat wohl hinter den Kulissen zu dieser selt­samen Reak­tion geführt? Jeden­falls wurde den hiesigen Journa­listen damit einmal mehr in Er­in­nerung gerufen: Wer sich in der BRD / Schweiz nicht an das ge­wünschte Nar­ra­tiv hält, ris­kiert Ruf und Karriere.


Trotz solcher Beispiele sind einige der führenden Journalisten (Claus Kleber, Moderator und Leiter der ZDF-Nachrichtenredaktion, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Atlantik-Brücke) weiterhin der Ansicht, ihnen würde niemand vorschreiben, was sie zu sagen haben. Wie passt dies zusammen? Medienforscher Chomsky klärt den scheinbaren Widerspruch auf: [sic]


»Der entscheidende Punkt ist folgender: Diese Journalisten wären ihren Job längst los, wenn sie nicht schon lange bewiesen hätten, dass ihnen niemand sagen muss, was sie zu schreiben haben.

– weil sie ohnehin das “Richtige” schreiben werden. Wenn sie zu Beginn ihrer Karriere die “falschen” Storys verfolgt hätten, wären sie gar nicht erst in die Position gekommen, in der sie jetzt “alles sagen können, was sie wollen”. () Mit anderen Worten: Diese Journalisten durchliefen bereits einen Sozialisierungsprozess.« (Chomsky 1997) 


Im Endeffekt führt dieser »Sozialisierungsprozess« zu einem Journalismus, der über geopolitische Konflikte (und einige andere Themen) im Allgemeinen nicht mehr unabhängig recherchiert und kritisch berichtet, sondern mittels geeigneter Leitartikel, Kommentare und Interviewpartner das gewünschte Narrativ zu festigen versucht. (Siehe auch: Gritsch 2010)

Fazit: Das »Erste Gesetz des Journalismus«

Der ehemalige AP-Journalist Herbert Altschull nannte es das Erste Gesetz des Journalismus

»In allen Pressesystemen sind die Nachrichtenmedien Instru­mente derer, die die politische und wirtschaftliche Macht ausüben. Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender handeln also nicht unabhängig, obwohl sie die Möglichkeit unabhängiger Machtausübung besitzen.« (Altschull 1984/1995, S. 298)


Insofern ist es folgerichtig, wenn unsere etablierten Medien – die ja überwiegend durch Werbung finanziert oder aber quasi-staatlich organisiert sind – die geopolitischen Interessen der Transatlantik-Allianz vertreten. Denn sowohl die werbetreibenden Banken und Konzerne wie auch die Staaten selbst sind nolens volens auf die transatlantische Wirtschafts- und Sicherheitsarchitektur amerikanischer Prägung angewiesen.


Zudem sind unsere führenden Medien bzw. deren Schlüsselpersonen – ganz im Sinne von Chomskys »Sozialisierung« – oftmals selbst in die Netzwerke der trans­atlantischen Elite eingebunden. 

Die folgende Abbildung illustriert dies am Beispiel der Atlantik-Brücke  und der jährlichen Bilderberg-Konferenz – zwei der wichtigsten derartigen Institutionen (siehe auch: Krüger 2013).




Einige der führenden deutsch­sprachigen Medien, von denen Schlüssel­personen (Herausgeber, Geschäftsführer, Chefredakteure, Journalisten etc.) in die transatlantischen Netzwerke der Atlantik-Brücke oder der Bilderberg-Konferenz eingebunden sind oder waren. (siehe: Medien in Deutschland, unten)

Die meisten etablierten Publikationen sind mithin der Sparte "Transatlantik-Medien" zuzurechnen. Vielleicht gerade deswegen ging dieser wichtige Aspekt bisweilen vergessen und es entstand beim Publikum der Eindruck einer vermeintlichen Vielfalt, die es jedoch insbesondere im tagesaktuellen Bereich eigentlich nie gab: Der theoretischen Medienfreiheit standen hier allzu hohe praktische Eintrittshürden entgegen (Senderkonzessionen, limitierte Frequenz- und Programmplätze, Anforderungen an Finanzierung und technische Infrastruktur, beschränkte Verkaufskanäle, Abhängigkeit von Werbung und Agenturen etc.).

Erst durch das Internet ist Altschulls Erstes Gesetz ein Stück weit durchbrochen worden. In den letzten Jahren konnte so ein qualitativ hochwertiger, leserfinanzierter Journalismus entstehen, der die herkömmlichen Medien in Bezug auf kritische Bericht­erstattung und Ausleuchtung von Hintergründen teils deutlich übertrifft. Einige dieser "alternativen" Publikationen erreichen inzwischen allein im deutsch­sprachigen Raum über 100’000 Leser und Zuschauer, was zeigt, dass die "Masse" für die Qualität eines Mediums keineswegs ein Problem sein muss – im Gegenteil.


Andererseits gelang es den etablierten Medien bislang, auch im Internet die große Mehrzahl der Besucher auf sich zu vereinen (siehe Statistiken für die Schweiz, Deutschland, und Österreich). Dies hängt wiederum eng mit den Nachrichtenagenturen zusammen, deren stets aktuelle Meldungen das Rückgrat der meisten Newsportale bilden.


Die kommenden Jahre werden es zeigen: Wird die »politische und wirtschaftliche Macht« gemäß Altschulls "Gesetz" die Kontrolle über die Nachrichten behalten – oder werden »unkontrollierte« Nachrichten das politische und ökonomische Machtgefüge verändern? - Die Antwort, steht eigentlich schon unumstößlich fest.


Studie: Syrien-Berichterstattung
 


Abbildung 1: Artikelarten und journalistische Eigenleistung (insgesamt; n=381)


 

Abbildung 2: Artikelarten pro Zeitung 



Abbildung 3: Anteil der Nachrichtenagenturen, insgesamt (n=277) und pro Land. 



Beim einzigen überwiegend USA/NATO-kritischen Beitrag handelte es sich um einen redaktionellen Meinungsbeitrag im österreichischen Standard vom 2. Oktober 2015 mit dem Titel: 

“Die Strategie des Regime Change ist gescheitert.

Eine Unterscheidung in “gute” und “schlechte” Terrorgruppen in Syrien, macht die westliche Politik unglaubwürdig.”  


Abbildung 4: Grundsätzliche Ausrichtung der Meinungs­beiträge, Gastkommentare und Interview­partner (insgesamt; n=45).


Fazit

In dieser Fallstudie wurde am Beispiel des Syrienkriegs die geopolitische Berichterstattung von je drei führenden Tageszeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Vielfältigkeit und journalistische Eigenleistung hin untersucht.


Die Resultate bestätigen die hohe Abhängigkeit der geopolitischen Berichterstattung von den globalen Nachrichtenagenturen (63 bis 90%; ohne Kommentare und Interviews) bei gleichzeitigem Fehlen von eigener investigativer Recherche, sowie die ein­seitige Kommentierung der Ereig­nisse zugunsten der Konfliktpartei USA/NATO (82% positiv vs. 2% kritisch), deren Botschaften von den Zeitungen zudem nicht auf allfällige Propaganda hin überprüft werden.


Literatur

Altschull, Herbert J. (1984/1995): Agents of power. The media and public policy. Longman, New York.

Becker, Jörg (2015): Medien im Krieg – Krieg in den Medien. Springer Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden.

Blum, Roger et al. (Hrsg.) (1995): Die AktualiTäter. Nachrichtenagenturen in der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern.

Chomsky, Noam (1997): What Makes Mainstream Media Mainstream. Z Magazine, MA. (PDF)

Forschungsinstitut für Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich (FOEG) (2011): Jahrbuch Qualität der Medien, Ausgabe 2011. Schwabe, Basel. (PDF)

Gritsch, Kurt (2010): Inszenierung eines gerechten Krieges? Intellektuelle, Medien und der “Kosovo-Krieg” 1999. Georg Olms Verlag, Hildesheim.

Hird, Christopher (1985): Standard Techniques. Diverse Reports, Channel 4 TV. 30. Oktober 1985. (Videosequenz)

Höhne, Hansjoachim (1977): Report über Nachrichtenagenturen. Band 1: Die Situation auf den Nachrichtenmärkten der Welt. Band 2: Die Geschichte der Nachricht und ihrer Verbreiter. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden.

Johnston, Jane & Forde, Susan (2011): The Silent Partner: News Agencies and 21st Century News. International Journal of Communication 5 (2011), p. 195–214. (PDF)

Krüger, Uwe (2013): Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten – eine kritische Netzwerkanalyse. Herbert von Halem Verlag, Köln.

Luyendijk, Joris (2015): Von Bildern und Lügen in Zeiten des Krieges: Aus dem Leben eines Kriegsberichterstatters – Aktualisierte Neuausgabe. Tropen, Stuttgart.

MacGregor, Phil (2013): International News Agencies. Global eyes that never blink. In: Fowler-Watt/Allan (ed.): Journalism: New Challenges. Centre for Journalism & Communication Research, Bournemouth University. (PDF)

Mükke, Lutz (2014): Korrespondenten im Kalten Krieg. Zwischen Propaganda und Selbstbehauptung. Herbert von Halem Verlag, Köln.

Paterson, Chris (2007): International news on the internet. The International Journal of Communication Ethics. Vol 4, No 1/2 2007. (PDF)

Queval, Jean (1945): Première page, Cinquième colonne. Arthème Fayard, Paris.

Schulten-Jaspers, Yasmin (2013): Zukunft der Nachrichtenagenturen. Situation, Entwicklung, Prognosen. Nomos, Baden-Baden.

Segbers, Michael (2007): Die Ware Nachricht. Wie Nachrichtenagenturen ticken. UVK, Konstanz.

Steffens, Manfred [Ziegler, Stefan] (1969): Das Geschäft mit der Nachricht. Agenturen, Redaktionen, Journalisten. Hoffmann und Campe, Hamburg.

Tilgner, Ulrich (2003): Der inszenierte Krieg – Täuschung und Wahrheit beim Sturz Saddam Husseins. Rowohlt, Reinbek.

Wilke, Jürgen (Hrsg.) (2000): Von der Agentur zur Redaktion. Böhlau, Köln.






Ob Russland, Syrien oder Joe Biden: Um die geopolitische Bericht­erstattung westlicher Medien zu verstehen, muss man die Schlüssel­rolle des amerikanischen Council on Foreign Relations (CFR) kennen.

In der folgenden Studie wird erstmals dargestellt, wie der CFR einen, in sich weit­ge­hend geschlossenen, trans­atlantischen Informations­­kreislauf schuf, in dem nahezu alle relevanten Quellen und Bezugs­punkte von Mitgliedern des Councils und seiner Partner­­organisationen kontrolliert werden.

Auf diese Weise entstand eine historisch einzigartige Informations­­matrix, die klassischer Regierungs­propaganda autoritärer Staaten deutlich überlegen ist, indes durch den Erfolg unabhängiger Medien zunehmend an Wirksamkeit verliert.


*****

Wie der Grundsatz gemäß des deutschen anzeigenabhängigen Journalismus aussieht, hat Axel Cäsar Springer seinerzeit auf den Punkt gebracht:

  "Ich war mir seit Kriegsende darüber klar, daß "der Leser" eines auf keinen Fall wollte, nämlich nachdenken. Darauf habe ich meine Zeitungen eingerichtet."


Dieses Imperium gehört heute dem Axel-Springer-Vorstandsvorsitzenden, der Axel Springer SE, Mathias Döpfner

Als angel­säch­sische Li­zenz­grün­dung von 1946 ist Axel Springer – wie die meisten deutschen Leit­medien – bis heute tief in den US-Macht­­struk­turen ver­wur­zelt. So war Konzern­­chef Mathias Döpfner Mit­glied im Bei­rat des U.S. Council on Foreign Relations (CFR), und der lang­jährige BILD-Chef Kai Diek­­mann ist Vor­stands­mitglied der ame­ri­ka­treuen Atlantik-Brücke (Gründer: Mc Cloy, Warburg), in der viele der bekanntesten Medien­leute Deutsch­lands ver­ei­nigt sind.



Springer-Journa­listen sind zudem ver­­trag­­lich ver­pfli­ch­tet, das »trans­at­lantische Bündnis« bzw. die »Soli­da­rität mit den USA« zu unter­stützen. So auch der heutige Ver­leger der Welt­woche, der zuvor Chef­re­dakteur von Springers Welt war und den Irak­krieg noch 2004 mit diesen Worten ver­tei­digte:


“Die UNO schützt die Welt­ordnung nicht, zu deren Hüterin sie sich irr­tüm­licher­weise erklärt. Sie ist im Gegen­teil das Derivat eines Friedens, den ameri­ka­nische Truppen sichern”, weshalb “Europa auf die USA als hege­mon­ialer Hüter der west­lichen ‘Welt­gewalt­ordnung’ nicht ver­zichten kann”. [sic]  (sīc erat scriptum) (Was "lernen" wir daraus ?)

2005 - Die westliche "Wertegemeinschaft" lehnt eine weitere Urananreicherung des Iran zu friedlichen Zwecken, trotz bestehendem Atomwaffensperrvertrag, indem festgelegt wurde, dass Uran zu friedlichen Zwecken der Energiegewinnung angereichert werden darf, kategorisch ab. Dieser wurde somit einseitig aufgekündigt und daraufhin kündigte der Iran an, die Ölförderverträge auch einseitig aufzukündigen.


In den Transatlanik - Medien wurde seinerzeit kolportiert: 25.11.2005Iran strebt offenbar eine Atomwaffenoption an und stellt daher eine ...


Der "Exzeptionalismus verpflichtet" ... und die USA bzw. die CIA tangiert das UNO - Gewaltverbot national peripher, (Zitat: Jacques Chirac 2006, dies zeigt eindrücklich eine Drohung von Jacques Chirac vom Januar 2006:

"Ich bin bereit Atomwaffen auf Schurkenstaaten zu werfen, wenn die strategische Versorgung des Westens (NATO) gefährdet ist." (Zitat: Jan. 2006) [Jacques Chirac (*1932), Staatspräsident von Frankreich von 1995 bis 2007.] 


Unter welcher Kriegspropaganda auch immer, mit "humanitärer Kriegsführung"..., das "Werteverständnis" der Amerikaner und somit der NATO lautet: Das Erdöll muss verfügbar bleiben zu einem akzeptablen Preis. Wo kommen wir hin, wenn jeweils die Regierung(en), als Eigentümer der Ölquellen, bestimmen was selbiges kostet ...

Die NATO ... - Doktrin lautet offiziell, "..., dürfen Soldaten auch außerhalb des Bündnisgebietes einsetzen, wenn der Nachschub unserer Ressourcen gefährdet ist"...  Das heißt, das NATO (Bündnis) schützt nicht mehr nur die Eigentumsrechte von "Bündnisstaaten" dahingehend, sondern der Westen "schützt" im eigenen Interesse jetzt auch das, was jene gerne hätten.

Die UNO-Charta von 1945 lässt keine Zweifel: es ist Nationen verboten, zur Befriedigung ihrer Interessen andere Staaten anzugreifen, in ihnen Revolutionen zu entfachen, eine Regierung zu stürzen oder ihnen Informationen zu stehlen. Wer dem zuwider handelt, wird mittels einer Resolution des UNO-Sicherheitsrates bestraft. So zumindest die Theorie des Völkerrechts.


George W. Bush und Tony Blair, sind Kriegsverbrecher und müssten folglich vor ein Kriegsverbrecher Tribunal gestellt werden, denn der Angriffskrieg im Irak, war ein absoluter Verstoss gegen das UNO - Gewaltverbot. Das Problem liegt aber vorallem in der Veto-Praxis des UNO-Sicherheitsrates

Das Veto-Recht der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates, verhindert eine effektive Umsetzung der UNO-Charta von 1945. In den meisten Fällen sind es die Abhängigkeit von Rohstoffen, die Nationen dazu verleiten, die UNO-Charta zu unterlaufen, oder mit Staaten, die das praktizieren, gemeinsame Sache zu machen.


Seit 1945 führen die Siegermächte des 2. Weltkrieges einen versteckten Krieg


In Wahrheit haben die Unterzeichner der Charta in den vergangenen Jahren dieses Gesetz mehr als 50 Mal gebrochen (Regimechanges). Damit hatten sie gleichzeitig den Sicherheitsrat sabotiert. - Ohne jegliche Konsequenzen. Die Liste der Beispiele ist lang. Sie reicht über den vom britischen MI6 orchestrierten Sturz der iranischen Regierung im Jahr 1953, über die Invasion von Kuba durch die CIA 1961, die Bombardierung von Serbien im Kosovokrieg 1999, den Putsch in der Ukraine 2014 oder den Syrienkrieg.

Bush und Blair haben explizit gelogen

Ungeachtet der Allianzen verlaufen diese Rechtsbrüche nach dem immer gleichen Muster. Eine Nation wähnt ihre (in fast allen Fällen ökonomischen) Interessen durch eine andere Nation oder durch Bevölkerungsgruppen dieser Nation in Gefahr. Dann lokalisiert sie gesellschaftliche Problemherde in der vermeintlich feindlichen Nation (im Nahen Osten oft religiöse Bruchlinien) und sorgt entlang dieser Bruchlinien für Spannungen. (es wird gezündelt)

Bricht dann ein Konflikt aus, solidarisieren sich die verdeckten Angreifer mit der einen Gruppe und erklären die andere zur "Achse des Bösen", siehe Libyenkrieg 2011. Alle folgenden, völkerrechtlichen Missachtungen werden dann unter dem Deckmäntelchen militärischer Hilfestellung begangen und vor der eigenen Bevölkerung legitimiert. Und zur Not erschleichen sie sich diese Legitimation auch mit knallharten Lügen, wie George Bush und Tony Blair im Irakkrieg bewiesen haben.


Der Irak-Krieg mit einer Million Toten und Billionen Dollar Kriegskosten respektive 1,5 Millionen, durch die vorherigen Sanktionen Getöteten, wurde von der Bush-Administration nur deshalb losgetreten, weil der ehemalige Vasall der USA, Saddam Hussein, nicht mehr tat, wie er sollte, sondern im erlegenen Machtrausch eines orientalischen Potentaten, seine Ankündigung wahrzumachen drohte, sein Öl nicht mehr in US-Dollars, sondern in Euros fakturieren lassen zu wollen.

Das kam natürlich einem Frontalangriff auf den "geheiligten" „Greenback" (Dollar) der (ehemals) größten Wirtschafts- und (leider noch immer) auch größten Militärmacht der Welt gleich: Man beißt nicht die Hand, die einen füttert, … Und das bedeutete, die Weltwährung Dollar "beschädigen" zu wollen.

(und nur sie (diese Drohung) war es; die angeblichen Massenvernichtungswaffen, waren nur als Kriegsgrund dafür erfunden worden!)

Der frühere US-Außenminister Colin Powell distanziert sich von seiner Rede... Die Rede im UN - Sicherheitsrat sei ein "Schandfleck" in seiner politischen Karriere. ("DER SPIEGEL")

Resultat dieses Schandflecks der "Karriere": ein völkerrechtswidriger Krieg, über 1 Mio. Tote im Irak.


Letztlich war den Drahtziehern hinter der Marionette George W. Bush diese Androhung gar nicht so ungelegen gekommen, denn irgend etwas hätten die USA ohnehin unternehmen müssen, um sich den Zugang zu den reichsten Ölvorkommen der Erde, für die nächste Zukunft (aller Zeiten?), zu sichern: Und da sich diese Ölvorräte vom Kaspischen Meer über den Iran und Irak bis nach Saudi Arabien erstrecken, mußte der nicht mehr botmäßige Hussein eliminiert werden.


Der 11. Sept. 2001, festigte primär dieses Vorhaben - PNAC  (Project  for  a  New  American  Century)








Er beriet mehrere US-Präsidenten, bewarb Produkte wie Lucky Strike und provozierte sogar einen Militärputsch: wie Edward Bernays die Polit-Propaganda revolutionierte. 



Gäbe es eine Rangliste der schillerndsten Berufe, dann belegten sie mit Sicherheit einen Spitzenplatz: die PR-Berater. Zweifelhaft ist ihr Ruf und mythenumrankt ihr Einfluss. In den vergangenen Jahrzehnten wuchs die sogenannte Öffentlichkeitsarbeit weltweit zu einem Multimilliardengeschäft, während gleichzeitig der Qualitätsjournalismus eine Schrumpfkur durchmachte. Die Botschaften, welche die windigen Söldner von Wirtschaft und Politik verbreiten, sollen lenken, was wir konsumieren, wen wir wählen oder was wir denken – notabene ohne dass wir es merken. Fakten und Wahrheit seien ohnehin elastisch und reine Betrachtungssache, wird gerne behauptet. 

Niemand war davon mehr überzeugt als der Amerikaner Edward Bernays. Ohne seine Geschichte ist der rasante Aufstieg der Public Relations im letzten Jahrhundert weder verständlich noch vorstellbar. Seine spektakulären Kampagnen geniessen in der Szene bis heute Kultstatus, viele seiner Methoden werden noch immer eingesetzt. Das Credo dieses "Papstes der Propaganda" und "Meisters der Massenpsychologie": "Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie." Und das bedeutete für Bernays auch: "Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben." Von Puppenspielern wie ihm. 

Mit Träumen jonglieren

1891 in Wien in eine jüdische Familie geboren, wächst Edward Bernays ab dem zweiten Lebensjahr in New York auf, wo sein Vater an der Börse mit Getreide handelt. Nach dem Agronomiestudium, zu dem ihn die Eltern drängen, zieht es ihn zunächst in den Journalismus, bevor er die Seiten wechselt: Ab 1915 sorgt er als Presseagent dafür, dass der Startenor Enrico Caruso oder der Balletttänzer Vaslav Nijinsky in den Zeitungen im besten Licht erscheinen. Doch der mit 1,64 Metern kleingewachsene Mann mit dem grossen Ego und dem akkuraten Schnurrbart sieht sich bald zu Höherem berufen.

In seiner Autobiografie schreibt er später: "Ich zweifelte nicht im Geringsten an meiner Fähigkeit, jeder auftretenden Herausforderung auf dem Gebiet der Publicity gewachsen zu sein." Und so dient er sich 1917 der US-Regierung von Woodrow Wilson an, die an der Heimatfront den umstrittenen Eintritt in den Ersten Weltkrieg populär machen will. 



Im "Committee on Public Information"  schaltet er sich in den Kampf um die Deutungshoheit ein. Mit antideutscher Rhetorik, Happenings und dem Slogan "Make the world safe for democracy" gelingt der Meinungsumschwung. Als Präsident Wilson nach Kriegsende als umjubelter Friedensbringer in Paris eintrifft, um die Versailler Verträge zu verhandeln, ist auch Bernays als Mitglied der US-Delegation vor Ort, berauscht vom grandiosen Propagandaerfolg.


 1917


 1918


 1918

  

Nach  der  Überprüfung  konnte  Edward Bernays schließlich  seinen  Dienst  im Auslandspressebüro antreten,  das im  November  1917  gegründet  wurde.  Die  wesentliche Aufgabe  dieser Einrichtung war, die Agenturmeldungen, die an ausländische Nachrichtenmedien durch das Committee on Public Information übermittelt wurden, zu ergänzen. Das Auslandspressebüro  war  weiters  das  Flagschiff des  Patriotismus.

 

Die  Ideale  des Präsidenten wurden  besonders  hervorgehoben.  Die amerikanische  Bevölkerung wurde gelobt,  indem  die Offenheit  für  andere  Völker  gepriesen wurde.  Sogar  Ereignisse, die Propagandathemen dramatisierten, wurden inszeniert. Es blieb nichts unversucht, den amerikanischen  Willen  und Einsatz  im  und  für  den  Krieg,  der  Bevölkerung  und den alliierten Soldaten und Mächten zu beweisen. 


Edward Bernays  selbst  arbeitete  in  der  Exportabteilung und auch  in  der Lateinamerikaabteilung des Auslandspressebüros. Seiner Meinung nach waren Amerikaner ideal, die in verbündeten oder neutralen  Ländern  tätig  waren,  um  als  Verteiler  von amerikanischen Nachrichten und  Ansichten zu  fungieren. Aufgrund  seiner  bisherigen Erfahrungen  im  Publicity-Bereich, anwandte   Bernays auch   hier   altbewährte   Methoden   an,   um   das   Ziel   der Meinungsmanipulation  zu  erreichen. Er  bereitete  Postkarten  für italienischen Soldatendie an der  Front kämpften,  vor,  damit  diese die  Kriegsmoral  in  ihrer  Heimat anheben konnten.



Um  deutscher  Propaganda  in  Lateinamerika  entgegen  wirken  zu  können,  ließ er amerikanische Propaganda in spanischer und portugiesischer Sprache veröffentlichen.  



Er sagt sich: Was in Kriegszeiten funktioniert, kann auch im Frieden angewendet werden. 1919 gründet er in New York sein eigenes Büro und bezeichnet sich fortan als "Counsel on Public Relations" – eine Eigenkreation, die ihm eine anwaltsähnliche Aura verleihen soll und die in die Geschichte eingehen wird. In kürzester Zeit wird er zum Spiritus Rector einer Branche, die mit den Träumen der Menschen jongliert.

 

Zwei Umstände ermöglichen Bernays' kometenhaften Aufstieg: einerseits die kapitalistische Massenproduktion von Gütern, die völlig neue Formen des Konsums und der Werbung mit sich bringt, andererseits seine Beziehung zu Sigmund Freud

Der berühmte Psychoanalytiker ist der Bruder von Edwards Mutter und verheiratet mit der Schwester von Edwards Vater. Von "Onkel Sigi", dessen Schriften er in den USA veröffentlichen wird, lernt der PR-Mann, wie verborgene, irrationale Kräfte die Menschen zum Handeln bewegen. So wird eine Ware meist nicht wegen ihres spezifischen Werts oder Nutzens begehrt, sondern weil sie als Symbol für etwas anderes steht: für eine Sehnsucht, die auch künstlich erzeugt werden kann.


Über seine Theorie der Public Relations, die er als «angewandte Sozialwissenschaft» versteht, schreibt er die Bücher «Crystallizing Public Opinion» und «Propaganda», die breit rezipiert werden, auch im Ausland. So studiert etwa Hitlers Hetzer Joseph Goebbels seine Schriften aufmerksam. Nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten versucht gar ein Gesandter des «Führers», Bernays als PR-Berater für das "Dritte Reich" zu gewinnen. Dieser lehnt aber entschieden ab – wie er laut eigenen Angaben später auch die Angebote Francos und Somozas, der Diktatoren Spaniens und Nicaraguas, ausschlägt.


Doch das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Bernays – auch wenn er sich in seinen Büchern für Ethikregeln im PR-Bereich ausspricht – in erster Linie um Business und Wirksamkeit geht. Die Warnung, dass Rauchen Halserkrankungen und Krebs auslösen kann, kontert er im Auftrag eines Tabakkonzerns beispielsweise mit "neutralen Experten", welche die gesundheitlichen Vorteile des Zigarettenkonsums "belegen". Gleichzeitig versucht er, seiner Ehefrau das schädliche Rauchen abzugewöhnen. 




Eines seiner Meisterstücke vollbringt Bernays für die American Tobacco Company. Er erkennt, dass der Zigarettenabsatz massiv gesteigert werden könnte, wenn auch Frauen rauchen würden – was zu dieser Zeit nicht schicklich ist. 1929 lässt er am traditionellen Osterumzug in New York eine Gruppe elegant gekleideter und zigarettenrauchender Feministinnen auf der Fifth Avenue aufmarschieren. Die von Bernays vorab informierten Pressefotografen sorgen mit ihren Bildern dafür, dass der Tabubruch als emanzipatorischer Akt wahrgenommen wird und unter dem Titel "Fackeln der Freiheit" weltweit Schlagzeilen macht. Getreu nach Bernays' Motto "Nachrichten schreiben Geschichte" wird das Rauchen für Frauen in den USA nicht nur salonfähig, sondern sogar Mode. 

  

«Keep cool with Coolidge»

Als einige Jahre später Meinungsumfragen ergeben, dass Frauen die neu lancierte grüne Verpackung der Zigarettenmarke Lucky Strike nicht mögen, weil sie schlecht zu ihrer Garderobe passe, weiss Bernays wiederum Rat: Er lädt die wichtigsten Modejournalisten zu einem opulenten Ball ins Hotel Waldorf-Astoria, an dem die Damen grüne Abendkleider tragen und Designer eine «grüne» Kollektion vorstellen. Kurz darauf ist Grün die neue Trendfarbe. Mit seinen Inszenierungen, die auf Emotionen statt den Verstand zielen, befeuert Bernays massgeblich die moderne Konsumkultur, in der Menschen nicht mehr nur kaufen, was sie benötigen, sondern vor allem das, was ihnen ein gutes Gefühl vermittelt.


20.679 * Physicians say "LUCKIES are less irritating" "Your Throat Protection against irritation - against cough"


Besonders berüchtigt ist aber sein Engagement für die Unit

ed Fruit Company (heute Chiquita) in Guatemala. Als die 1951 demokratisch gewählte linke Regierung von Jacobo Arbenz Guzman versucht, eine Agrarreform durchzuführen, und dabei einen Teil der Bananenplantagen des amerikanischen Konzerns enteignen will, orchestriert Bernays eine umfassende Diffamierungskampagne. Über eigens gegründete Informationsbüros verbreitet er Nachrichten, wonach nun eine von den Sowjets gestützte kommunistische Herrschaft errichtet werde. Er lädt Journalisten auf Pressereisen ein, bringt United Fruit dazu, Rebellen zu finanzieren, und lässt für die amerikanischen Politiker eine «Studie» über die «wahren» Zustände im Land erstellen. 



Bernays trägt damit entscheidend zur Intervention der CIA und der Absetzung der Regierung 1954 bei. Guatemala versinkt darauf für Jahrzehnte im politischen Chaos. 


1919 gründet Bernays (3.v.l.) in New York sein eigenes Büro und bezeichnet sich fortan als «Counsel on Public Relations» – eine Eigenkreation, die ihm eine anwaltsähnliche Aura verleihen soll.


Auch mit Politikern verfährt er wie mit Produkten und revolutioniert so die Polit-Propaganda. 1924 engagiert ihn der amerikanische Präsident Calvin Coolidge, der nach dem Tod Warren G. Hardings als dessen Vize ins Amt nachgerückt ist und nun für vier Jahre gewählt werden will. In der Bevölkerung gilt er als humorlos, blass und mürrisch. Dem wortkargen Langweiler, der als "Silent Cal" verspottet wird, verpasst Bernays in Windeseile den eingängigen Wahlkampfslogan "Keep cool with Coolidge". Und um ihm etwas Glamour zu verleihen, veranstaltet er im Weissen Haus ein Pfannkuchen-Frühstück mit über dreissig Broadwaystars. 

  

Die geladenen Medien berichten ausführlich und titeln ganz im Sinne von Bernays: "President nearly laughs" oder "Coolidge entertained actors". Wenige Wochen später gewinnt Coolidge die Wahl. Mit Herbert Hoover und Dwight D. Eisenhower werden zwei weitere US-Präsidenten auf die Dienste des PR-Genies setzen, dessen ungewöhnliche Kampagnen oft von Erfolg gekrönt sind und für den eine Regel zentral ist:


Die beste PR ist jene, die nicht als solche erkannt wird.

  

Begeisterte Nazis

Spin-Doctor Bernays kann sich ab Mitte der zwanziger Jahre seine Aufträge aussuchen, zieht mit seinen Mitarbeitern in mondäne Büroräumlichkeiten am Grand Central Terminal und logiert mit seiner Familie fortan in Luxusbauten, wo sie von einem halben Dutzend Bediensteter umsorgt wird. Er verdient mehr als seine Konkurrenten, er berät hochkarätigere Kunden, und er gibt die grösseren Partys, die wiederum sein Netzwerk erweitern. Er selbst wird als arrogant, egozentrisch und elitär wahrgenommen. Immer wieder ist er Anfeindungen ausgesetzt: Ein Rattenfänger sei er, ein moderner Machiavelli, der die öffentliche Meinung vergifte, ätzen Gegner und Neider.



Die rauchende Frau als Tabubruch: wirkmächtige Inszenierung von Bernays am traditionellen Osterumzug in New York im Jahr 1929. 


 

Der junge Frank Sinatra geniesst um 1940 ein klassisches «American Breakfast». Die Popularität von «Bacon and Eggs» ist ein Propagandaerfolg von Bernays. 


Bernays kombiniert diese Erkenntnisse mit damals virulenten Theorien zur Massenpsychologie, wie jener des französischen Arztes Gustave Le Bon. Dieser schrieb schon Ende des 19. Jahrhunderts, dass das Zeitalter der Massen angebrochen sei und die Eliten sich wappnen müssten. Die Massen seien umstürzlerisch gesinnt, aber zum Glück leicht zu manipulieren. Für Bernays dient Propaganda in der modernen Gesellschaft denn auch dazu, zwischen Elite und Masse einen Konsens herzustellen und so Ordnung zu schaffen.

  

«Fackeln der Freiheit»

Sein Raffinement besteht nun darin, dass er nicht wie die klassischen Werber und Presseagenten einfach Personen und Produkte anpreist. Vielmehr kreiert er – nach aufwendigen Recherchen – Ereignisse, die Nachrichten generieren, die wiederum die Nachfrage schaffen für das, was verkauft werden soll. Als der Lebensmittelkonzern Beech-Nut Edward Bernays engagiert, um den Absatz von Speck zu steigern, erfindet er gewissermassen das "American Breakfast". Er bezahlt einen einflussreichen Arzt für eine Umfrage unter 5000 Medizinern, bei der herauskommt, dass ein "herzhaftes" Frühstück mit Speck und Ei gesünder sei als ein leichtes mit Kaffee und Gebäck. Das "bestellte" Ergebnis verbreitet Bernays sodann als Nachricht in den Medien, was das Konsumverhalten der expertengläubigen Bevölkerung ändert. Seither gehört "Bacon and Eggs" zur amerikanischen Esskultur wie der Hamburger. 



  

Auch für den Konsumgüterhersteller Procter and Gamble, der den Verkauf seines Klassikers Ivory Soap steigern will, denkt sich Bernays eine originelle Kampagne aus: Weil Kinder wenig von Körperhygiene und schon gar nichts von Seife wissen wollen, macht er ihnen (und ihren Eltern) Ivory Soap auf eine andere Weise beliebt. 



Er lanciert medienwirksam einen nationalen Seifenschnitz-Wettbewerb, inklusive prominent besetzter Jury. Innert einem Jahr nehmen 23 Millionen Schülerinnen und Schüler daran teil; der Wettbewerb findet schliesslich während über dreissig Jahren statt. Verlagshäusern hilft er, indem er Architekten und Dekorateure durch gezieltes Lobbying dazu bringt, Bücherregale standardmässig in Wohnungen einzubauen. Denn: "Wo Bücherregale sind, werden auch Bücher sein."



Die Idioten von heute

Der Mann, der sich als "bester Manipulator" und "unsichtbarer Herrscher" sieht und akribisch alles archiviert, was über ihn geschrieben wird, zieht sich 1962 aus dem hektischen Geschäftsleben zurück. 71-jährig, verlässt er New York, kauft ein Haus in Cambridge bei Boston und schreibt dort seine Memoiren, die unter dem Titel "Biographie einer Idee" erscheinen. Die Liste der über 400 Kunden, die er beraten hat, liest sich wie ein Who's who der Zeitgeschichte. Sie reicht von amerikanischen Spitzenpolitikern, dem Glühbirnenerfinder Thomas Edison und dem Filmproduzenten Samuel Goldwyn bis zu General Motors oder der indischen Regierung. Als eine Art lebende Legende sammelt der «Vater der Public Relations» Ehrendoktorwürden und betreut für einen Stundenansatz von 1000 Dollar weiterhin kleinere Mandate. 

  

Er stirbt 1995 im Alter von 103 Jahren. Die Entwicklung der Branche, für die er pionierhaft steht, sah Edward Bernays in seinen letzten Lebensjahren aber zunehmend kritisch. In einem Interview kommentierte er:

"Es ist schrecklich. Heutzutage nennt sich jeder Schwachkopf und jeder Idiot PR-Berater. Manchmal kommt es mir vor, wie wenn man ein Medikament entdeckt hat, um eine Krankheit zu heilen, und dann bemerkt, dass zu viel davon krank macht."


Die Propaganda-Matrix:

Wie der CFR den geostrategischen
Informationsfluss kontrolliert

»Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln,
 so erschaffen wir unsere eigene Realität.«


Karl Rove, ehemaliger Leiter des Büros für
Strategische Initiativen der US-Regierung

Inhaltsübersicht


  1. Der Council on Foreign Relations
  2. Die CFR-Matrix
  3. Journalisten in der Matrix
  4. Fazit
  5. Literatur


Tatsächlich stammen bei internationalen Ereignissen nahezu alle Texte und Bilder, die CFR-Medien verwenden, von nur drei globalen Nachrichten­agenturen: 

der amerikanischen Associated Press (AP), der britisch-kanadischen Thomson-Reuters, und der französischen Agence France-Presse (AFP). 


Die Dominanz der drei globalen Agenturen hat einerseits zur Folge, dass sich in CFR-Medien von Wien bis Washington meist in etwa dieselben Informationen finden – und dieselben Informationen fehlen. Andererseits erleichtert die zentrale Informations­distribution jenen Akteuren die Arbeit, die in entscheidenden Momenten Propaganda und Desinformation in das weltweite Mediensystem einspeisen möchten. 

Im Endeffekt fungieren die globalen Agenturen dadurch als eine Art "Propaganda-Multiplikator", mit dem CFR-Operateure und ihre Partner die gewünschten Botschaften weltweit verbreiten können. Dabei profitieren sie vom Umstand, dass die Agenturen im Normalfall absolut seriös arbeiten und deshalb einen ausgezeichneten Ruf genießen.
Die Arbeiten unabhängiger Reporter schaffen es bei geopolitisch brisanten Ereignissen hingegen kaum in die Nachrichten.

1921 gründeten international orientierte Bankiers, Unternehmer und Politiker in der Finanz- und Handelsmetropole New York den parteiübergreifenden Council on Foreign ­Relations. Durch die Mitarbeit führender Akademiker und Publizisten sollten Ideen für eine "aktive" Außen­politik entwickelt und in der Öffentlichkeit beliebt gemacht werden. So entstand ein globales American Empire, dessen Schlüssel­positionen seitdem nahezu durchgehend von den inzwischen knapp 5000 Vertretern des CFR besetzt wurden. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel bezeichnete den Council deshalb einst als ein "Politbüro für den Kapitalismus".

Auf diese Weise entstand eine historisch einzigartige Propaganda-Matrix. Ob Zeitungen, Magazine, Rundfunk oder Internet: Der Council on Foreign Relations war stets darauf bedacht, Eigentümer, Chef­redakteure und Top-Journalisten der führenden Medien in seine Strukturen zu integrieren. In den USA wurden tatsächlich nahezu alle bekannten Medien von CFR-Vertretern gegründet oder bereits vor Jahrzehnten aufgekauft.


1. Der Council on Foreign Relations

Der Ursprung des Council on Foreign Relations liegt im sogenannten »Trauma von 1920«: Nach dem Ersten Weltkrieg hätten die USA erstmals die globale Führungsrolle übernehmen können – doch der Senat entschied sich gegen den Beitritt zum Völkerbund und die kriegsmüde Bevölkerung wählte mit Warren Harding einen Präsidenten, der eine »Rückkehr zur Normalität« versprach und sich zuerst um die Angelegen­heiten und Probleme Amerikas und der Amerikaner kümmern wollte.

Um einen solchen Rückschlag künftig zu vermeiden und »Amerika für seine weltweiten Pflichten zu erwecken«, gründeten international orientierte Bankiers, Unternehmer und Politiker im Folgejahr in der Finanz- und Handelsmetropole New York den parteiübergreifenden CFR. Durch die Mitarbeit führender Akademiker und Publizisten, darunter Archibald Coolidge (The United States as a World Power, 1908) und Walter Lippmann (Public Opinion, 1922), sollten Ideen für eine aktive Außen­politik entwickelt und in der Öffentlichkeit beliebt gemacht werden.


Der Durchbruch gelang dem Council während des Zweiten Weltkriegs, als CFR-Experten im Rahmen der War and Peace Studies die amerikanische Kriegsstrategie sowie die Grundsätze der Nachkriegsordnung formulierten – inklusive der Satzungen von UNO, Weltbank und Weltwährungsfonds.


Dabei folgten sie der Vorgabe von CFR-Gründungs­direktor Isaiah Bowman, wonach die USA künftig die »globale Sicherheit garantieren« müssten, dabei jedoch »konventionelle Formen des Imperialismus« zu vermeiden hätten, weswegen der Ausübung amerikanischer Macht ein »internationaler Charakter« zu verleihen sei (Shoup & Minter, 1977:169 ff).


Auf diese Weise entstand – nur 170 Jahre nach der Unabhängigkeits­erklärung – ein globales American Empire, Benevolent Empire dessen Schlüssel­positionen seitdem nahezu durchgehend von den inzwischen knapp 5000 Vertretern des CFR besetzt wurden (siehe folgende Abbildung sowie Auflistung nach Administration).


Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, bezeichnete 1975 den Council deshalb einst als die „einfluss­reichste private Institution Amerikas und der westlichen Welt“ und als ein „Politbüro für den Kapitalismus“. Heute gibt es, aufgrund der entsprechenden Verträge der Journalisten, keinerlei Berichterstattung mehr, in Bezug auf den CFR.


https://realismus.hpage.com/get_file.php?id=34423757&vnr=142708


1945 bis 2017: CFR-Mitglieder in den Schlüsselpositionen des American Empire
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Mit dem Zweiten Weltkrieg erweiterte sich das amerikanische Einflussgebiet erstmals auf (West-) Europa und Ostasien (insbesondere Japan). Um in diesen Regionen lokale Eliten aufzubauen und in die eigenen Planungen miteinzubeziehen, musste der Council sein Netzwerk ergänzen: Für Europa lancierte CFR-Mitglied Charles D. Jackson, Eisenhowers Assistent für psychologische Kriegsführung, 1954 die sogenannte Bilderberg-Gruppe, während für Ostasien von CFR-Präsident David Rockefeller und CFR-Direktor Zbigniew Brzezinski 1972 zusätzlich die Trilaterale Kommission gegründet wurde.


Beide Organisationen haben zum Ziel, die zentralen geostrategischen Heraus­forderungen zu erörtern und einen länder- und partei­über­greifenden Konsens zu entwickeln. Der ehemalige französische Premier­­minister (und Bilderberg-Teilnehmer) François Fillon dürfte insofern nicht unrecht gehabt haben, als er 2013 konstatierte: „Es sind die Bilderberger, die uns regieren.“


Damit wird ersichtlich, weshalb das Nachrichtenmagazin Der Spiegel den CFR einst als die »einflussreichste private Institution Amerikas und der westlichen Welt« und als ein »Politbüro für den Kapitalismus« bezeichnete. In diesem Sinne dürften auch das römisch inspirierte Logo des Councils (oben rechts in der Grafik) sowie dessen Motto zu verstehen sein: »ubique« – allgegenwärtig.

Der Politjournalist Richard H. Rovere formulierte es mit diesen Worten:

 »Die Direktoren des Council on Foreign Relations bilden eine Art Präsidium für jenen Teil des Establishments, der unser Schicksal als Nation in den Händen hält. … Selten gelingt es ihnen nicht, eines ihrer Mitglieder, oder zumindest einen ihrer Verbündeten, in das Weiße Haus zu bringen. Tatsächlich gelingt es ihnen meistens, dass die Kandidaten beider Parteien aus ihrer Sicht akzeptable Männer sind.«

Bis vor kurzem traf diese Einschätzung weitgehend zu. So wurde 1993 der frühere CFR-Direktor George H.W. Bush von CFR-Mitglied Bill Clinton als US-Präsident abgelöst, auf den 2001 CFR-“Familienmitglied” George W. Bush folgte. 2008 unterlag CFR-Mitglied John McCain dem CFR-Wunschkandidaten Barack Obama, der bereits einen Monat vor seiner Wahl die Liste mit den Namen seines künftigen Kabinetts von CFR Senior Fellow Michael Froman erhielt, der unter Obama die Freihandelsverträge TTIP und TPP aushandelte und danach als Distinguished Fellow zum CFR zurückkehrte.

Erst bei den Präsidentschaftswahlen von 2016 konnte sich der Council, offenbar, nicht durchsetzen.

Jedenfalls noch nicht.


Update 2018: Im Januar 2018, wenige Wochen bevor ihm der Internetzugang abgestellt wurde, 

teilte Wikileaks-Gründer Julian Assange die obige CFR-Mediengrafik auf seinem Twitter-Konto.

Update 2019: 2019 wurde bekannt, dass der verstorbene pädokriminelle Multimillionär Jeffrey Epstein bis 2009 Mitglied und Spender des Council on Foreign Relations und der Trilateralen Kommission war.

Update 2020: Nach den vier ungewöhnlichen Jahren der Trump-Präsidentschaft werden die Schlüsselpositionen im Kabinett von Präsident Joe Biden wieder fast vollständig mit CFR-Mitgliedern besetzt sein.


Referenzen

  1. Council on Foreign Relations:
  2. Bilderberg-Konferenzen: Teilnehmerlisten 1954 bis 2014 und 2015-2017
  3. Trilaterale Kommission: Mitgliederlisten von 1973; 1978; 1985; 1995; 2005; 2010; 2017
  4. Laurence H. Shoup (2015): Wall Street’s Think Tank: The Council on Foreign Relations and the Empire of Neoliberal Geopolitics, 1976-2014, Monthly Review Press (PDF)
  5. Wikipedia-Seiten über den CFR, die Bilderberg-Gruppe, und die Trilaterale Kommission


2. Die CFR-Matrix

Die erfolgreiche Umsetzung einer geopolitischen Strategie – in Friedens- und insbesondere in Kriegszeiten – wäre undenkbar ohne die wirkungsvolle Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Autoritäre Staaten sind hierfür meist auf direkte Regierungs­propaganda angewiesen, die indes oft rasch an Glaub­würdigkeit verliert.


Der Council ging dies klüger an: Mit seinen inzwischen knapp 5000 Mitgliedern baute er ein scheinbar vielfältiges und unabhängiges Informations­system auf, in dem jedoch nahezu alle relevanten Quellen und Bezugspunkte von Mitgliedern des CFR und seiner Partner­organisationen kontrolliert werden. Auf diese Weise entstand eine historisch einzigartige »Propaganda-Matrix«, deren Elemente und Funktionsweise im Folgenden dargestellt werden.




»Die Bedeutung des CFR ist nicht leicht zu übertreiben.  Es ist die wichtigste nichtstaatliche außenpolitische Organisation der USA. Seine zentrale Rolle besteht darin, die akzeptierten, legitimen und orthodoxen Parameter der Diskussion über die US-Außenpolitik und damit zusammenhängende Fragen zu definieren. () Der CFR entspricht also dem, was die Sowjets die oberste Ebene der Nomenklatura nannten.«

Princeton-Professor und ehem. CFR-Mitglied Stephen F. Cohen, The Nation, 2018

Eingebettete Medien

Ob Zeitungen, Magazine, Rundfunk oder Internet: Der Council on Foreign Relations war stets darauf bedacht, Eigentümer, Chef­redakteure und Top-Journalisten der führenden Medien in seine Strukturen zu integrieren.


In den USA wurden tatsächlich nahezu alle bekannten Medien von CFR-Vertretern gegründet oder bereits vor Jahrzehnten aufgekauft (siehe Abbildung unten). Dies war möglich, weil für den Betrieb eines einflussreichen Mediums bislang erhebliche finanzielle Mittel sowie Zugang zu politischen Entscheidungsträgern erforderlich waren – und über beides verfügt der Council und seine Mitglieder wie kaum eine andere Gruppierung. Selbst moderne Internet­unternehmen wie Google und Facebook sind auf höchster Ebene in das Netzwerk des Councils eingebunden – und bisweilen auch an dessen internationalen Operationen beteiligt.


Die traditionellen Medien in (West-)Deutschland wurden nach dem Krieg in einem alliierten Lizenzverfahren gegründet und mit sorgfältig ausgewählten Verlegern und Chef­redakteuren besetzt – Strukturen, die sich über verwandtschaftliche und andere Beziehungen bis heute erhalten haben. Nebst der Bilderberg-Gruppe und der Trilateralen Kommission erfolgt die Einbindung und Sozialisierung der führenden deutschen Medienleute dabei insbesondere über die sogenannte Atlantik-Brücke, die 1952 von CFR- und Weltbank-Präsident sowie Hochkommissar für Deutschland, John J. McCloy, zusammen mit CFR-Mitglied und Bankier Eric Warburg – dem Enkel von CFR-Direktor und Federal Reserve Initiant Paul Warburg – gegründet wurde.


Auch die offiziell neutrale Schweiz ist seit dem Zweiten Weltkrieg in die transatlantische Wirtschafts- und Sicherheits­architektur integriert und hat in hohem Maße von ihr profitiert. Deshalb liegt eine von transatlantischen Standards abweichende, allzu kritische Medien­bericht­erstattung – die rasch als »feindliche Propaganda« gewertet und zu unerwünschten politischen oder ökonomischen Komplikationen führen könnte – nicht im Landesinteresse.


In geopolitischen bzw. imperialen Angelegenheiten berichten mithin auch die etablierten Schweizer Medien weitgehend CFR- und NATO-konform. Begünstigt wird diese Konformität durch die zunehmende Medien­konzentration, die dazu führte, dass inzwischen über 90% des Schweizer Marktes von nur fünf Medien­häusern kontrolliert werden. Die strukturelle Einbindung dieser Verlage erfolgt dabei primär über die Bilderberg-Gruppe sowie über zunehmend enge Kooperationen mit deutschen Atlantikbrücke-Medien.

NATO-konform: Die Tagesschau des Schweizer Fernsehens SRF

In den folgenden Grafiken werden die soeben beschriebenen Mediennetzwerke in den USA, Deutschland und der Schweiz anhand der offiziellen Mitglieder- und Teilnehmerlisten (siehe Anhang) erstmals grafisch dargestellt. Wie ersichtlich umfassen sie im Wesentlichen sämtliche sogenannten »Mainstream-Medien«. Diese zugleich abwertende wie anmaßende Bezeichnung kann insofern als eine Umschreibung für CFR-konforme Publikationen begriffen werden.


Top-Journalisten und Führungskräfte nahezu aller bekannten US-Medien sind in das Netzwerk des einflussreichen Council on Foreign Relations (CFR) eingebunden. Im Folgenden wird dieses Netzwerk erstmals grafisch dargestellt.


Gegründet 1921 als eine private, überparteiliche Organisation zur »Erweckung Amerikas für seine weltweiten Pflichten«, prägen der CFR und seine knapp 5000 renommierten Mitglieder seit Jahrzehnten die US-Außenpolitik und deren mediale Darstellung. Wie ein bekanntes Council-Mitglied erklärte, schufen sie aus der amerikanischen Republik ein globales Imperium, indes eines der »benevolenten« Art.


Die folgende Abbildung zeigt – basierend auf den offiziellen Mitgliederlisten – erstmals das umfangreiche Mediennetzwerk des CFR und seiner zwei wichtigsten internationalen Partner-Organisationen: der Bilderberg-Gruppe sowie der Trilateralen Kommission. Beide wurden von Direktoren des Councils gegründet, um die Kooperation zwischen Eliten auf der internationalen Ebene zu fördern.


Das American Empire und seine Medien

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Richard Harwood, der ehemalige leitende Redakteur und Ombudsmann der Washington Post, schrieb über den Council on Foreign Relations anerkennend, dass seine Mitglieder »am ehesten dem entsprechen, was man das herrschende Establishment der Vereinigten Staaten nennen könnte.«

Harwood fuhr fort: »Die Mitgliedschaft dieser Journalisten im Council, was auch immer sie von sich selbst denken mögen, ist eine Bestätigung ihrer aktiven und wichtigen Rolle in öffentlichen Angelegenheiten und ihres Aufstiegs in die herrschende Klasse Amerikas. Sie analysieren und interpretieren die Außenpolitik der USA nicht nur; sie helfen sie zu machen. () Sie sind ein Teil des Establishments, ob sie es wollen oder nicht, und sie teilen die meisten seiner Werte und Ansichten.«

Medienforscher Prof./Ph.D., Noam Chomsky erklärte diesen Aspekt in einem Aufsatz von 1997: »Der entscheidende Punkt ist: Diese Journalisten wären nicht dort, wenn sie nicht schon lange bewiesen hätten, dass ihnen niemand sagen muss, was sie zu schreiben haben – da sie ohnehin das „Richtige“ schreiben werden. () Mit anderen Worten: Diese Journalisten durchliefen einen Sozialisierungsprozess.«

Allerdings machen Medienpersönlichkeiten nur rund fünf Prozent des umfangreichen CFR-Netzwerkes aus. Wie die folgende Abbildung (oben) zeigt, zählten und zählen zu den Mitgliedern des privaten Council on Foreign Relations unter anderem:


  • mehrere US-Präsidenten und Vize-Präsidenten beider Parteien;
  • nahezu alle Außen-, Verteidigungs- und Finanzminister;
  • die meisten Generalstabschefs und Kommandeure des US-Militärs und der NATO;
  • einige der einflussreichsten Kongressabgeordneten (insb. Außen- und Sicherheitspolitiker);
  • nahezu alle Nationalen Sicherheitsberater, CIA-Direktoren, UNO-Botschafter, Vorsitzende der Zentralbank (Fed), Weltbank-Präsidenten, sowie Direktoren des Nationalen Wirtschaftsrates;
  • zahlreiche prominente Akademiker, insbesondere in Politikwissenschaft und Ökonomie;
  • zahlreiche Direktoren von Banken, Denkfabriken, Universitäten, NGOs, und Hollywood;
  • sowie die Schlüsselmitglieder der 9/11-Kommission und der Warren-Kommission (JFK)


Bereits der Harvard-Ökonom und Kennedy-Unterstützer John Galbraith konstatierte: »Diejenigen von uns, die in der Wahlkampagne von Kennedy mitwirkten, wurden in der Regierung toleriert und durften mitreden, aber die Außenpolitik war dennoch in der Hand der Leute vom Council on Foreign Relations.«

Der Princeton-Professor und frühere CFR-Angehörige Stephen F. Cohen beschrieb den Council als »die wichtigste nichtstaatliche außenpolitische Organisation der USA«, die die »akzeptierten, legitimen und orthodoxen Diskussionsparameter« definiere. Der CFR entspreche dem, »was die Sowjets die oberste Ebene der Nomenklatura nannten.«

Und John J. McCloy, der ehemalige Vorsitzende des CFR, Hochkommissar für Deutschland, Mitgründer der Atlantik-Brücke, Weltbankpräsident und Berater mehrerer US-Präsidenten, erklärte rückblickend: »Wann immer wir in Washington einen Mann brauchten, blätterten wir einfach die Mitgliederliste des Councils durch und tätigten einen Telefonanruf nach New York [dem CFR-Hauptsitz].«

Schweizer Medien: Das Transatlantik-Netzwerk    


 

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Medien in Deutschland: Das Transatlantik-Netzwerk           

Deutsche Medien und Journalisten sind aus historischen Gründen besonders eng in transatlantische Netzwerke eingebunden. Die folgende Infografik gibt einen Überblick über die wichtigsten Akteure und Verbindungen.       

        


Quellen zur Infografik

  1. Jahresberichte der Atlantik-Brücke von 2006 bis 2016
  2. Teilnehmerlisten der Bilderberg-Konferenzen von 1954-2014 und von 2015-2017
  3. Aktuelle Mitgliederliste der Trilateralen Kommission (Mitglieder 1985, 1995, 2010)
  4. Der Offene Brief der Atlantik-Brücke zum Irak-Krieg von 2003
  5. Wikipedia-Artikel zur Atlantik-Brücke, ihren Mitgliedern und den Young Leaders
  6. Der Vernon A. Walters Award der Atlantik-Brücke
  7. Liste von Journalisten, die an Veranstaltungen der Atlantik-Brücke teilgenommen haben
  8. Dr. Uwe Krüger (2013): Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten – eine kritische Netzwerkanalyse. Herbert von Halem Verlag, Köln.

Hinweis zur Interpretation

Die Infografik stellt weder ein »Organigramm« noch eine »Konspiration« dar, sondern ein öffentlich dokumentiertes, politisch-publizistisches Netzwerk. Die oberste Ebene (CFR, NSC, NATO) definiert die transatlantische Geostrategie, die von den aufgeführten Medien im Allgemeinen abgebildet wird.

Medienforscher Noam Chomsky: »Der entscheidende Punkt ist: Diese Journalisten wären nicht dort, wenn sie nicht schon lange bewiesen hätten, dass ihnen niemand sagen muss, was sie zu schreiben haben – da sie ohnehin das „Richtige“ schreiben werden. () Mit anderen Worten: Diese Journalisten durchliefen einen Sozialisierungsprozess.«

Zusätzliche Informationen

  • Die Unternehmensgrundsätze des Axel Springer Verlags (Herausgeber u.a. von Bild und Welt) stipulieren eine “Unterstützung des trans­atlantischen Bündnisses” (alt) bzw. “die Solidarität in der freiheitlichen Werte­gemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika” (neu).
  • Die ZDF-Kabarett-Sendung »Die Anstalt« brachte 2014 einen vielbeachteten Beitrag zur transatlantischen Vernetzung deutscher Elite-Journalisten.


Die Anstalt (ZDF) vom 29. April 2014 zu transatlantischen Alpha-Journalisten in deutschen Medien

Informationen zum Video


Aktualisierungen

  • An der Bilderberg-Konferenz 2019 nahm Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner teil
  • An der Bilderberg-Konferenz 2018 nahm neben Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner unter anderem auch Bruno Patino teil, der Chief Content Officer von Arte France TV.
  • Im Jahresbericht 2018/19 der Atlantik-Brücke sind neu aufgeführt: Julia von Cube (Moderatorin WDR) und Sarah Kelly (Moderatorin Deutsche Welle).
  • Im Jahresbericht 2017/18 der Atlantik-Brücke sind neu aufgeführt: Julian Reichelt (Chefredakteur der Bild, Nachfolger von Kai Diekmann), Juliane Schäuble (Ressortleiterin Politik beim Tagesspiegel, Tochter von Wolfgang Schäuble), und Sarah Tacke (Redakteurin beim ZDF).
  • Im Jahresbericht 2016/17 der Atlantik-Brücke sind neu aufgeführt: Ines Pohl (Chefredakteurin des staatlichen Auslandrundfunks Deutsche Welle, zuvor Chefredakteurin der Tageszeitung taz) sowie Martin Klingst (Politischer Korrespondent der Chefredaktion, Die Zeit).
  • Im Februar 2018 wurde Gabor Steingart (Herausgeber Handelsblatt) entlassen, Thomas Ebeling (Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media) musste zurücktreten.




Die Bilderberg Konferenzen (LINK)

Die Bilderbergtreffen von 1954 - 2022



Obige Medien – sowie einige weitere, kleinere Publikationen – bilden den inneren Ring der Informationsmatrix. Sie suggerieren der Bevölkerung eine scheinbare Informationsvielfalt, vermitteln ihr in Wirklichkeit jedoch eine weitgehend homogene und CFR-konforme Sichtweise auf das Welt­geschehen. Hierfür steht den Medien ein umfangreiches Instrumentarium mit über zwei Dutzend ver­schie­denen Methoden zur Verfügung, die von einer tendenziösen Sprache über die selektive Themen­wahl und systematische Ausblendung von Kontext bis hin zur gelegentlichen Falschbehauptung reichen.


»Die Mitgliedschaft dieser Journalisten im Council, was auch immer sie von sich selbst denken mögen, ist eine Bestätigung ihrer aktiven und wichtigen Rolle in öffentlichen Angelegenheiten und ihres Aufstiegs in die herrschende Klasse Amerikas. Sie analysieren und interpretieren die Außenpolitik der USA nicht nur; sie helfen sie zu machen. () Sie sind ein Teil des Establishments, ob sie es wollen oder nicht, und sie teilen die meisten seiner Werte und Ansichten.«

Richard Harwood, ehemaliger leitender Redakteur
und Ombudsmann der Washington Post


Um die langfristige Kohärenz dieser Medienmatrix sicherzustellen, ist jedoch zusätzlich ein äußerer Ring erforderlich, der die Medien mit geeigneten Informationen, Sichtweisen und Deutungs­mustern versorgt. Dieser äußere Ring besteht aus trans­atlantischen Regierungen, Militärs, Geheim­diensten, NGOs, Denkfabriken und Experten sowie Nachrichten- und PR-Agenturen, die ihrerseits allesamt in das weitverzweigte Netzwerk des CFR eingebunden sind, wie die folgenden Abschnitte zeigen.

Nichtregierungsorganisationen (NGOs)

Während Propaganda in autoritären Staaten zumeist direkt von der Regierung ausgeht (und entsprechend einfach zu durchschauen ist), spielen in der CFR-Matrix die sogenannten Nicht­­regierungs­­organisationen (NGOs) eine besondere Rolle, da sie der Bevölkerung eine Regierungsferne und mithin eine größere Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit suggerieren.


Tatsächlich sind die Direktoren von Amnesty International (AI), Human Rights Watch (HRW) und vieler weiterer vordergründig humanitärer Organisationen jedoch seit Jahrzehnten in den Council ein­ge­bunden, während zahlreiche andere von CFR-Milliardären wie George Soros finanziert und gelenkt werden. Letzterer betreibt dabei durchaus keine eigen­ständige Außen­politik, sondern unter­stützt ledig­lich die inter­na­tionalen Opera­tionen des Councils im Rahmen seiner Möglichkeiten.


Während diese NGOs unterm Jahr bisweilen durchaus sinnvolle, indes überwiegend folgenlose Arbeit leisten (z.B. Berichte zur inter­nationalen Menschen­rechts­lage verfassen), kommt ihre geopolitische Funktion immer dann zum Einsatz, wenn es gilt, einen Regime Change vorzubereiten oder eine Militärintervention humanitär zu legitimieren.


So »verifizierte« Amnesty International bereits 1991 öffentlich, die von einer amerikanischen PR-Firma erfundene »Brutkastenlüge« und trug damit wesentlich zur Lancierung des Golfkriegs bei. Auch auf dem Balkan, in Afghanistan („NATO: keep the progress going!“) und Libyen forderten AI und HRW auf Basis fragwürdiger bis falscher Behauptungen »humanitäre« Militärinterventionen.


Im Syrienkrieg hatte Human Rights Watch nach dem Giftgasangriff vom Sommer 2013 alsbald ein Gutachten zur Hand, welches die Täterschaft der syrischen Regierung belegen und damit eine NATO-Intervention begründen sollte. In einer späteren Analyse von MIT-Forschern stellte sich das Gutachten indes als fabriziert heraus, doch für CFR-Medien dürfte dies auch künftig kein Grund zur Skepsis sein.

HRW-Direktor und CFR-Mitglied Kenneth Roth auf der Deutschen Welle

Im ostafrikanischen Eritrea, das sich den amerikanischen Hegemonial­ansprüchen seit seiner Unabhängigkeit von Äthiopien 1993 widersetzt hat, wurden Amnesty International und Human Rights Watch 2011 sogar auf frischer Tat bei einer Regime-Change-Operation ertappt: In geheimer Mission infiltrierten teils als Nonnen getarnte Mitarbeiter das Land, um ein verdecktes Netzwerk aufzubauen, das später auf Kommando landesweite Proteste auslösen sollte. In einem abgefangenen Schreiben der Amnesty-Direktorin für »Spezial­programme in Afrika« heißt es: „Unser Ziel ist es, dass das Regime von Issayas Afewerky bis Ende des Jahres ins Wanken gerät und gestürzt werden kann.“


Neben den permanenten NGOs wie Amnesty und HRW gründen und finanzieren CFR-geführte Institutionen wie USAID und NED für einzelne Konflikte bei Bedarf zusätzlich temporäre Organisationen, die lokale Aufgaben übernehmen und sich nahtlos in die Matrix einfügen lassen. Im Syrienkrieg entstanden auf diese Weise etwa die Syrische Beobachtungs­stelle für Menschen­rechte, das Aleppo Media Center oder die berüchtigten Weißhelme, die die westlichen Agenturen und Medien mit dramatischen und nicht immer über alle Zweifel erhabenen Bildern und Informationen versorgten.

Ein Mitarbeiter der Weißhelme zeigt auf den UNO-Hilfskonvoi, der am 20. September 2016 in der Nähe von Aleppo unter ungeklärten Umständen ausbrannte, und beschuldigt Russland und Syrien.

Selbstverständlich gibt es auch zahlreiche aufrichtige und unabhängige NGOs, die sich ernsthaft für den Frieden und die Menschen­rechte engagieren. Nur sind diese zumeist mit wesentlich weniger Mitteln ausgestattet, und kommen in CFR-Medien kaum je zu Wort – insbesondere nicht in geostrategisch entscheidenden Momenten.

Box 1: Der Friedensnobelpreis. Eine besondere Rolle in der Definition von »Gut« und »Böse« spielt der sogenannte Friedens­nobel­preis. Dieser wird als einziger der Nobelpreise nicht von der Akademie der Wissenschaften des neutralen Schweden verliehen, sondern von einer Kommission ehemaliger Politiker des NATO-Gründungs­mitglieds Norwegen. Der Friedens­nobel­preis wird deshalb im Allgemeinen nicht für die Wahrung des Friedens an sich, sondern für die Wahrung des amerikanischen Friedens – der Pax Americana – vergeben. Persönlich­keiten, die sich beispielsweise gegen völker­rechts­widrige NATO-Interventionen engagiert haben, sucht man auf der Liste der Preisträger daher vergeblich. Dafür findet man dort CFR-Vertreter von Kissinger bis Obama und ihre Gehilfen in Ländern von Burma über Tunesien und Jemen bis zur EU.



Die Friedensnobelpreisträgerin und Präsidentin Burmas, Aung San Suu Kyi, erhält den NED Democracy Award 2012 im US-Kapitol. Links NED-Präsident und Council-Mitglied Carl Gershman, rechts die frühere US-Außenministerin und Council-Direktorin Madeleine Albright. Burma ist Teil der US-Einkreisungsstrategie gegenüber China.

Denkfabriken und "Experten"

Eine weitere wichtige Funktion in der CFR-Matrix nehmen die sogenannten Denkfabriken (Think Tanks) und Experten wahr. Diese versorgen die Medien und die Öffentlichkeit mit scheinbar fundierten und objektiven Einschätzungen und Analysen. Tatsächlich sind jedoch nahezu alle Experten, die in CFR-konformen Medien zu Wort kommen, ihrerseits in das transatlantische Netzwerk des Councils integriert – wobei dies dem Publikum zumeist nicht mitgeteilt wird.


In den USA betrifft dies etwa die Brookings Institution, die RAND Corporation, den NATO-nahen Atlantic Council, das Aspen Institute oder das Center for Strategic and International Studies (CSIS), die allesamt von CFR-Kadern geführt werden. Auch der Gründer des »investigativen Journalisten-Kollektivs« Bellingcat – das CFR-Medien in der Ukraine-Krise und im Syrienkrieg mit einschlägigen Analysen belieferte – tauchte alsbald als Senior Non-Resident Fellow beim Atlantic Council auf.

Bellingcat-Gründer Eliot Higgins und ZDF-Moderatorin Marietta Slomka erhalten 2015 den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für herausragenden Fernsehjournalismus. (WDR)

Hinzu kommen Dutzende von Politik-, Wirtschafts- und Geschichts­professoren sowie die Präsidenten der meisten amerikanischen Elite­universitäten, die als CFR-Mitglieder für einen konformen Forschungs- und Lehrbetrieb sorgen und den Medien als Experten zur Verfügung stehen (siehe erste Abbildung).


In Deutschland zählen zu den in CFR-Medien gefragten Denkfabriken insbesondere die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) – die 1955 vom CFR mitgegründet und vom ehemaligen Atlantikbrücke-Chef Arendt Oetker präsidiert wird – sowie die von einem BND-Geheimdienstler auf Anraten von CFR-Direktor Kissinger gegründete Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Die SWP wird hauptsächlich von der deutschen Bundes­regierung finanziert und von Volker Perthes geleitet, der gleichzeitig Mitglied in der Atlantikbrücke, der Trilateralen Kommission, der Bilderberg-Gruppe und der DGAP ist und damit zu den führenden Transatlantikern Deutschlands zählt.

SWP-Direktor Volker Perthes in den ARD-Tagesthemen (ARD)

Die SWP ist indes nicht nur eine Denkfabrik, sondern auch ein Planungsbüro: So organisierte sie 2012 in Berlin zusammen mit dem »US Institute of Peace« – das vom ehemaligen US-Sicherheitsberater und CFR-Mitglied Stephen Hadley geleitet wird – eine Serie von Workshops mit syrischen Oppositionellen und Rebellen, um die Zeit nach dem anvisierten Regierungssturz zu planen (Projekt »Day After«).

In der Schweiz gibt es mit Ausnahme des ETH Center for Security Studies kaum noch nennenswerte geopolitische Institute. Das Schweizer Fernsehen und Zeitungen wie die NZZ greifen für ihre Interviews und Gastbeiträge deshalb ebenfalls gerne auf SWP-Experten und andere deutsche Trans­atlantiker zurück – wobei deren einschlägige Verbindungen üblicherweise nicht offengelegt werden.

Unabhängige Experten – an Fachwissen ihren transatlantischen Kollegen nicht selten überlegen – haben in CFR-Medien hingegen einen schweren Stand: Die meisten von ihnen werden schlicht ignoriert, während besonders kritische Köpfe sogar mit Diffamierungs­kampagnen rechnen müssen, wie sie zuletzt der deutsche Islam­wissen­schaftler und Syrienkenner Michael Lueders oder der Schweizer Historiker und Experte für verdeckte Kriegsführung Daniele Ganser erlebten.

Militär (komplex)

Auch das Militär der USA und der NATO-Staaten ist ein integraler Bestandteil der CFR-Matrix und spielt insbesondere in Krisen- und Kriegszeiten eine entscheidende Rolle.


Der CFR unterhält seit Jahrzehnten ein eigenes Ausbildungs­programm für Offiziere, sodass inzwischen Schätzungen zufolge rund 75% aller höheren US-Militärs vom CFR ausgebildet wurden – inklusive nahezu aller Generalstabschefs, NATO-Oberbefehlshaber und Gebietskommandeure seit dem Zweiten Weltkrieg (siehe erste Abbildung und Auflistung pro Administration). Auf diese Weise hat sich der Council eine ideologisch geschulte, imperiale Streitkraft aufgebaut, wie man dies sonst fast nur von totalitären Regimen her kennt.


Ulrich Tilgner, der langjährige Nahost-Korrespondent des ZDF und Schweizer Fernsehens, beschrieb die Interaktion zwischen Medien und Militär im Rückblick auf den Irak-Krieg von 2003 wie folgt:


“Mit Hilfe der Medien bestimmen die Militärs die öffentliche Wahrnehmung und nutzen sie für ihre Planungen. Sie schaffen es, Erwartungen zu wecken und Szenarien und Täuschungen zu verbreiten. In dieser neuen Art von Krieg erfüllen die PR-Strategen der US-Administration eine ähnliche Funktion wie sonst die Bomberpiloten. Die Spezial-Abteilungen für Öffentlich­keits­­arbeit im Pentagon und in den Geheim­diensten sind zu Kombattanten im Informationskrieg geworden. ()


Dabei nutzen die amerikanischen Militärs die mangelnde Transparenz der Bericht­erstattung in den Medien gezielt für ihre Täuschungs­­manöver. Die von ihnen gestreuten Informationen, die von Zeitungen und Rundfunk aufgenommen und verbreitet werden, können Leser, Zuhörer oder Zuschauer unmöglich bis zur Quelle zurückverfolgen. Somit gelingt es ihnen nicht, die ursprüngliche Absicht der Militärs zu erkennen. … Journalisten werden so als Mittel genutzt, den Kriegsgegner in die Irre zu führen. Information wird zum Bestandteil der Kriegsführung: zum Informationskrieg.“ (Tilgner, Der inszenierte Krieg, 2003/2007, S. 132ff)


Tilgners Einschätzung wurde von Tom Curley, dem ehemaligen Chef der amerikanischen Nachrichten­agentur Associated Press, bestätigt. Curley machte in einem Vortrag von 2009 publik, dass allein das Pentagon 27’000 PR-Spezialisten beschäftigt, die mit einem jährlichen Budget von fast 5 Milliarden Dollar Propaganda und Desinformation produzieren. Zudem hätten hohe US-Generäle gedroht, dass man die AP und ihn »ruinieren« werde, falls die Reporter allzu kritisch über das US-Militär berichten sollten. Dennoch – oder deswegen – übernehmen CFR-Medien die Verlautbarungen des US- und NATO-Militärs zumeist gänzlich unkritisch.


Die Symbiose zwischen Militär und Medien reicht somit weit über die berüchtigten »eingebetteten Journalisten« hinaus. Unabhängige Investigativ-Journalisten haben hingegen einen schweren Stand: Sie werden von NATO-Mitgliedern gemäß Wikileaks-Dokumenten als eines der größten Sicherheits­risiken eingestuft – und entsprechend behandelt.

Mitglieder des US-Generalstabs auf einem CFR-Podium, 2013.

Geheimdienste

Seit dem Zweiten Weltkrieg waren nahezu alle CIA-Direktoren Mitglieder des Councils. Bereits die Vorgänger­organisation der CIA, das Office of Strategic Services (OSS), wurde von den CFR-Mitgliedern Allen Dulles und William J. Donovan gegründet und geleitet. Insofern dürfte die CIA eher als ein verdeckt operierender Arm des Councils zu sehen sein, und weniger als ein klassischer, ausschließlich dem US-Präsidenten unterstellter Geheimdienst.

CIA- und CFR-Direktor Allen Dulles (links), der nach der gescheiterten Kuba-Invasion von Kennedy entlassen wurde und später die Untersuchungs­kommission zum Mord an Kennedy mitleitete.

Damit erscheint auch die bekannte Operation Mockingbird in einem etwas anderen Licht. Mitte der 70er Jahre wurde publik, dass die CIA in nahezu allen US-Medien über Konfidenten verfügte und diese mit Information bzw. Desinformation belieferte. Allerdings waren die Chefs dieser Medien ohnehin längst in den Council eingebunden und saßen mit den Direktoren der CIA am selben Tisch – von einer subversiven Unter­wanderung ansonsten unabhängiger Medien kann insofern nicht wirklich gesprochen werden. Beendet haben soll dieses Programm schließlich CIA- und CFR-Direktor George H.W. Bush – jedenfalls stand dies damals so in den Zeitungen.


Der ehemalige CIA-Offizier und Whistleblower John Stockwell sagte zu seiner Arbeit im Angola-Krieg: »Das grundsätzliche Ziel war, es wie eine gegnerische Aggression aussehen zu lassen. In diesem Sinne schrieben wir passende Geschichten und brachten sie in den Medien unter. Ein Drittel meines Teams in dieser Mission waren PR-Experten, deren Aufgabe es war, Nachrichten zu erfinden und sie in der Presse zu platzieren. Die Redakteure in den meisten westlichen Zeitungen sind nicht allzu skeptisch bei Meldungen, die den allgemeinen Ansichten und Vorurteilen entsprechen. Einige unserer Geschichten liefen während Wochen. Aber es war alles erfunden.«


Dass auch einige deutschsprachige Top-Journalisten eng mit Geheimdiensten zusammenarbeiten, dies zeigt beispielhaft der Fall von Otto Schulmeister.


Schulmeister war langjähriger Chefredakteur der Presse, einer der traditionsreichsten Tages­zeitungen Österreichs. Dabei unterhielt er enge Kontakte zur CIA und wurde vom Geheim­dienst laufend mit »Material« versorgt. In der CIA-Zentrale freute man sich über die gute Zusammenarbeit, wie in seinem kürzlich deklassifizierten Dossier nachzulesen ist: »Material ausgehändigt. Es erschien ein Leitartikel nach unseren Anweisungen.«


Das Besondere an Geheimdiensten wie der CIA ist indes, dass sie nicht nur in der Gewinnung und Verarbeitung von Informationen tätig sind, sondern auch verdeckte Operationen durchführen. Beispiels­weise organisierten britische und amerikanische Geheimdienste zusammen mit der NATO während des Kalten Kriegs Dutzende Bombenanschläge in Westeuropa, die sodann kommunistischen und arabischen Gruppierungen angelastet wurden (Operation Gladio). CFR-konforme Medien verbreiteten dabei stets das offizielle Narrativ und stellten keine kritischen Fragen – ein Mechanismus, der sich bis heute beobachten lässt.

Anschlag auf den Bahnhof von Bologna, 1980: Eine Gladio-Operation

Auf diese Weise kann das Netzwerk des Councils von der verdeckten Operation bis hin zur medialen Bericht­erstattung eine ganze Ereigniskette dirigieren und so eine künstliche Realität erschaffen, mit der sich die Öffentlich­keit nahezu beliebig lenken lässt. Oder wie es der ehemalige CIA-Direktor und Council-Vertreter William Casey einst formulierte: „Unser Desinformations­programm wird erst abgeschlossen sein, wenn alles, was die Öffentlich­keit glaubt, falsch ist.“

Box 2: Die SITE Intelligence Group. Wenn ein neues Al-Kaida-Video auftaucht oder die mysteriöse Terror­gruppe ISIS sich zu einem Anschlag bekennt, erfahren CFR-konforme Medien dies zumeist aus derselben Quelle: Von der israelisch-amerikanischen SITE Intelligence Group. Das Besondere an SITE: Die Organisation erhält solche Informationen nicht nur meist als Erste, sie ist mitunter auch an deren Produktion beteiligt. So stellte sich 2011 im Rahmen eines Münchner Gerichtsverfahrens heraus, dass SITE zusammen mit US-Geheimdiensten beim Aufbau der Al-Kaida-Plattform Global Islamic Media Front (GIMF) in Deutschland behilflich war.Ausschnitt aus einem von SITE veröffentlichten ISIS-Video. Die Terrorgruppe marschierte 2014 via NATO-Mitglied Türkei und NATO-Partner Jordanien in Syrien und im Irak ein und provozierte eine Militärintervention der US-Allianz in diesen Ländern.

Regierungen

Bis zur überraschenden Wahl von Donald Trump (siehe: Trump, die Medien, und die Geopolitik) besetzte der Council während Jahrzehnten nahezu alle Schlüssel­positionen in der US-Regierung und stellte pro Administration – ob demokratisch oder republikanisch – mehrere hundert Spitzenbeamte und Berater. Der ehemalige US-Senator Barry Goldwater sagte dazu einst: „Wenn wir die Präsidenten wechseln, dann bedeutet dies, dass die Wähler einen Wechsel in der nationalen Politik wünschen. () Bisher gab es zwar stets einen großen Wechsel an Personal, aber keinen Wechsel in der Politik, denn ein CFR-Mitglied löste das andere ab.“


Andere Regierungen im Einflussbereich der USA haben meist nur geringen Einfluss und Spielraum, wenn es um geopolitische bzw. imperiale Angelegenheiten geht. Werner Weidenfeld, der langjährige Koordinator der deutschen Bundesregierung für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, erklärte dies in einem Interview wie folgt: „Wenn wir in einer ernsten Frage anderer Auffassung sind [als die Amerikaner], dann kommt Geheim­dienst­material auf den Tisch, das Deutschland belastet, und [es heißt:] entweder ihr macht mit, oder ihr seid dran.“ (siehe Video)

Professor Weidenfeld: »Entweder ihr macht mit, oder ihr seid dran.« (2013)

Auch die offiziell neutrale Schweiz kann sich den geopolitischen Zwängen nicht entziehen: Würde sich die Eidgenossen­schaft beispielsweise nicht an den US-initiierten Sanktionen gegen Russland, Syrien oder den Iran beteiligen, dann gäbe es eben Sanktionen gegen die Schweiz (wie sie im Rahmen des Hotz-Linder-Abkommens schon einmal angedroht wurden) – mit verheerenden Folgen für die Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft. Entsprechend zurück­haltend berichten staats­tragende Medien über derartige Themen.


»Diejenigen von uns, die in der Wahlkampagne von Kennedy mitwirkten,
wurden in der Regierung toleriert und durften mitreden, aber die Außenpolitik
war dennoch in der Hand der Leute vom Council on Foreign Relations.«

John Kenneth Galbraith, Harvard-Ökonom und Kennedy-Unterstützer
Zitat aus: The Best and the Brightest, S. 60


Innerhalb der Matrix nehmen Regierungen verschiedene Aufgaben wahr. Einerseits zählen sie natürlich seit jeher zu den Hauptakteuren in der unmittelbaren Verbreitung von Propaganda. Im Vergleich zu autoritären Staaten profitieren Demokratien dabei vom Umstand, dass ihre durch Propaganda »belasteten« Regierungen alle paar Jahre durch frische Nachfolger mit neuem Vertrauens­vorschuss abgelöst werden – wobei sich an den geopolitischen Macht­ver­hältnissen und Mechanismen durch den Regierungs­wechsel zumeist nichts ändert (siehe Abbildung).

Zustimmungswerte für US-Präsidenten seit 1946 (Gallup / USA Today)

Noch wesentlich grundlegender ist jedoch der staatliche Einfluss auf das Bildungs­wesen, durch welches das Welt- und Geschichts­bild einer Bevölkerung nachhaltig geformt wird. Insbesondere die Geschichts­schreibung ist ein essentielles Instrument, um »Gut« und »Böse« zu definieren und das Selbst­ver­ständnis von Ländern zu prägen. Und obwohl jeder weiß, dass »der Sieger die Geschichte schreibt«, sind sich nur wenige bewusst, dass dem tatsächlich so ist.


CFR-Medien – sowie das Online-Lexikon Wikipedia – sorgen ihrerseits dafür, die imperiale Geschichts­schreibung in der Öffent­lich­­keit präsent zu halten, während es kritischen Historikern (»Revisionisten«) oft noch schlechter ergeht als ihren Kollegen im Journalismus. Denn es gilt das Diktum von George Orwell: „Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.“


Box 3: Die UNO. Die Giftgasangriffe der syrischen Regierung seien durch einen »sehr seriösen UNO-Bericht« belegt, schrieb der Ombudsmann des Schweizer Fernsehens in seiner Antwort an einen Zuschauer, der dem SRF eine einseitige Bericht­erstattung vorwarf. 

Doch amerikanische Investigativ-Journalisten kamen zu einem gegenteiligen Ergebnis: Der UNO-Bericht zu Gift­gas­einsätzen in Syrien weise gravierende Mängel auf, habe Manipu­lationen ignoriert und basiere letztlich auf Behauptungen regierungs­­feind­licher Milizen.


Weshalb publiziert die UNO einen solch fragwürdigen Bericht? Womöglich deshalb, weil die federführende UNO-Abteilung für Politische Angelegenheiten von einem US-Diplomaten geleitet wird, der zuvor in der Besatzungs­behörde für den Irak (CPA) diente, während die von der UNO mit der Untersuchung beauftragte Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) von einem türkischen Diplomaten geführt wird, der zuvor NATO-Funktionär (und Bilderberg-Teilnehmer) war. Auch UNO-Berichte sind mithin stets kritisch zu prüfen – zumal CFR-Medien diese Arbeit aus naheliegenden Gründen kaum übernehmen werden. (Mehr zur Rolle der UNO: siehe hier und hier).

Die amerikanische UNO-Botschafterin präsentiert Bilder von Opfern eines angeblichen Giftgas-Angriffs der syrischen Regierung; April 2017 (AP).

Hollywood

Nebst den traditionellen Medien ist auch die Filmindustrie in Hollywood ein fester Bestandteil der CFR-Matrix, zumal die Chefs aller bekannten Filmstudios – von Disney über Universal bis 20th Century Fox – in den Council eingebunden sind. Deshalb erstaunt es nicht, dass Hollywood von American Sniper  bis Zero Dark Thirty einen Propaganda­streifen nach dem anderen in die Kinos bringt und damit – zusätzlich zum Schulunterricht – das Welt- und Geschichtsbild breiter Bevölkerungs­schichten auf mehr oder weniger subtile Art und Weise beeinflusst.


Die Filmstudios agieren dabei nicht unabhängig von den übrigen Akteuren der CFR-Matrix: Gemäß kürzlich veröffentlichten Dokumenten haben Pentagon und CIA die Drehbücher von mindestens 800 Kinofilmen und über 1000 TV-Produktionen bis in einzelne Dialoge und Figuren hinein bearbeitet, um dem Publikum die gewünschten Botschaften und Stereotype zu vermitteln. Besonders lohnenswert ist dieser Aufwand, wenn die jeweilige Filmproduktion Ende des Jahres einen Oscar erhält – so wie zuletzt der »Dokumentarfilm« über die ominösen Weißhelme in Syrien.


»Der Kinofilm ist eines der mächtigsten Propagandawerkzeuge, 
die den Vereinigten Staaten zur Verfügung stehen.«

Zitat aus: Der Film als Waffe der psychologischen Kriegsführung,


 Strategiepapier des US-Geheimdienstes OSS


Doch nicht nur Filmstudios, auch einige der bekanntesten Hollywood-Stars sind Mitglied im CFR und engagieren sich für dessen internationale Projekte. Wenn Angelina Jolie nach Libyen fliegt, um mit den NATO-Revolutionären Solidarität zu zeigen und sie für ihren Einsatz zu loben, oder wenn George Clooney sich (der hungernden Kinder wegen) für die Aufspaltung des (ölreichen und China-freundlichen) Sudans unter US-Aufsicht einsetzt, dann berichten CFR-Medien ausführlich darüber – und erwähnen dabei nur eines nicht:

dass diese Schauspieler ebenfalls Mitglieder des Councils sind.


 Clooney 2012 im (Süd-)Sudan, Jolie 2011 in Libyen. (Abaca/Reuters)

Nachrichtenagenturen

Eine besondere Rolle in der Informationsmatrix nehmen die Nachrichten­agenturen ein. Der ehemalige Geschäftsführer der österreichischen Nachrichten­agentur APA beschrieb ihre Funktion mit diesen Worten: »Nachrichten­agenturen stehen selten im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Dennoch sind sie eine der einflussreichsten und gleichzeitig eine der am wenigsten bekannten Mediengattungen. Sie sind Schlüssel­insti­tutionen mit substanzieller Bedeutung für jedes Mediensystem. Sie sind das unsichtbare Nerven­zentrum, das alle Teile dieses Systems verbindet.« (Segbers 2007, S.10)


Tatsächlich stammen bei internationalen Ereignissen nahezu alle Texte und Bilder, die CFR-Medien verwenden, von nur drei globalen Nachrichten­agenturen: der amerikanischen Associated Press (AP), der britisch-kanadischen Thomson-Reuters, und der französischen Agence France-Presse (AFP). Selbst internationale Korrespondenten müssen sich für ihre Arbeit zumeist auf diese Agenturen verlassen, wie der langjährige holländische Kriegs­bericht­erstatter Joris Luyendijk in seinem Buch »Von Bildern und Lügen in Zeiten des Krieges« eindrucksvoll beschrieb.



»Putin droht«, »Iran provoziert«, »NATO besorgt«, »Assad-Hochburg«: Inhaltliche und sprachliche Ähnlichkeit der geopolitischen Bericht­erstattung aufgrund von Meldungen der globalen Agenturen.

Die Dominanz der drei globalen Agenturen hat einerseits zur Folge, dass sich in CFR-Medien von Wien bis Washington meist in etwa dieselben Informationen finden – und dieselben Informationen fehlen. Andererseits erleichtert die zentrale Informations­distribution jenen Akteuren die Arbeit, die in entscheidenden Momenten Propaganda und Desinformation in das weltweite Mediensystem einspeisen möchten.


Reuters-Kriegskorrespondent Fred Bridgland beschrieb dies in einer bemerkenswerten Reportage des britischen Channel 4 wie folgt: »Wir basierten unsere Berichte auf offiziellen Mitteilungen. Erst Jahre später erfuhr ich, dass in der US-Botschaft ein Desinformations-Experte der CIA saß und diese Mitteilungen erfand, die überhaupt keinen Bezug zur Realität hatten. () Aber ehrlich gesagt, egal was die Agenturen publizieren, es wird von den Redaktionen sowieso aufgenommen.«


Während Reuters und AP direkt in den Council eingebunden sind, gehört die AFP dem französischen Staat, der seinerseits über die Bilderberg-Gruppe und die NATO in die transatlantischen Strukturen integriert ist. Im Endeffekt fungieren die globalen Agenturen dadurch als eine Art »Propaganda-Multiplikator«, mit dem CFR-Operateure und ihre Partner die gewünschten Botschaften weltweit verbreiten können. Dabei profitieren sie vom Umstand, dass die Agenturen im Normalfall absolut seriös arbeiten und deshalb einen ausgezeichneten Ruf genießen.

Der Propaganda-Multiplikator

Nur dank den drei globalen Agenturen gelangten etwa die zweifelhaften Berichte der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte oder die fragwürdigen Ukraine-Analysen von Bellingcat an hunderte internationale Medien und dadurch an ein weltweites Milliardenpublikum.


Auch die Bilder des ausgebrannten UN-Hilfskonvois bei Aleppo im September 2016 sowie des »Giftgasangriffs« auf Khan Sheikhoun im April 2017 – beide Ereignisse sind bis heute nicht aufgeklärt – gingen um die Welt und sorgten für massive diplomatische und sogar militärische Reaktionen. Die Fotos stammten in beiden Fällen von den zwei selben, in US-unterstützte Milizen eingebetteten, Agenturfotografen.


Die Arbeiten unabhängiger Reporter schaffen es bei geopolitisch brisanten Ereignissen hingegen kaum in die Nachrichten. Der Norweger Jan Oberg war im Dezember 2016 als einer von wenigen Fotografen im rückeroberten Aleppo vor Ort, doch seine Bilder konnte er in keinem Medium unterbringen – sie hätten »nicht ins westliche Narrativ gepasst«. Und der langjährigen Nahost-Korrespondentin und Syrien-Kennerin Karin Leukefeld wurde mitgeteilt, man könne ihre Reportagen nicht mehr verwenden, da sie sich nicht an die »einschlägigen Agentur­meldungen« halte.


 Passten nicht ins »westliche Narrativ«: Bilder von Jan Oberg aus Aleppo.

Chefs von Nachrichtenagenturen haben aufgrund ihres Überblicks über die Medien­land­schaft mitunter aber noch ganz andere Aufgaben: So war der Direktor der Schweizerischen Depeschen­agentur SDA während des Kalten Krieges persönlich dafür zuständig, der »Links­lastigkeit« verdächtigte Schweizer Journalisten zwecks Fichierung und Observation der Bundes­polizei zu melden.

PR-Agenturen

Was Regierungen, Militärs und Geheimdienste nicht selbst durchführen können oder wollen, das übernehmen externe PR-Agenturen. So wurde etwa die bekannte »Brutkastenlüge« (siehe oben) von der US-Agentur Hill & Knowlton inszeniert, indem die Tochter des kuwaitischen Botschafters zur Kranken­schwester gemacht und auf ihre Falschaussage vor dem US-Kongress vorbereitet wurde.


Die Schlüsselfigur war damals John E. Porter, der den Kongress­ausschuss leitete und gleichzeitig mit der PR-Agentur kooperierte. Angesichts solcher Kollusion forderte selbst die CFR-affine New York Times Konsequenzen – und die gab es tatsächlich: Porter wurde kurz darauf in den Council gewählt.

Die Brutkastenlüge: »Krankenschwester« Nayirah vor dem US-Kongress, 1991

Der Golfkrieg war eben erst beendet und die Brutkasten­lüge aufgedeckt, da war die US-Agentur Rudder Finn bereits in den Balkan­kriegen aktiv und bereitete den publizistischen Boden für die folgende NATO-Intervention (siehe Becker/Beham, Operation Balkan: Werbung für Krieg und Tod, 2008). Der damalige Direktor von Rudder Finn erklärte in einem späteren Interview, warum seine Firma beispiels­weise die Falsch­meldung von serbischen »Todeslagern« in Bosnien verbreitete:


„Unsere Arbeit ist nicht, Informationen zu überprüfen. Dafür sind wir nicht ausgerüstet. Unsere Arbeit ist es, die Zirkulation von für uns günstigen Informationen zu beschleunigen und sorgfältig ausgewählte Ziele zu erreichen. Wir haben die Existenz von Todeslagern in Bosnien nicht bestätigt, wir haben nur bekannt gemacht, dass [das US-Magazin] Newsday diese behauptet hat. () Wir sind Professionals. Wir hatten einen Auftrag und wir erledigten ihn. Wir sind nicht dafür bezahlt, moralisch zu sein.“


Als der Auslandschef einer Schweizer Wochen­zeitung diese und andere Kriegslügen Mitte der 1990er Jahre einem deutsch­sprachigen Publikum darlegen wollte, intervenierten umgehend bekannte Medien­häuser aus Deutschland und der Schweiz bei seinem Verleger und sorgten dafür, dass er zu Bosnien vorläufig nichts mehr schreiben durfte und gar seine Absetzung diskutiert wurde.

Danke für die Bücher: »Bana Alabed« und J.K. Rowling, Syrienkrieg, 2016. (AP)

Auch im Syrienkrieg waren PR-Profis gefragt. Ein Höhepunkt war hierbei zweifellos das »siebenjährige Twitter-Mädchen Bana Alabed«, welches der Bevölkerung in den NATO-Staaten in bestem Englisch versicherte, dass die Rückeroberung Aleppos durch die syrische Armee und Russland keine Befreiung, sondern ein neuer »Holocaust« sei. CFR-Medien berichteten während Wochen über das Kind.


Schließlich wurde bekannt, dass »Bana« bei der britischen PR-Agentur The Blair Partnership unter Vertrag ist, bei der auch Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling mitwirkt, die ihr zuvor medienwirksam einige ihrer Bücher zukommen ließ. Keine Geschenke gab es hingegen für einen deutschen Blogger, der dem Magazin Stern wegen unkritischer Verbreitung der Bana-Geschichte »Fake News« vorwarf: Er wurde sogleich verklagt.


Ein weiteres Spezialgebiet von PR-Agenturen ist das sogenannte Astroturfing, bei dem eine künstliche öffentliche Bewegung lanciert wird, um ein politisches Ziel zu erreichen. Besonders beliebt sind hierzu Online-Petitionen vermeintlich humanitärer Organisationen wie Avaaz oder Campact, die dann statt Unterstützung für den Regenwald plötzlich eine »Flug­verbots­zone« über Libyen fordern.


 Avaaz-Petition zur Errichtung einer Flugverbotszone über Libyen. 


Journalisten in der Matrix

Ein entscheidender Aspekt der CFR-Matrix besteht darin, dass auch gewöhnliche Journalisten in sie eingeschlossen sind. Viele Journalisten dürften mithin selbst an die ihnen vorgesetzten Narrative glauben, während andere wie PR-Profis arbeiten und ihre Beiträge einfach mit dem gewünschten Spin abliefern. Wieder andere mögen in der Konformität gar eine Karrierechance für sich erblicken.


Doch vorselektierte Quellen, Gruppendruck und die Abhängigkeit von Vorgesetzten und Auftrag­gebern sorgen dafür, dass es selbst für aufrichtige und intelligente Journalisten schwierig bis unmöglich ist, die Informations­matrix von innen heraus zu durchbrechen und abweichende Standpunkte einzubringen, sofern imperiale Angelegenheiten tangiert sind.


So haben Mitarbeiter der ARD gemäß internen Memos die Vorgabe, bei geopolitischen Konflikten »west­liche Posi­tionen zu ver­tei­di­gen«, vertrauliche Sprachregelungen zu beachten und ausschließlich konforme Quellen zu verwenden. Der ehemalige Chefredakteur des ZDF machte zudem publik, dass Bei­träge zu US-Kriegen politisch beeinflusst werden. Nahost-Korrespondent Ulrich Tilgner be­klagte re­dak­tio­nelle Ein­­griffe aufgrund von »Bünd­nis­rück­sich­ten«, und der vormalige Leiter des ZDF-Studios Bonn be­stä­tig­te »An­wei­sungen von oben« und eine »frei­willige Gleich­­schal­­tung« der Jour­na­lis­ten.

Re­dak­tio­nelle Ein­­griffe aufgrund von »Bünd­nis­rück­sich­ten«: Nahost-Korrespondent Tilgner

Abweichler werden entsprechend sanktioniert: In der Schweiz wurde etwa der langjährige SRF-Korrespondent Helmut Scheben als »Putin-Troll« und »Teil der russischen Propaganda-Maschinerie« beschimpft, als er es wagte, die Syrien­bericht­erstattung westlicher Medien kritisch zu hinterfragen. Auch ein NZZ-Autor, der sich anmerken ließ, dass er noch offene Fragen zu den Ereignissen vom 11. September 2001 hat, wurde von seinem Chef umgehend öffentlich zurechtgewiesen.


Amerikanischen Journalisten ergeht es nicht besser. Gary Webb, der in den 90er Jahren aufdeckte, dass die CIA Kokain aus Kolumbien importierte und mit den Erlösen Milizen in Nicaragua finanzierte, wurde von den US-Medien so lange diffamiert, bis sein Ruf ruiniert war und er einige Jahre später Selbstmord beging. Phil Donahue, der 2003 als beinahe einziger US-Topjournalist den geplanten Irak-Krieg kritisierte, wurde von MSNBC trotz hervorragender Quoten kurzerhand entlassen.


Amber Lyon, die im Auftrag von CNN eine Dokumentation über den US-Verbündeten Bahrein drehte und darin die Menschenrechtslage kritisierte, wurde die Ausstrahlung von ihrem eigenen Sender verweigert, worauf sie den Sender von sich aus verließ. Und Sean Hannity, der auf Fox News den ungeklärten Mord an DNC-Mitarbeiter Seth Rich thematisieren wollte, sah sich mit dem Absprung mehrerer Sponsoren und der möglichen Absetzung seiner Sendung konfrontiert – sowie mit erbosten Kommentaren von führenden Council-Mitarbeitern.

Für CFR-Medien ein Tabu: Erhielt Wikileaks die Emails der Demokratischen Partei 2016 nicht von »russischen Hackern«, sondern vom kurz darauf ermordeten DNC-Mitarbeiter Seth Rich?

Nun könnte man annehmen, dass in solch offensichtlichen Missbrauchs­fällen das amerikanische Committee to Protect Journalists (CPJ), das sich für die Rechte der Journalisten einsetzt, intervenieren würde. Dem ist jedoch nicht so – denn die Direktoren sowie fast der gesamte Vorstand des CPJ sind selbst Mitglieder des Council on Foreign Relations.

Immerhin könnten solche Journalisten für ihre Arbeit eine Auszeichnung erhalten, beispiels­weise den renommierten Pulitzer-Preis. Auch hier wartet man jedoch vergeblich, denn der Präsident des Pulitzer-Komitees (aktuell ein Washington-Post-Redakteur) sowie diverse Vorstands­mitglieder entstammen ebenso dem Council. Generell ist die Vergabe von Preisen und Auszeichnungen ein wirksames Mittel, um festzulegen, was „guter“ Journalismus und wer „renommierter“ Journalist ist.

Der deutsche Investigativ-Journalist und Dokumentar­filmer Dirk Pohlmann beschrieb die Situation mit den folgenden Worten, nachdem eines seiner geopolitisch brisanten Filmprojekte vom ZDF auf höchster Ebene gestoppt wurde:

„Das war eben ein Thema, bei dem man an die Grenzen dessen kommt, worüber man berichten darf. Diese Grenzen gibt es, auch in unserem sogenannten »Freien Westen«. Das merkt man, wenn man sie betritt: Dann gehen auf einmal die Scheinwerfer an, die Hunde fangen an zu bellen und man hört, wie die Leute näher kommen. Und dann weiß man, ok, jetzt bin ich in dem Territorium, von dem vorher behauptet wurde, dass es das gar nicht gibt: nämlich das verminte Territorium der Grenzen der Informationsfreiheit.“

Bedeutet dies, dass kritischer Journalismus in CFR-konformen Medien nicht erwünscht ist?


Im Gegenteil: 

Seriöser Journalismus bildet überhaupt erst die Grundlage für die Glaubwürdigkeit der traditionellen Medien, auf deren Basis dann gezielt und wirkungsvoll geopolitische (und andere) Propaganda lanciert werden kann. Denn der arglose Leser und Zuschauer hat kaum eine Chance, zwischen zwei ehrlichen Beiträgen die geschickte Manipulation zu erkennen oder auch nur zu erahnen.

Von allen Propaganda-Prinzipien ist dieses – langfristig gesehen – vielleicht sogar das wichtigste: Nur Medien, die vertrauenswürdig erscheinen, können dieses Vertrauen auch missbrauchen.


Fazit

Jahrzehntelang hatte das Netzwerk des Council on Foreign Relations eine nahezu uneingeschränkte Kontrolle über den geostrategischen Informationsfluss in den NATO-Ländern. Die meisten Menschen hatten keine Möglichkeit zu realisieren, dass sie sich trotz scheinbarer Medienvielfalt tatsächlich in einer dicht gewobenen Informationsmatrix befanden.

Weshalb betrieb und betreibt der Council einen derartigen Aufwand zur Täuschung der eigenen Bevölkerung? Der inzwischen verstorbene Nationale Sicherheitsberater und Council-Direktor Zbigniew Brzezinski brachte es in seinem Buch The Grand Chessboard: American Primacy and Its Geostrategic Imperatives auf den Punkt: „Demokratie ist der imperialen Mobilisierung abträglich, denn das Streben nach imperialer Macht läuft den demokratischen Instinkten zuwider.“ (Brzezinski 1998, S. 20)

Tatsächlich mussten die USA seit dem Krieg gegen Spanien von 1898 für nahezu alle ihre Interventionen einen Vorwand kreieren, um die stetige Expansion der eigenen Einflusssphäre – nach der letztlich alle Imperien streben – moralisch zu legitimieren und die eigene Bevölkerung dafür zu gewinnen – zumal kaum je ein Land so leichtfertig war, die Vereinigten Staaten ohne Not von sich aus anzugreifen.

Hierzu erschufen die USA – wie Karl Rove es ausdrückte – eine eigene, »imperiale« Realität, die von verdeckten Operationen über die mediale Bericht­erstattung bis hin zur Geschichts­schreibung reicht und von den Mitgliedern des Councils und seiner Partner­organisationen inszeniert und propagiert wird.

Damit wird zugleich verständlich, warum CFR-Medien bisweilen derart nervös auf den Erfolg russischer Medien wie Russia Today (RT) reagieren: Diese erweitern eben nicht nur die gepriesene Mei­nungs­vielfalt, sondern destabilisieren die umfassende Informations­matrix des Councils – zumindest dort, wo dies russischen Interessen dienlich ist.

Durch das Internet entwickelte sich zudem die Möglichkeit, Informationen dezentral und kostengünstig zu verbreiten und so die Gatekeeper des Councils zu umgehen. Inzwischen existieren auch im deutsch­sprachigen Raum eine Vielzahl leserfinanzierter Medien und Plattformen, die das konventionelle Narrativ kritisch hinterfragen und neue Sichtweisen ermöglichen.

Aus Sicht des Councils stellen solche Publikationen indes eine zunehmende Bedrohung der eigenen Informations- und Deutungs­hoheit dar. CFR-konforme Medien und Internet­unternehmen reagierten hierauf mit der Schließung von Leserforen, Zensur auf sozialen Netzwerken, der »Bereinigung« von Suchresultaten sowie zunehmender Überwachung. Auf Illusion folgt somit Repression – es bleibt die Frage, ob dadurch das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewonnen werden kann.


Literatur

Mitgliederverzeichnisse

CFR-Mitgliederverzeichnisse von 1922 bis 2013 und von 2016

CFR-Mitglieder in der US-Regierung von 1900 bis 2014

Bilderberg-Konferenzen: Teilnehmerlisten 1954 bis 2014 und 2015-2017

Trilaterale Kommission: Mitgliederlisten von 1973; 1978; 1985; 1995; 2010; und 2017

Atlantik-Brücke: Jahresberichte von 2006 bis 2016

Council on Foreign Relations 

Website des CFR sowie seines Magazins Foreign Affairs

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Sozialrassismus und Sozialdarwinismus sind die Hausideologien der Mächtigen und Reichen (Eliten)

Die Transformation zum autoritären Überwachungs- und Sicherheitsstaat


»Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen (naturaliter majorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein« .

Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Immanuel Kant (1784)


 

Als ich vor einigen Jahren begann, auf einer unserer Gemeinschafts - Websites, meine Leserbriefe an die “Freie Presse" Stuttgart zu veröffentlichen und ich mich darüber hinaus mittels Randbemerkungen und Artikeln zum “Qualitätsjournalismus” unserer “freien” bürgerlichen Massenmedien äußerte, interessierte es mich natürlich, wer mir denn da gegenübersteht, wer da seinen Einfluß auf den Inhalt dieser Zeitung geltend macht. Mindestens zweimal fragte ich daher bei den Verantwortlichen in Stuttgart und Ludwigshafen nach, wem die “Freie Presse” gehört. Dass ich darauf nie eine Antwort erhielt und erhalten würde, das wurde mir spätestens dann klar, als ich die Recherchen zu dieser Frage auswertete.

Der Besitzer der “Freien Presse” dürfte meine Bemühungen mißbilligt haben, wenn er denn davon gewußt hätte, denn der Pfälzer scheut das Rampenlicht. Warum das so ist, weiß niemand so genau. Jedenfalls mag er es generell nicht, wenn man über ihn spricht. Deshalb werden seine Mitarbeiter bei der Einstellung auch vergattert, keine Details über den Chef und sein Presseimperium auszuplaudern. 


Mitte der 1980er Jahre erklärte ein schwatzhafter Öffentlichkeitsbeauftragter, daß die Firma seit Jahren mit einem “Informationszölibat”  lebt, mit dem wir gut gefahren sind.

Warum habe ich an anderer Stelle bereits adäquat recherchiert:

Natürlich kann man sich die durchaus vorteilhafte Berichterstattung der Medien und deren Wirkung auf die Massen, in Bezugauf die Amerikanische Außenpolitik - die sind ja bekanntermaßen alle auf einer Linie - auch deshalb erklären.

(Somit erklärt sich auch das Schweigen des Chefs vom Dienst, Günter Sonntag, sowie ein Satz in seiner Mail vom 24.11.2012: “In Ausübung meiner Funktion werde ich mich auch künftig an die Regelungen und Weisungen der Chefredaktion und der Leitung des Unternehmens halten…”)

Diese Verschwiegenheit mag dazu beigetragen haben, daß aus einer einzigen Zeitung eines der größten Presseimperien Deutschlands werden konnte, mit Mathias Döpfner als Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, und das nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit. Döpfner ist seit langer Zeit jedes Jahr als Vertreter/Repräsentant der Deutschen Medienlandschaft bei den Bilderberger Treffen geladen. Zum Großaktionär des Berliner Medienhauses, ist M. Döpfner bereits "aufgestiegen" nachdem diesem, von Friede Springer, ein Milliarden schweres Aktienpaket überschrieben bekommen hat. Umsatz Axel Springer SE: über 3 Mrd. Euro.

 

Sehen Sie dazu die Seite: Die Bilderberg Konferenzen (LINK)

 


“Wissen, was läuft”, (So...so ?!)


Dieser Slogan ziert das Eingangsportal der Ludwigshafener Zeitung “Rheinpfalz” (http://www.rheinpfalz.de), der Lieblingslektüre von Ex-Kanzler Dr. Helmut Kohl, die er sich sogar per Eilboten nach Bonn zustellen ließ. Diese Zeitung ist die Keimzelle eines heute verschachtelten Verlagskonglomerats, dessen verschwiegener Chef schon früh wußte, was läuft.

 

Mitte 1945 wurde “Die Rheinpfalz” von fünf Zeitungsleuten, einem Anzeigenkaufmann, einem Verlagskaufmann, einem Metteur, einem Rotationer und einem Setzer gegründet. Tatkräftige Unterstützung fanden sie bei den französischen Alliierten, die ihnen die Lizenz für eine Regionalzeitung gaben.


 Einer der Gründer war Josef Schaub, der Großvater der heutigen Chefs. Er besaß eine kleine Druckerei bei Neustadt an der Weinstraße. Dort, wo die Familie Schaub noch heute wohnt, erschien am 29. September 1945 das erste Exemplar der neuen Zeitung. Zwei Jahre später betrug die Auflage 200.000 Exemplare.


Zu diesem Zeitpunkt verstärkten die USA bereits ihre feindselige Politik gegenüber der Sowjetunion, und man mußte schon genau “wissen, was läuft”, um seine Lizenz nicht zu verlieren.

Denn natürlich wollten die Amerikaner auch die Presse vor den Karren des “Kalten Krieges” spannen.
Doch mit der erwarteten “Freiwilligkeit” der Lizenzzeitungen war es nicht weit her. Die meisten Lizenzblätter widersetzten sich dem Ansinnen, zwei Jahre nach der Befreiung vom Faschismus schon wieder einen antikommunistischen Kreuzzug zu predigen und aus den Zeitungen erneut “geistige Munitionsfabriken” zu machen.

Diesen zu begrüßenden Widerstand gegen die neue “Gleichschaltung” bezahlten viele, die ihre Gesinnung nicht preisgeben wollten, mit dem Verlust ihrer Lizenz. Die Geschichte der “Frankfurter Rundschau” liefert dafür ausreichende Beispiele.
Wer sich anpassungsbereit zeigte, durfte seine Lizenz behalten. Die Familie Schaub behielt ihre Lizenz und konnte sie sich 1949 “vergolden” lassen. Aus den ehemaligen Lizenzinhabern wurden private Verleger. Was sie bis zu diesem Zeitpunkt nur als Treuhänder der Besatzungsmacht verwalteten, wurde jetzt zu ihrem persönliches Eigentum.
 Die Umwandlung paßte zur allseitigen Wiederherstellung der alten kapitalistischen Gesellschaftsordnung, und sie zeugte von der Klugheit der westlichen Besatzungsmächte: das neugewonnene Dasein als frischgebackener Unternehmer prägte das Bewußtsein und das Handeln der ehemaligen Lizenzträger weit mehr als Druck, Einschüchterung und Lizenzentzug.

Die “Rheinpfalz” ist noch immer im Besitz der fünf Gründer. Die gleichen Familien halten mittelbar oder unmittelbar die Anteile an der Medien-Union. Neben der Familie Schaub als Mehrheitsgesellschafter mit 50,5 Prozent der Anteile sind die Nachfahren der anderen Gründer Arthur Lenk, Hans Wipprecht, Xaver Resch und die Familie Nagel im Handelsregister eingetragen. Welchen Einfluß die Erben gegenwärtig haben ist unbekannt.

Ihre marktbeherrschende Stellung verdankt auch die “Rheinpfalz” weniger dem oft bemühten “freien Spiel der Kräfte” als vielmehr der anfänglichen Ausschaltung jeder Konkurrenz durch die Besatzungsmacht. Sie sicherte ihnen den marktbeherrschenden Vorsprung.

Expansion

Der Vater hatte den Grundstein für den kleinen, aber sicheren Erfolg seines Unternehmens gelegt. Doch seinen Sohn Dieter, der 1964 die Leitung der “Rheinpfalz” übernahm, drängte es nach schneller Expansion. So schlug er zu, als die Familie Bosch ihren 30-prozentigen Anteil an der “Stuttgarter Zeitung” zum Verkauf anbot. (Aktuell dürfte sein Anteil bei 45 Prozent liegen.) Gleichzeitig kam er dadurch in den Besitz des Immobilienvermögens im Zentrum der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg.

Als nächstes wollte Dieter Schaub Anfang 1971 den “Mannheimer Morgen”, daß zweitgrößte Blatt der Region, in seinen Besitz bringen. Dieser war seit 1953 in Ludwigshafen vertreten und hatte somit einen Fuß im Verbreitungsgebiet der “Rheinpfalz”. Daraus ergaben sich zwei Möglichkeiten. Entweder harter Konkurrenzkampf, der allerdings die Gefahr enthielt, daß sich zwei Konkurrenten gegenseitig aufrieben, oder ein Zusammenschluß zu einem Monopol, das dann keine Mühe haben dürfte, andere Konkurrenten zu schlucken.
Anfang der 1970er Jahre gab man daher der “friedlichen” Lösung den Vorzug.
 Doch der Handel platzte. Warum, das ist bis heute nicht genau geklärt. Offiziell waren es Uneinigkeiten bei “organisatorischen Fragen”. Doch vielleicht war es auch die Angst des lokalen Konkurrenten vor dem schaubschen Appetit.

Während danach das “Informationszölibat” wirkte, und auch der “Spiegel” offiziell nur zu berichten wußte, daß der schweigsame Verleger zu Geschäftsreisen gern Flugzeuge chartert und am Wochenende mit seiner Luxusjacht auf den heimischen Binnenseen kreuzt, erweiterte Herr Schaub in aller Stille sein Imperium.

Er gründete die SÜWE Vertriebs- und Dienstleistunggesellschaft mbH & Co. KG, einen Zeitungsvertrieb, der zu seiner größeren Unabhängigkeit beitragen sollte. Dann wurde er Geschäftsführer der “Stuttgarter Zeitung”, gab den Posten nach internen Streitigkeiten aber wieder auf. Doch seine “Medien-Union” wuchs stetig.

Erst Mitte der 1980er Jahre trat er wieder in das Licht der Öffentlichkeit, in das ihn die Schweizer Boulevardpresse hob. Ein dubioser Finanzskandal war die Ursache. Ausgangspunkt dieses Skandals war wieder der Expansionsdrang Schaubs, wobei er 40 Millionen Schweizer Franken in neue Projekte in der “Keimzelle Schweiz” investieren wollte. Schon 1984 hatte Schaub in die konkursgefährdete Benziger AG in Zürich/Einsiedeln investiert.


Doch der als “Rudolf S.” bezeichnete Treuhänder veruntreute die ihm anvertrauten Millionen, so daß Schaub am Ende nur Besitzer eines heruntergekommenen Hotelkomplexes an der Luzerner Riviera war, und Benziger noch immer die Pleite drohte.
Zur Niederlage kam der öffentliche Spott. So höhnte die “Luzerner Neueste Nachrichten”: “Doktor Schaub ist leider von Armleuchtern umgeben.”

Rückzug

Dies mag einer der Gründe dafür gewesen sein, daß sich Schaub nun völlig aus der Öffentlichkeit zurückzog.
Zum Frontmann wurde 1987 der clevere Jürgen Richter, ein bekannter Top-Manager, der seine Laufbahn nach dem Studium der Betriebswirtschaft und anschließender Promotion im Jahre 1970 als Vorstandsassistent bei Gruner + Jahr begann. In den folgenden Jahren arbeitete er in beinahe allen Bereichen der deutschen Medienlandschaft in Führungspositionen. Als Geschäftsführer der Konzernholding Medien-Union Ludwigshafen sanierte er den von Schaub übernommenen Westermann-Verlag.


 

Herr Richter in einem Interview mit “DIE ZEIT” 1997 (da war er für den Springer-Konzern tätig):
“Natürlich müssen die Redaktionen wissen, wofür das Haus Springer politisch steht. Für unsere Leser sind wir ein konservatives, bewahrendes Haus mit einem starken Bekenntnis zu diesem Staat, zu dieser Demokratie. Das soll auch so bleiben.”
” Natürlich könnte ich sie viel billiger kurz hinter der Grenze in Holland, Frankreich, Dänemark drucken lassen. Doch aus unserem Anspruch heraus erhalten wir die Wertschöpfungsstrukturen, wie sie bei Springer sind. Aber die Kosten müssen stimmen. Und deshalb haben wir über neue Arbeitsmethoden, Arbeitsorganisationen und Arbeitsabläufe verhandelt und mit den Betriebsräten Einvernehmen erzielt.”
“Ich kann die Gesellschaft nicht verändern.”
 “Wir praktizieren wirklich soziale Partnerschaft mit unseren Betriebsräten.”

 


Bevor er Ende 1993 seinen Posten aufgeben mußte, und 1994 in den Vorstand der Axel Springer Verlag AG berufen wurde, wo er nur zwei Monate später zum Vorsitzenden wurde, und 1998 zu Bertelsmann wechselte, machte Richter seinem Chef noch ein großes Geschenk. 1990 akquirierte er als erster westdeutscher Zeitungsverleger die größte Tageszeitung Ostdeutschlands, die “Freie Presse” in Chemnitz.

Die Übernahme

Die “Freie Presse” galt 1990 mit 663.700 Exemplaren als auflagenstärkste regionale Tageszeitung der DDR. Sie war zu DDR-Zeiten das Organ der Bezirksleitung der SED Karl-Marx-Stadt. Heute ist die “Freie Presse” die regionale Presseanstalt des Regierungsbezirks Chemnitz. Sie hat eine Auflage von knapp 400.000 Exemplaren. Ihr Sitz ist in Chemnitz und sie gehört zur Medien-Union GmbH, also Herrn Dieter Schaub.

Die “Freie Presse” soll allerdings nicht wie die meisten anderen DDR-Zeitungen durch die Treuhandanstalt zur Privatisierung ausgeschrieben worden sein. Sie soll ohne Ausschreibung an die Medien-Union GmbH Ludwigshafen gegangen sein, die immerhin 100 Millionen Euro dafür zahlte. Und das, obwohl es auch andere Verlage gegeben haben soll, die an diesem Filetstück der DDR-Verlagslandschaft interessiert waren, wie z.B. die “Rheinische Post”.

Ergänzung: Eine Anfrage an die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben – eine Nachfolgeorganisation der Treuhandanstalt – erbrachte bisher folgende Informationen:
 Der VEB Verlag Freie Presse wurde im Juli 1990 umgewandelt in den Verlag Freie Presse (GmbH im Aufbau). Bereits im Juni wurde mittels Umwandlungsgesetz aus dem VEB Druckhaus Karl-Marx-Stadt die Druckhaus Chemnitz GmbH, und aus dem VEB Grafische Werke Zwickau die Grafische Werke Zwickau GmbH.


Im Oktober des gleichen Jahres wurden diese drei GmbH’s von der Treuhandanstalt an die Chemnitzer Verlag und Druck GmbH verkauft. Über “Inhalt und Regelungen des Kaufvertrages” darf mir die BVS keine Auskunft geben, doch auf Nachfrage bestätigte sie mir zumindest, daß es “im vorliegenden Fall” ein Ausschreibungsverfahren und “mehrere Kaufinteressenten [gab], die Angebote abgegeben haben”. Bleibt also die Frage zu klären, woher der “Kaufinteressent” Chemnitzer Verlag und Druck GmbH kam und wer dahinter stand.

Die Treuhand scheint nach diesen Selbstauskünften am Verkauf der “Freien Presse” an Herrn Schaub, der noch im gleichen Jahr erfolgte, nicht beteiligt gewesen zu sein. Die BVS gibt mir zum Schluß ihres Briefes den Rat, daß ich mich “hinsichtlich weiterer Fragen direkt an die "Chemnitzer Verlag und Druck GmbH” wenden soll. 

Diesem Rat bin ich inzwischen gefolgt.

 

Sehr geehrter Herr,

wir danken für Ihre Zuschrift, mit der Sie Ihr Interesse an der Geschichte der "Freien Presse" bekunden. Leider können wir Ihnen in Ihrem Bemühen nicht weiterhelfen.

Obwohl wir täglich zahlreiche Leseranfragen - u.a. zu differenzierten Veröffentlichungen und Artikeln - erhalten und beantworten, haben Sie sicherlich Verständnis dafür, dass wir zur geschichtlichen Entwicklung des Betriebes, Beteiligungsverhältnissen usw. keine Informationen erteilen.

Mit freundlichen Grüßen
 Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG

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Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre, wenn auch unbefriedigende Antwort vom 06.12.2013, auf mein Schreiben vom 25.11.2013

Unverständlich bleibt mir vor allem, warum Sie "täglich zahlreiche Leseranfragen ... erhalten und beantworten", in meinem Fall aber einem "einzelnen Leser keine Informationen erteilen". Wieviele Leser müssten denn den Brief unterschreiben, damit Sie Informationen erteilen?

Unverständlich ist mir auch, daß Sie die angegebenen Internet-Informationen weder bestätigen noch dementieren.

Verständlich ist mir, daß Sie über "Beteiligungsverhältnisse" keine Informationen erteilen möchten, doch danach habe ich nicht gefragt, denn diese Informationen liegen mir bereits vor.

Wie Sie diesen Sätzen entnehmen können, habe ich "sicherlich kein Verständnis dafür", wie Sie mir in meinem "Bemühen nicht weiterhelfen". Aus anderem Anlaß ist das so genannte "Verbraucherinformationsgesetz" zur Zeit wieder im Gespräch und das Wort "Transparenz" in aller Munde. Vielleicht ist es Ihnen unter diesem Aspekt doch noch möglich, mir zumindest einige Antworten zu geben, natürlich, und dafür habe ich volles Verständnis, ohne betriebliche Geheimnisse zu nennen.

 Schon jetzt bedanke ich mich recht herzlich für Ihr Entgegenkommen und Ihre Mühe und verbleibe 

Mit freundlichen Grüßen

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Wie man dieser geschraubten Antwort des Verlages entnehmen kann, hüllt sich der Verlag nicht nur in Schweigen – womit sich auch heute noch die Existenz des zu Anfang erwähnten “Informationszölibats” bestätigt -, er dementiert nicht einmal die Informationen, die ich dem Internet entnehmen konnte.

Dort, wo im Impressum der FP heutzutage als Herausgeber die “Medien Union GmbH Ludwigshafen” angegeben wird, fehlte 1990 diese Information. Und auch im Jahr darauf wurde an dieser Stelle nur ein “Verantwortlicher” Dr. Jürgen Richter genannt, was nur für Informierte - Rückschlüsse auf den neuen Besitzer zuließ.


Warum die Übernahme so lief, liegt aber auf der Hand. So wurde später kolportiert, daß die guten Kontakte Schaubs zu Kohls damaligem Ministerialdirigenten Johannes Ludewig eine große Hilfe waren.


 

Herr Ludewig war von 1975 bis 1983 im Bundeswirtschaftsministerium tätig, 1983 wechselte er ins Kanzleramt, wo er ab 1991 Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie für die Koordination der neuen Bundesländer zuständig war. Von 1995 bis 1997 war Ludewig Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium sowie Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Von 1997 bis 1999 war er Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, von 2000 bis 2002 Unternehmensberater bei “Ludewig Consulting”. Seit 2002 ist Johannes Ludewig Exekutivdirektor der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen (CER). Hervorgehoben werden oft seine “exzellenten politischen Kontakte”.
 Wegen seiner “bemerkenswerten Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache” wählte ihn die Mitgliederversammlung des “Vereins zur Wahrung der deutschen Sprache e.V.” 1999 zum “Sprachpanscher des Jahres”. Damit wurde der konsequente Ausstieg aus der deutschen Sprache durch die von Dr. Ludewig geführte “Deutsche Bahn AG” honoriert (“service points”, “ticket counters”, “db-lounges” und 

“McCleans”).

 

 

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang noch die Tatsache, daß sich Ex-Kanzler Kohl bemüßigt fühlte, in einem Leserbrief an “manager-magazin.de” jede Beziehung zu den Schaubs explizit zu bestreiten:

“Ich lege Wert auf die Feststellung, dass es die angedeutete besondere Beziehung zu den Herren Schaub nicht gab und gibt.”! 

Die Nachfolger

Trotz dieses tollen Coups mußte Geschäftsführer Richter gehen, denn Schaubs Söhne Thomas und Michael wollten die Konzernführung übernehmen. Dabei störte der dominante Richter. Bereits 1992 soll Dieter Schaub dies erkannt haben: “Ich muss das Problem Richter lösen, bevor der Thomas kommt.” Im Dezember 1993 gab es ein Abschiedsessen, eine Abfindung und natürlich eine Vereinbarung, Stillschweigen über das Medien-Imperium zu bewahren. Sein Name tauchte noch einmal im “Focus” auf, als dieses Blatt verkündete, daß Richter beim Einstieg Schaubs in den Süddeutschen Verlag (SV) der neue Geschäftsführer werden solle. Das wurde vom SV allerdings sofort dementiert.


Thomas Schaub trat in die Holding ein und seit 1994 sind Dieter Schaubs Söhne, Josef Schaubs Enkel, offiziell die Herren der Medien-Union, und damit auch die Herren über die “Freie Presse”.

 

Der nächste Deal

Daß Dieter Schaub aber noch immer seinen Einfluß geltend machen dürfte, darauf deuten die jüngsten Aktivitäten hin.
Über die 44-prozentige Beteiligung an der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH; “Stuttgarter Zeitung”, “Stuttgarter Nachrichten”) kaufte sich die Medien-Union Ende 2002 als sechster Gesellschafter mit 18,75 Prozent beim finanziell gebeutelten Süddeutschen Verlag ein, wobei man beachten muß, daß die SWMH der drittgrößte Zeitungsverlag Deutschlands ist.


Dieter Schaub stützte sich dabei u.a. auf den wichtigsten SWMH-Mitgesellschafter, den Ulmer Verleger Eberhard Ebner, der übrigens über die SWMH auch an der “Süddeutschen Zeitung” nicht gerade unbeteiligt ist.

Wie Schaub, bevorzugt er die Rolle der grauen Eminenz.

 

 

Herr Ebner gehört zu den Befürwortern einer Neuordnung des Pressefusionsrechts, einer Reform die nicht zu einer Sicherung der angeblichen “publizistischen Vielfalt” führen würde, sondern die bestehenden Vormachtstellungen weiter festigen. Der “Entwurf zur Liberalisierung des Presse-Kartellrechts” wurde dem “Gleitflieger” und “Super”minister Clement vom Beirat des Wirtschaftsministeriums allerdings um die Ohren gehauen. Eine “wettbewerbspolitische Lachnummer” sei der Kabinettsentwurf, der weitgehende Kooperationen und Übernahmen von Zeitungen erlauben will, um so publizistische Vielfalt zu sichern. Eine recht eigenwillige aber doch bemerkenswerte Argumentation kam auf einem FDP-Hearing von Eberhard Ebner: 

“Wir haben ja keine wirkliche Wettbewerbsvielfalt”, Deutschland sei im Zeitungsbereich schon heute eine “Aneinanderreihung von Monopolen”. (taz Nr. 7370, 29.5.2004) 

 


Eine weitere Stütze dieses Deals war der Vorsitzende des Lenkungsausschusses, der als regulierendes Bindeglied zwischen den Gesellschaftern und der Geschäftsführung des Süddeutschen Verlages eingerichtet wurde. Doch Oliver C. Dubber, dem laut taz vom 21.1.2003 ein “mieser Ruf” vorauseilt, ist gleichzeitig kaufmännischer Geschäftsführer der Medien-Union.
 Mit der Berufung von Dubber bestätigten sich laut FAZ vom 04.01.2003 Vermutungen, “wonach Dieter Schaub, der Haupteigner der Medien-Union, eine der maßgeblichen Triebkräfte für den Einstieg der SWMH beim Süddeutschen Verlag gewesen sein dürfte.

Auskunft über die Beweggründe ihrer Aktion oder weitere geben aber weder die Geschäftsführung der SWMH noch der Medien-Union.” Der Fakt, daß die anderen Eigentümer Dubber nicht überstimmen können und diese sich dadurch entmündigt fühlen, führte dazu, daß ein Miteigentümer aus Protest zum einfachen Leserbriefschreiber wurde.
Den beträchtlichen Einfluß, welchen Schaub sich damit auf die erforderliche Restrukturierung des Münchener Verlagshauses verschaffte, war jedoch unübersehbar. Geplant waren damals bereits Einsparungen von deutlich mehr als 100 Millionen Euro. Bis Ende des Jahres 2004 sollten von den bisher 5000 Arbeitsplätzen 950 Stellen gestrichen werden.

Dieser “Sanierungskurs”, an dem auch der berüchtigte “Unternehmensberater” Roland Berger beteiligt war, hat unterdessen “angeschlagen”. Nach hohen Verlusten ist der Süddeutsche Verlag im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von über 76 Millionen Euro zu Buche stand. Ob es wirklich nur die “Medienkrise” war, die die Unternehmensführung zur Arbeitsplatzvernichtung “zwang”, darf bezweifelt werden. Der “Focus” wie auch die “taz” zitierten z.B. Betriebsrat Schönauer, nach dessen Aussage sich die Alt-Gesellschafter allein in den Jahren 1998 bis 2000 ca. 150 Millionen Euro Gewinne auszahlen ließen.

Einen interessanten Aspekt im Zusammenhang mit dem Einstieg der Südwestdeutschen Medien Holding in den Süddeutschen Verlag möchte ich noch erwähnen. Um besagten Einstieg nicht zu gefährden, mußte der Süddeutsche Verlag seine 70-prozentige Beteiligung an der Regionalzeitung “Frankenpost” aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen. Es war die SPD-Medienholdig DDVG, die bisher 30 Prozent an der “Frankenpost” hielt, die dem SV bereitwillig unter die Arme griff. Die SPD-Medienholding bekundete sofort, daß sie die Mehrheit an der Zeitung aber nicht “auf Dauer” halten will, sondern nur einen Beitrag zur Zukunftssicherung des SV mit seinem Flaggschiff “Süddeutsche Zeitung” leisten wollte. “In der Sache ging es vorrangig um den Vollzug der neuen Beteiligungsstruktur beim Süddeutschen Verlag”, sagte DDVG-Geschäftsführer Jens Berendsen in Hamburg.

Sanierung

Auch an der “Rheinpfalz” ist die “Medienkrise” nicht spurlos vorübergegangen.
 Verleger Thomas Schaub kündigte deshalb einen konsequenten Kostenabbau an. Der bisher “bestehende Schutzzaun” um die Redaktion wird abgebaut. Den Anzeigenumsatz von 2002 bezeichnet er als “Alptraum”, “konsequent Kosten abzubauen” betrachte er als einzigen Ausweg. Die “Rheinpfalz”, so die FAZ, “dürfte freilich trotz des Umsatzrückganges weiter profitabel arbeiten”.

Die Entwicklung, so Schaub, werde auch zu einem Stellenabbau führen. Seinen Verweis auf entsprechende Arbeiten, die außerhalb des Verlages zu günstigeren Konditionen erbracht werden, und seine Vermutung, daß diese Tatsache doch den einen oder anderen nachdenklich machen könnte, hält die FAZ für “nebulös”. Doch der Wink mit dem Zaunpfahl ist wohl unübersehbar, gab es doch bereits Ende 2002 Spekulationen über die Auslagerung von redaktionellen Arbeitsplätzen. Neue Redakteure wollte Schaub nicht mehr einstellen und befristete Verträge nicht mehr verlängern. Die geringeren Kapazitäten sollten so konzentriert werden, daß das Produkt für die Leser nicht schlechter werde. 


In bayerischen Landen nennt man soetwas die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau.

In die gleiche Richtung zielte sein Austritt aus dem Zeitungsverlegerverband, den Schaub vor allem mit dem letzten Tarifabschluß begründete, “den wir einigermaßen fassungslos zur Kenntnis nehmen mußten”. Auch er will nun “zu hausspezifischen Lösungen” kommen, mit denen auch die Mitarbeiter “einigermaßen leben können”. Inzwischen zahlt er seinen Mitarbeitern nun nach dem Groß- und Außenhandelstarif etwa 20 Prozent weniger Lohn. Zugleich mußte fast ein Drittel der 600 Mitarbeiter gehen, obwohl das Haus als einer der rentabelsten Regionalverlage Deutschlands galt.

Während Schaub auf dem Rücken der Beschäftigten “spart”, konnte er trotzdem Anfang November 2002 den Schulbuchverlag “Das Bildungshaus Schroedel Diesterweg Bildungsmedien GmbH & Co. KG” übernehmen. Zuvor wurde das Schulbuchprogramm des Schöningh Verlags gekauft. Gemeinsam mit dem bereits zur Medien-Union gehörenden Westermann-Verlag könnte so die größte deutsche Schulbuch-Verlagsgruppe entstehen.

Resümée

Soviel zu den Fakten und Informationen, die meine Recherche zu den Eigentümern der “Freien Presse” ergaben. Sicher gibt es da noch viel mehr zu entdecken und zu schreiben, doch um mir ein Bild über dieses Blatt und seine Eigentümer zu machen, sollten diese Erkenntnisse vorläufig ausreichen.

Josef Schaub gründete das Unternehmen. Sohn Dieter, der laut “Manager Magazin” ein Vermögen von einer Milliarde Euro besitzt, erweiterte es zu einem Medien-Konglomerat, das dem Transatlantik-Netzwerk angehört und seine Söhne Thomas und Michael sind die heutigen Geschäftsführer des Konzerns.

Bleibt zum Schluß die Frage, warum die Verantwortlichen der Redaktion in Ludwigshafen mir jede Auskunft zu den Besitzverhältnissen verweigerten. Könnte das daran liegen, daß es jenen unangenehm ist, wenn diese Tatsachen den Titel ihrer Zeitung konterkarieren? 

 

Haben sie Angst, daß ihnen die Leser die “freie” Berichterstattung nicht mehr hundertprozentig abnehmen könnten?


Wenn dem so ist, so habe(n) ich (wir) mein (unser) Ziel erreicht.


Und alle Leser, die bisher geglaubt haben, die “freie” Presse, überhaupt alle Massenmedien dieses Landes, berichten völlig “frei ", sollte dieser Artikel eines besseren belehren. 

 

Der Eigentümer einer Medien - Holding (a. A.) wird kaum sein Geld in eine Zeitung investieren, die nicht seine Interessen vertritt, die nicht seine Gedanken verbreitet. 

Und da der Besitzer der “Freien Presse” ein waschechter Kapitalist ist, wird seine Zeitung auch nur die Interessen seiner Klasse vertreten.


Und wenn noch immer jemand Illusionen über die Freiheit der Journalisten der bürgerlichen Presse hegt, so empfehle ich ihm das Statement des Doyen der Amerikanischen Presse und ehemaligem Redaktionsleiter der “New York Times” zu lesen. Das System hat sich seit dieser Rede nicht geändert.

>> Zum Statement http://www.constitution.org/pub/swinton_press.htm

 

Statement des Doyen der amerikanischen Presse und ehemaligem Redaktionsleiter der "New York Times", John Swinton, 1880
 


"Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es, und ich weiß es. Es gibt niemanden unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn er es tut, weiß er im Voraus, daß sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße und müßte sich nach einem neuen Job umsehen. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. 


Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es, und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte."

 

In den USA sind das Rupert Murdoch, CEO der News Corporation. de.wikipedia.org/wiki/Rupert_Murdoch und das TV - Imperium CNN, von Medienmogul Ted Turner de.wikipedia.org/wiki/Ted_Turner

Am 1. Juni 1980 nahm der amerikanische TV-Sender seinen Betrieb auf. Es war der erste reine Nachrichtensender weltweit.

CNN  wird vom "Turner Broadcasting System" betrieben, welches seit 1996 eine Tochterfirma des Medienkonzerns "Time Warner"  ist. Präsident und damit Hauptverantwortlicher des Senders ist seit 2004 Jonathan Klein. Gegründet hat den Sender der Medienunternehmer Ted Turner mit anfangs 225 Angestellten in 10 Büros und einem Startkapital von 20 Millionen US-Dollar, bis heute zu einem Milliardenunternehmen.

Die erste Sendung

Zu diesem Zeitpunkt gibt es die Nachrichten nur in den grossen amerikanischen Fernsehprogrammen in abendlichen 30-Minuten-Sendungen zu sehen. Die erste Sendung des neuen Senders CNN beginnt mit einer Ansprache von Ted Turner, der verspricht: "Wir werden erst abschalten, wenn die Welt untergeht".






Eine ehemalige "Edelfeder" der Süddeutschen Zeitung - ein "Ost - Intellektueller", der zwei Systeme kennengelernt hatte, setzt mehr und mehr Alarmsignale...



Ein fesselnder Blick hinter die Kulissen der großen Zeitungen. Natürlich sehr subjektiv schildert der Autor seine Hoffnungen nach dem Fall der Mauer. Hatte er in der DDR mit seiner Tätigkeit als Journalist begonnen, und wurde dort vom System in engen Grenzen gehalten, hoffte er "im freien Westen" auf einen ehrlichen Journalismus. Anhand von Beispielen seiner Laufbahn schildert er wie er zunächst milde, dann immer eindringlicher bestimmte Wahrheiten nicht darstellen sollte. Man erlebt einen Journalist, der sich den Slogan "Sagen was ist" auf die Fahne geschrieben hat und am damals und heute üblichen Meinungsjournalismus scheitert.


Da kommt ein Mitteldeutscher nach der Implosion der DDR in die BRD und glaubt, hier sei alles perfekt. Erst langsam merkt er, daß dieses für ihn zunächst "neue" System auch seine Fehler hat. Er merkt es erst allmählich, weil er gelernt hat, daß man wegschauen, faule Kompromisse eingehen und Verdrängen muß, um sich ein System schön zu denken.


Doch Meinhardt war schon zu DDR-Zeiten zunehmend kritischer geworden. Nach einer Phase der Euphorie in der BRD fällt es ihm wie Schuppen von den Augen: Auch dieses System weist totalitäre, parallele Fehlentwicklungen auf. So kommt er an einen Punkt, wo er vollkommen desilluisioniert ist und mit seinem Arbeitgeber, der "Süddeutschen", bricht. Hierzu gehört Mut, den kaum ein Westdeutscher bisher aufgebracht hat.

Man wünscht sich, daß Meinhardt jetzt, nachdem er das System grundsätzlich durchschaut hat, sich intensiver mit den zunehmeden totalitären Mechanismen beschäftigt.

Persönliche Erfahrungen sind gut. Es gibt aber eine ganze Menge vertiefende Literatur von Ryszard Legutko ("Der Dämon der Demokratie"), den Büchern von Uwe Krüger ("Meinungsmacht", "Mainstream"), Michael Esders ("Sprachregime"), Juan Moreno ("Tausend Zeilen Lüge") bis zu Manfred Kleine-Hartlage ("Die Sprache der BRD") und Thor Kunkel ("Lügenpresse"), die zur Vertiefung geeignet sind.

Wie wird auf einen "Aussteiger" aus der Presse Zunft reagiert ? - Oder besser, wie wird dieser nach bester psychologischer Maniér, von den "Füße - Leckern der Mammons", diskreditiert ? 






Unten eine Bewertung des Buches, von einem "Mitarbeiter" der "Main-Stream-Presse": 

Relativierend wird hier die Sache, als tendenziöser Journalismus der SZ bezeichnet, um gleich mal "Schadensbegrenzung" für die gesamte Journaille zu sichern und in gekonnter Maniér, wie mit alltäglichem Trash, abzulenken. "Vom Ringen eines Journalisten mit sich und einer Redaktion" heißt es .


Garniert wird diese Ausführung zum Ende hin, mit einer gewissen hypothetisierten "Erfolglosigkeit" die man dem Autor unterstellt, und die den potentiellen Leser weg manövrieren soll, da im System der nakten Konkurrenz einer erfolgsgetriebenen Gesellschaft, sich nur " Verlierer, Looser " für dieses Traktat interessieren würden. Mit einem "Erfolglosen" solle man sich besser nicht abgeben.  


Spitzfindig vorallem, weil der Rezensent gezielt auf die uns auferlegte Tiefenindoktrination abzielt:

Die Rückkopplung auf die in uns angelegten polititischen und gesellschaftlichen Weltbilder und etablierten "Wertesysteme". 

Unsere ganze Erziehung inklusive unseres Schulsystems läuft nur auf eines hinaus: Besser zu sein als der andere. Jedermann sei zu konkurrieren. Es gilt die Devise des Gegeneinanders anstatt des Miteinanders – der Stärkere gewinnt. Durchsetzen ist alles !


Das wird auch gelehrt: vom Kindergarten bis zur Doktorwürde. Angefangen vom Gymnasium (Jahreszeugnisse) bis zu den Rigorosen und allen vorhergegangenen Prüfungen muß man lauter „Sehr gut" » haben. Ein solcherart Ausgezeichneter (freilich durch eigenen Fleiß erreicht!) hat(te) – heute nicht mehr! – jederzeit Zutritt zum Präsidenten der Bundesrepublik Deutschlands bzw. jede Menge Privilegien und Ansprüche, Diäten usw. .... Wohlerworben! - Erstrebenswert?

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Dieses soll dadurch zu einer Schmähschrift für einen "außer Kontrolle geratenen" Dissidenten avansieren. Die Bezeichnung Tirade, folgt diesem Ansinnen und die Kategorisierung zu "Verschwörungsmagazinen" folgt dem von der CIA etablierten Kampfbegriff des Verschwörungstheoretikers als diffamierendes Vokabular (Denunziationsbegriffe).


Dann spricht man von "kapern", also einer feindlichen Übernahme für bestimmte Themen - Resorts. 


Die gleiche Vorgehensweise, wie dies bei Daniele Gansers´s Vorträgen der Fall war. Hier lautete der Tenor: Verschwörungsmystiker kapern Rudolf Steiner Bewegung...


Weiters wird versucht, die eigentliche Kausalität der sich übereigneten Atlantik - Medien auf einen "Antiamerikanismus" zu lenken der sich, wie könnte es anders sein, einem gewissen Populismus bedient. (Querfrontblase) Und das gesamte Traktat des Autors, wird in den Bereich des Infantilismus der DDR - Medienpolitik verschoben.


Bewertung des Buches von einem Mitarbeiter des Transatlantik - Medium - Spektrums


 ("Main-Stream-Presse"):


Auf den ersten Blick klingt Meinhardts Titel verlockend, und auch die Rezensionen sind vielversprechend: Da entlarvt jemand den tendenziösen Journalismus der SZ. Gewiss, das Blatt hat manche Themen gekapert: Atomktraft, Energie und Klima. Bildung und Betreuung. Mobilität. Kampf gegen Rassismus, Polizei und Rechte Strömungen, USA und Israel, und natürlich Migration und Vielfalt. Eindeutig ist die Aufmachung der Zeitung, Bilder und Überschriften verdeutlichen die Position der Redaktion, Kommentare sind bei den großen Themenfeldern stromlinienförmig gleichgeschaltet. Man braucht nur irgendeinen Autor nehmen und seine Kommentare im Netz suchen - die Stoßrichtung ist seit zwei Jahrzehnten gleich.


Natürlich erlaubt das die Pressefreiheit - aber eine überregioale Tageszeitung sollte sich nicht auf die Ebene einer Parteizeitung begeben. Klärt nur der Autor über die Strukturen und Personen auf, die jenen Meinungsapparat beherrschen, stellt er die bloß, die - nicht ungefährlich für eine Demokratie - die Öffentlichkeit zu lenken versuchen? Weit gefehlt. Natürlich bleibt es dem Autor unbenommen, seine eigenen Erfahrungen auszubreiten, es ist ja ein Erfahrungsbericht. Aber er nennt kaum Ross oder Reiter, und abgesehen von jenen politisch nur mäßig brisanten Fällen aus der Sportabteilung kommen auch die tatsächlich bedenklichen Lenkungsmanöver des Blatts nicht zur Sprache. Etwas mühsam ist das Nachlesen der Meinhardtschen Gedanken, der sich offenbar seines Auftrags vergewissern will und nicht hinnehmen möchte, dass seine Sicht außen vor bleibt. Bis hierher könnte man noch vom Ringen eines Journalisten mit sich und einer Redaktion sprechen, die das eine oder andere Tabu oder die eine oder andere Schere im Kopf hat - so etwas ist sicher kein Alleinstellungsmerkmal der SZ.


Es kommt aber noch ganz anders: Offenbar aus Frust über seine Erfolglosigkeit - wer immer da schuld sein mag - gerät Meinhardt auf die Schiene eines Antiamerikanismus, der so plump und - mit Verlaub - vulgärpopulistisch ist, dass jeder Leser, der sich nicht selbst in einer linken/rechten Querfrontblase befindet, mit Entsetzen das Buch weglegen möchte. Amerikas Drohnenkrieg, das weggebombte Kosovo, Irak, Somalia usw. heißen die Stichworte und immer wieder Ramstein. Eine SZ-Kollegin hat über die amerikanischen Aktivitäten dort "die reinste Huldigung" geschrieben "wie vom Pentagon in Auftrag gegeben" (S. 96). Das war wohl der Wespenstich, der Pawlows Hund geweckt haben muss. Der nachflolgende Traktat ist an Erbärmlichkeit kaum zu überbieten, die meisten Rezensenten haben wohl nicht so weit gelesen.
Sollte Meinhardt seine verquere Sicht schon früher publik gemacht haben, dann wäre es kein Wunder gewesen, wenn man ihn selbst in der Sportredaktion nicht mehr haben hätte wollen.  Ja, die SZ ist politisch tendenziös - das kann ein gebildeter Leser unschwer erkennen, aber Meinhardts Tiraden passen höchstens in Verschwörungsmagazine der unteren Schublade.


Autor:

Troll i. A. d. SZ

V. i. S. d. P.




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Jochen Scholz hat bereits in der Vergangenheit mit seinen fundierten Beiträgen für hochrote Köpfe bei den gleichgeschalteten Medien gesorgt. So als er zum Beispiel in einem Interview auf die Diskrepanzen zwischen Berichterstattung und den tatsächlichen Gründen der deutschen Beteiligung am Jugoslawienkrieg im Jahre 1999 hinwies. Scholz setzte ebenfalls seine Fragezeichen zu den Umständen der Anschläge des 11. September: Wie konnten 19 teppichmesserschwingende Studenten davon ausgehen, dass die komplette Flugabwehr der USA an diesem Tag versagt? Scholz gibt einen tiefen Einblick in die Ungereimtheiten unter militärischem Blickwinkel und erklärt überdies auch noch die wirkliche Bedeutung der “Global Missile Defense” in Polen und Tschechien, was uns nahtlos zur heutigen Situation in der Ukraine führt. Wo Deutsche Medien bis dato äußerst einseitig darüber berichten ...


Jochen Scholz, ehemaliger Oberstleutnant der deutschen Luftstreitkräfte und NATO - Generalinspekteur a. D. (außer Dienst)


Auch ein offener Brief ging an Präsident Putin: 

[PDF] Offener Brief an Seine Exzellenz, Herrn Wladimir Putin ...

www.sputnik-travel-berlin.de/Mitteilungen/Offener_brief_2014.pdf

 


Jochen Scholz,

ehemaliger Oberstleutnant (NATO)

(LTC/Lt Col) (NATO-Rangcode: OF-4)


Zunächst gilt es zu verstehen, wie die graue Eminenz der amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik Zbigniew Brzezinski de.wikipedia.org/wiki/Zbigniew_Brzeziński bis heute die amerikanischen Debatten bestimmt. In seinem Buch » The Grand Chessboard » = » die einzige Weltmacht» bringt er klar zum Ausdruck, dass die Stellung der Weltmacht USA konserviert werden soll und keinem anderen Staat oder Staatenkoalition (Paul Wolfowitz) de.wikipedia.org/wiki/Paul_Wolfowitz eine gelichwertige Position zuzugestehen, um annähernd so stark zu werden wie sie.

Auch die » Global Missile Defense » in Polen und in Tschechien, wurde unter falschem Vorwand errichtet.

Die Rivalen sind China, Indien, Brasilien die EU und Russland. Wobei Deutschland eine richtungsweisende Rolle zugestanden wird, bei allen Aktionen, die der Zentralidee dienlich sind. (Siehe Ukrainen - Krise)

Brzezinski weist den verbündeten in der Nato und auch der Europäischen Union eine Vasallenfunktion zu, die zur Unterstützung der Beherrschung des Eurasischen Kontinents von Nöten ist. Aufgrund dieses Umstandes zeigen sich eben auch lange Traditionslinien in der Amerikanischen Außenpolitik ab.

Die Amerikaner haben sich an 2 Weltkriegen beteiligt um diese Stellung, die sie heute haben, als einzige Weltmacht nämlich, zu erlangen.

Der Eurasische Kontinent ist deshalb so wichtig, weil dort nicht nur die Rivalen sind, sondern auch erhebliche Rohstoffe und Energieressourcen liegen. Angefangen vom direkten Nahen Osten, Saudi Arabien, Iran, Irak die Emirate bis hin zu Russland und das gesamte zentralasiatische Becken.

Denn dort liegen die Masse des Stoffes (Erdöl/Erdgas) der immer knapper wird. China ist mittlerer Weile der zweit größte Importeur nach den Vereinigten Staaten und dieser Zustand ist für sie bedrohlich. Dazu gehört auch der Balkan und Hauptfokus der amerikanischen Außenpolitik, egal mit welchen Mitteln militärisch, wirtschaftlich, diplomatisch oder in der UNO, ist auf diesen Raum gerichtet. Denn die Amerikaner wissen, wenn sie weiter wirtschaftlich prosperieren wollen, dann brauchen sie die Kontrolle über diesen Raum.

Im Kosovo werden Energieströme durch Pipelines durchgeleitet und deshalb geht es hier um die politische Kontrolle dieses Raumes. Wer bekommt wieviel zu welchem Preis ?! - das bestimmen wir die Amerikaner. Der Vorwand um in diesem Raum eindringen zu können hieß Milosovic.

Denn die EU - Osterweiterung und die Nato - Osterweiterung hatten mit dem Fremdkörper in Form des halbsozialistischen Jugoslawien so seine Probleme. Und in Saudi - Arabien gibt es Hundert andere die genauso » grausam» sind, mit denen die Amerikaner aber beste Beziehungen pflegen.

Milosovic wurde zum schlimmsten Verbrecher seit Adolf Hitler für die Öffentlichkeit hoch stilisiert um, einen Grund zu haben, dort rein zu gehen.

Die militärischen Planungen für einen Luftkrieg der NATO gegen Jugoslawien waren bereits im Sommer ´98 abgeschlossen und zwar lange bevor zivile Bemühungen im Kosovo mit der OSZE - Mission (Staatenkonferenz zur Friedenssicherung), die im Oktober anlief. Diese Beobachtermission hätte zum Ziel gehabt, die UCK und die Serbischen Sicherheitskräfte von einander zu trennen;

und dann stellt man eben fest, daß die tatsächliche Lage im Kosovo nicht mit dem übereingestimmt hat, was die Politik nach außen hin verkündet hat.

Die Begrifflichkeiten für die öffentliche Debatten

lauteten: Ethnische Säuberungen, Völkermord, Vertreibungen, humanitäre Katastrophe.

Tatsächlich und in der Realität, das bezeugen die gesamten Lager Archivbilder, die im Ministerium erstellt worden sind, und die natürlich den Ministern bekannt waren, handelte es sich um einen Bürgerkrieg. Einem Grausamen, wie das Bürgerkriege so an sich haben - aber einem, unter dem alle ethnischen Gruppen gleichermaßen gelitten haben und an welchem alle gleichermaßen beteiligt waren, sowohl die UCK als auch die Serbischen Kräfte. Und der letzte Satz zur Lagebeurteilung des Amtes für Nachrichtenwesen (wurde 2009 aufgelöst) der Bundeswehr lautete am 22. März `99 also 2 Tage vor Kriegsbeginn: » es sind auch weiterhin keine Tendenzen zu ethnischen Säuberungen im Kosovo feststellbar » !

Soviel also zur Propaganda, mit welcher der Krieg gerechtfertigt wurde!

Und man muss sich fragen, was steht hier an strategischen Überlegungen dahinter, dass man einen Völkerrechtswidrigen Krieg führt. Völkerrechtswidrig deswegen weil der UNO Sicherheitsrat kein Plazet gegeben hat (Russland und China haben Ihr Veto eingelegt). Es war ein klarer Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen von der wir ja alle glauben, dass sie ein großer zivilisatorischer Fortschritt ist gegenüber dem was vor den Vereinten Nationen war.

Selbstverständlich hat man hier einen völkerrechtlichen Präzidenzfall, denn wenn man einmal sowas konstruiert und über die Medien transportiert und von der Öffentlichkeit nicht genügend dagegengehalten wird, dann kann man sich bei der nächsten Sache darauf berufen und plötzlich wird aus einem Völkerrechtsbruch etwas völkerrechtlich normales im Rahmen des völkerrechtlichen Gewohnheitsrechts.

In Wirklichkeit ging es darum dieses halbsozialistische Jugoslawien, das sich allen Bedingungen neo - liberaler Politik widersetzt hat zu

kontrollieren z.B. hat Serbien die Akzeptanz der Kreditkonditionen des internationalen Währungsfonds nicht anerkannt, die da lauten: Privatisierung, Deregulierung, Abbau von Sozialleistungen, Haushaltskonsolidierung - und da hat Milošević nicht zugestimmt aus sozialen Gründen - und deshalb musste er weg.

Da kam die Befreiungsarmee UCK gerade recht! Die Frage was mit dem Endstatus Kosovo, obwohl das Völkerrecht völlig klar ist, passieren soll stellt sich eigentlich gar nicht, denn;

es ist ein integrativer Bestandteil - ein integraler Bestandteil von Serben - doch das will man jetzt ändern, das ist die aktuelle Rechtslage.

Wenn man dem Kosovo eine einseitige Unabhänigkeit zugesteht, dann öffnet man hier die Schleußen für alle weiteren Forderungen wo nach ethnischen Grundsätzen Grenzen wieder neu definiert werden sollen und das bedeutet einen Rückfall in die Barbarei.

In punkto Vorwand auch unter » false flag operation » einzustufen, als da waren: der Golf von Tonkin - Zwischenfall, Überfall auf den Sender Gleiwitz (Gliwice) aber auch an das Celler Loch in der Haftanstalt in Celle wo RAF Terroristen saßen, welche der Verfassungsschutz selber gesprengt hat um zu zeigen, dass die RAF noch aktiv ist und die Genossen aus den Gefängnissen befreien wollten, aber auch die Anschläge auf den Bahnhof von Bologna in den 70 er Jahren, die vom italienischen

Geheimdienst und der CIA geplant waren und den Roten Brigaden in die Schuhe geschoben wurde, weil es zu verhindern galt, aus der damaligen Sicht im Kalten Krieg, dass in Italien eine Mitte - Links - Regierung unter Einschluss der Kommunistischen Partei an die Macht kommt. Deswegen musste die Linke diskreditiert werden, um das politische Spektrum nach Rechts zu rücken, das ist mittlerer Weile gerichtsnotorisch und die entsprechenden Personen sind bekanntermaßen hinter Schloss und Riegel.

Es ist also nicht ungewöhnlich, dass man eine » false flag operation » durchführt, um sie anderen in die Schuhe zu schieben.

Operation Northwoods 1962 ist hier ein eklatantes Beispiel, jeder kann Googeln und findet dann das Papier des amerikanischen Generalstabs, wo darüber spekuliert wurde, was man den Kubanern alles in die Schuhe schieben könnte, um einen Vorwand zu haben, um in Kuba einzumarschieren oder Kuba zu besetzen.

Es ist also nichts ungewöhnliches in der Geschichte, so etwas ist passiert und ist leider auch am 11. September 2001 passiert, denn es sind zuviele Fragezeichen und Ungereimtheiten bezüglich der Abfangjäger offen. Von Condoleezza Rice wurde öffentlich geäußert, dass man sich in seinen kühnsten Träumen nie hätte vorstellen könne, das jemand ein Passagierflugzeug, einen Airliner, dazu verwendet, um einen terroristischen Anschlag auszuführen.

Dazu bleibt zu sagen: das konnte man sich sehr wohl vorstellen, denn ca. 1 Jahr zuvor Ende `99 / 2000 gab es eine Infrastrukturkonferenz im Pentagon, davon gibt es Bilder im Internet, die gesichert worden sind und - die heute nicht mehr auf der Hompage des Pentagon vorzufinden sind -, wo eben genau um ein Modell des Pentagons herum, Offiziere und Ingenieure rumgestanden haben, die sich Gedanken darüber gemacht haben, wie können wir verhindern, dass ein gezielter Anschlag auf das Pentagon mit einer Passagiermaschine allzu großen Schaden anrichtet.

Und daraus hat man auch Konsequenzen gezogen und hat das Pentagon an einer der 5 Seiten massiv verstärkt demnach wurden primär die Fenster verstärkt und Kevlar-Matten zwischen den Stahlbetonträgern platziert. Beides sollte Schutz bieten vor einer explodierenden Bombe bzw. der Gewalt einer einschlagenden Boeing 757 standhalten bzw. die kinetische Energie minimieren.

Und am 11. September ist das "Flugzeug"  ( Granit Missile ) auch zufällig genau in diesen Bereich eingeschlagen und hat relativ wenig Schaden angerichtet. Es gab vergleichsweise wenig Todesopfer, weil der Trakt noch nicht wieder vom normalen Personal besetzt war sondern von Firmenangehörigen u. a. auch von Fremdfirmen, die intern Arbeiten ausführten.

Und deshalb kommt jetzt selbstverständlich auch noch der 11. September in den Mittelpunkt. Denn bisher gibt es keine Aufklärung von Seiten der USA, was denn mit den Abfangjägern los war. Hier stellt der Oberstleutnant der NATO - Luftwaffe einen Zentralen Punkt in den Vordergrund.

Die Verfahren, die bei der Deutschen Luftwaffe angewandt werden, stützen sich auf ein System, das speziell nach dem Angriff von Pearl Harbor von den USA in den 50er Jahren entwickelt wurde - Grund: man wollte nie mehr der Situation ausgesetzt sein überrascht zu werden und die Risiken einer ungeklärten Luftnotlage ausgesetzt zu sein.

Das System läuft folgendermaßen ab: Die Verantwortliche Stelle für das » Air Policing » und für die Alarmierung von Abfangjägern, hier gibt es als NATO - Begriff den sogenannten Alpha - Scramble (echter Alarmstart) ist das

North American - Aerospace - Defense Command (NORAD).

Die größte Luftverteidigungszentrale der Welt, die kontrolliert nach außen und nach innen und hat sozusagen jede » Maus » auf ihrem Bildschirm.

Und das Szenario das jetzt folgt passiert ja praktisch ständig, permanent.

Jetzt nehmen wir aus Deutscher Sicht (gleiches Szenario wie in den USA, nur andere Institutionsbezeichnungen) zum Beispiel das Luftverkehrskreuz Frankfurt am Main. Dort sitzen militärische und zivile Fluglotsen zusammen in einer Schicht.

Plötzlich passiert etwas, das die Fluglotsen Lost - Com nennen, d. h. sie verlieren den Kontakt zu einem Airliner aus irgend welchen Gründen, technischer Art oder er hat ´nen Herzinfarkt, dann folgt ca. 5 Minuten der Versuch mittels einer permanenten Kontaktaufnahme. Wenn er sich dann dazu noch ungewöhnlich verhält z. B. nicht an die Anweisung hält bestimmte Luftstrassen zu nutzen, dann gibt es einen Anruf von Frankfurt

zum sogenannten Combained Air Operation Center (CAOC) in Kalkar am Niederrhein oder in Meßstetten (Schwäbische Alb), je nachdem ob Nord oder Süddeutschland betroffen ist. Und dort sitzt eine Zelle, wie man es im Fachchargon nennt, die mit einem Stabsoffizier der Außenstelle der Luftwaffe einem Verbindungsmann des BMI, dem Innenministerium (weil u. U. auch polizeiliche Aufgaben mit betroffen sind) und mit einem Vertreter der Deutschen Flugsicherung, besetzt ist. Die werden quasi per Standleitung über die weitere Situation und Vorgehensweise informiert.

Und die sehen auf Ihren Bildschirmen bzw. Radarschirmen genauso, ob sich der Airliner adäquat oder inadäquat verhält; und wenn es sich also immernoch komisch verhält, dann drückt der auf einen entsprechenden Button und es ertönt die Sirene beispielsweise beim Jagdgeschwader 71 in Wittmund.

Und zwar neben dem Bunker, in dem die beiden Alarmmaschinen stehen. Die Piloten, die zu den Maschinen gehören, die sitzen in der Militär Barracke daneben in voller Montur. Letztere sind, durch die Alarmrotten informiert, in kürzester Zeit in der Luft.

In der Regel ist es so in den NATO - Staaten geregelt, dass man - je nach Bereitschaftsgrad - zwischen 10 und 15 Minuten nach Alarmauslösung, man breits in der Luft sein muss. Wenn es dann zur Entscheidung kommt, daß die Maschine abgedrängt werden soll oder zur Landung gezwungen werden soll, dann muss ein General diese Entscheidung treffen.

Aber nur diese Entscheidung trifft er; das Auslösen des Alarms, die Bewertung dass da irgendetwas nicht stimmt, also prüfen durch Alarmrotten, erfolgt wie bei einem Feuerwehreinsatz oder wie bei einem Notarzteinsatz

da gibt es keine Zwischenhierarchie. Und genauso läuft das in den Vereinigten Staaten im Prinzip ab. Die entsprechenden Stellen (Institutionen) unter NORAD sind nur anders benannt.

Und genau dieses Szenario ist über zwei Stunden nicht passiert. Es hat kein einziger Abfangjäger den Versuch unternommen eine der Maschinen abzudrängen oder aufzuklären, und das kann nur dann der Fall sein, wenn jemand in diesen Automatismus eingegriffen hat.

Und wenn das eben über fast zwei Stunden in Amerika nicht passiert ist, obwohl Amerika ausweislich der Laufbänder bei CNN, dem Nachrichtensender, an diesem Tage » under attack » war, dann hat da jemand eingegriffen. Und das ist die einzige Erklärung, warum es nicht funktioniert hat.

Und diese Nebelkerzen die da vom Untersuchungsausschuss des Amerikanischen Konkresses geworfen worden sind, dass man an diesem Tage angeblich unglaublich viele Übungen der Luftwaffe stattgefunden haben und man völlig verwirrt gewesen sei, weil man nicht mehr zwischen real life und Übung unterscheiden konnte. Das ist, für jemanden, der aus der Luftwaffe kommt, nicht nachvollziehbar.

Denn Übungsgeschehen sind was die Flugsicherung angeht und die Luftverteidigung angeht, immer getrennt vom realen Geschehen des Flugverkehrs und die Verantwortlichen Personen, die ins Übungsgeschehen involviert sind, sind natürlich nicht in die Überwachung des regulären zivilen Luftverkehrs involviert.

Deswegen ist das eine völlig absurde These!

Die 2. These, die auch teilweise dort zu finden ist lautet: das eine oder andere verantwortliche Geschwader sei nach Canada verlegt worden und deshalb habe man zu diesem Zeitpunkt nicht die volle Kontrolle gehabt;

das kann ja alles so gewesen sein - nur die Alarmrotte dieses Geschwaders ist mit tödlicher Sicherheit nicht verlegt worden, denn die muß da bleiben und zwar 365 Tage im Jahr und darf zu nichts anderem als zu dieser Aufgabe eingesetzt werden.

Der Witz dieser Thesen ist ja der, dass im Jahr 2001 und zwar vor den Ereignissen des 11. September es 60 Einsätze dieser Art gegeben hat, die reibungslos verlaufen sind - ebenso wenige Wochen nach dem 11. September, wo eine ungeklärte Luftnotlage war und die Abfangjäger aufgestiegen sind und den Auftrag hatten objektiv zu kühlen und aufzuklären bzw. die Kontrolle zu wahren.

Besonders absurd wird die Argumentation, wenn man sich eine Karte von Washington D. C. mit Sitz des Pentagon (in Arlington) und des Kongresses bzw. des Weißen Hauses, also dem Machtzentrum Amerikas zu Gemüte führt.

Da befindet sich nur 10 Meilen von Washington entfernt, ein Jagdgeschwader auf Andrews Airforce Space im Bundesstaat Maryland und auch von dort ist kein Abfangjäger aufgestiegen, als das Pentagon im Visier war. Man muss natürlich jetzt die Frage stellen, wenn die Schuldzuweisungen an Osama bin Laden geht, der also in seiner Höhle in Bora Bora das alles minuziös geplant haben soll,

das ist ja die offizielle Version die auch in der Öffentlichkeit durch die Medien suggeriert wurde - er hat diesen hochkomplexen Vorgang geplant - bleibt abschließend nur zu sagen, absoluter Blödsinn.

Der frühere Justizminister Horst Ehmke der auch nicht gerade als Verschwörungstheoretiker verdächtig ist, der auch Kanzleramtschef unter Willy Brandt und somit Geheimdienstkoordinator in der alten BRD war, stellt auch fest: » so eine Aktion kann ohne Unterstützung eines gewieften Geheimdienstes nicht durchgeführt werden». Tatsache ist, dass die von den Medien transportierten Impressionen und entsetzlichen Eindrücke für die Bevölkerung, dazu genutzt wurden, um den Begriff des » Global War On Terror » auszurufen, also die von Bush und seinen Konsorten eingerichtete Achse des "Bösen".

Das war der Tag wo der Krieg, der in Afghanistan begann gerechtfertigt wurde. - Ohne diesen 11. September, der den Begriff » Global War On Terror / War On Terrorism » , der suggeriert ja immernoch, dass die größte Bedrohung für die gesamte » zivilisierte » Welt, der internationale Terror ist - könnten die Amerikaner ihr Handeln nicht rechtferigen.

Hinter diesem Begriff kann man natürlich wunderbar die Dinge tun, aufgrund der Akzeptanz der Weltbevölkerung und vorallem der eigenen Bevölkerung, das sonst aufgrund der fehlenden Akzeptanz schwierig bzw. unmöglich wäre.

Die ganze Welt hat "diese Bilder" gesehen und hat ja in den Wochen und Monaten nach dem 11. September die Amerikaner unterstützt, weil man sich sagte, » das darf natürlich nicht sein - und da haben die Amerikaner völlig Recht, wenn sie jetzt zuschlagen »!

Ohne diesen 11. September hätte man die ganzen militärischen Aktionen wohl anders bewertet und keine Akzeptanz gezeigt. Deshalb hat der 11. September durchaus eine Funktion im strategischen Spiel der USA.

Und deshalb wird ganz klar behauptet, dass die Amerikaner diesen bewusst herbeigeführt haben - ! da wir die FEMA und das NIST widerlegt haben und Tausende von Architekten und Ingenieuren die selbe Auffassung vertreten.

Und Fragen in Bezug auf die offizielle Version werden in Deutschland gar nicht aufgeworfen. Man hat eine heilige Scheu davor den Amerikanern irgendetwas zu unterstellen, was  "nicht ganz koscher"  ist.

Das ist eine eigenartige Haltung hier gegenüber dem größten Verbündeten, da man sich immer so verhält wie die drei Affen, bei allem was die Amerikaner tun. Wir erleben das auch in den großen Tageszeitungen, denn die wissen alles was da so in den letzten Jahrzehnten gelaufen ist.

Die wissen, dass die Taliban ein Produkt des Pakistanischen Geheimdienstes waren im Zusammenspiel mit den USA.

Und trotzdem sagen Sie wir müssen selbstverständlich in Afghanistan bleiben um die Freiheit Deutschlands am Hindukusch zu verteidigen - es ist völlig absurd was da abläuft.

Und die sogenannte » Kundus Affäre » hätte nie stattgefunden und ebenso wären die Familien und Angehörigen der dort stationierten Soldaten nicht zerrissen worden und zwar sinnlos nur um den amerikanischen Vorwand zu unterstützen.

"Es ist eine Schere im Kopf sein Wissen umzusetzen in Kommentare & Berichterstattung".

Die wissen alle, dass die Amerikaner den Terrorismus für Ihre Zwecke benutzt haben und zwar seit Jahrzehnten, ohne dass die Terroristen das im einzelnen wissen. - Aber dazu sind ja verdeckte Operationen von Geheimdiensten da.

Al Kaida ist allerdings nichts anderes als ein Terminus Technikus der CIA (Rockefellers´s CIA) für ein bestimmtes Netzwerk von Islamischen Terroristen sonst nichts. Was mit diesem Begriff Al Kaida (Al Qaida) in der Öffentlichkeit immer suggeriert wird ist, dass es ein Hirn wäre oder ein Stab mit einer Planungskapazität und einem Hauptquartier von dem aus alle möglichen Schweinereien in dieser Welt geplant werden - das stimmt mit Sicherheit nicht.

Aber "dieses Bild" wird den Massen so repräsentiert und vor Augen geführt. Und da ist CNN mit Sicherheit führend, wenn es hier um repräsentative Veröffentlichung geht. Der Begriff Al Kaida ist, wie ein Saudi - Arabischer Arzt im Internet zweifelsfrei festgestellt hat nichts anderes, als die Liste derjenigen, die Osama bin Laden in seinem Haus in Afghanistan aufgesucht haben und diese Liste wurde von Ihm selbst Al Kaida genannt. Und diesen Begriff hat die CIA so übernommen.

Und wenn er exekutiert werden würde, wird es eine Art Ikonisierung innerhalb der eigenen Reihen geben, d. h. ein anderer wird seine Position einnehmen. Interessant ist, daß man den Kopf dieser angeblichen mystischen Zentrale erst im Mai 2011 gefasst hat. Und der Mann bediente sich offenbar neuester technologischer Kommunikationsmittel und wäre, wenn man das denn wollte, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viel früher ortbar gewesen. Es gibt Stimmen, die behaupten, so z. B. der CDU Verteidigungsexperte Willy Wimmer, dass man Osama bin Laden und ein Großteil der Taliban in der Anfangsphase des Krieges hat entkommen lassen. - Daraus kann jetzt jeder seine eigenen Schlüsse ziehen...

Die Kommentarlinie und die Berichterstattungslinie der gesamten Presse lautet daher: » wir sind dort mit der Bundeswehr am Hindukusch, um die Freiheit Deutschlands zu verteidigen, weil diese Freiheit durch Terroristen bedroht ist und wir müssen dort in Afghanistan sein, um die Terroristen vorort zu bekämpfen, bevor sie zu uns kommen.

Tony Blair hat 2003 seinen Umweltminister entlassen weil Michael Meacher einen Kommentar mit folgender Überschrift verfasst hatte: » dieser Krieg gegen den Terrorismus ist ein Vorwand » .

wörtlich: » This war on terrorism is bogus! »

Wenn man sich den gesamten Konflikt in Afghanistan ansieht, dann muss man sich auch daran erinnern, dass hinter dem was öffentlich kommentiert oder berichtet wird, noch eine ganz andere Frage steht, die für mich einer der wesentlichen Gründe dafür ist, was in Afghanistan derzeit durch afghanische Taliban verursacht, geostrategisch abläuft.

Es gibt eine Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan ist eine sogenannte Demarkationslinie - ca. 2500 km lang - und diese Grenze verläuft mitten durch Paschtunisches Siedlungsgebiet beiderseits der Grenze;

es gibt Paschtunen in Pakistan und es gibt Paschtunen in Afghanistan.

Diese Grenze, die sogenannte » Durand - Linie » ist 1893 vereinbart worden;

und zwar zwischen dem "Britischen Empire", mit den Zaren und einigen afghanischen Würdenträgern und zwar für 99 Jahre.

D. h. es ist die ehemalige Nordgrenze des Britischen Empire in dieser Region. Und diese Grenze ist seit 1993 völkerrechtlich zumindest umstritten, wenn nicht gar irrelevant. Dieser Zustand bzw. dieser Konflikt stellt sich mehr und mehr als ein Versuch der Paschtunen dar, die sich mit anderen Kräften verbündet haben um diesen Konflikt zu bereinigen.

Der letzte gewählte Präsident bevor die Taliban die Macht ergriffen haben namentlich Nadschibulla, wurde ermordet, weil er nicht gewillt war die Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan als Paschtune völkerrechtlich zu akzeptieren.

Dann gibt es da auch noch Belutschistan im Westen. Die Belutschen siedeln sowohl in Afghanistan, als auch im Iran. Dort wurde seinerzeit - bis heute - massiv gezündelt, auf iranischer Seite, dort werden bspweise Anschläge auf Revolutionsgarden deren Büros als auch staatliche Einrichtungen verübt;

und für diese Anschläge benutzt man Belutschen, die in Afghanistan siedeln. Dort wird gezündelt, um die Region weiter zu destabilisieren.

Und unsere » Verbündeten » dort in Afghanistan, insbsondere die Angloamerikaner die dort tätig sind, die haben gar kein Interesse aus diesem Raum abzuziehen, die werden alles tun um dort ansässig zu bleiben und eine Verbesserung der militärischen Lage und der Gesamtsituation ist ohne eine Regierung, die prowestlich agiert, also auf westlicher Seite steht - und zwar ohne wenn und aber - überhaupt nicht erwünscht;

weil dann müsste man ja die Truppen abziehen und die Militärische Präsenz zurückfahren. Für solche Ziele, sollte jedoch die Bundeswehr nicht länger, auf Kosten des Deutschen Steuerzahlers, eingesetzt werden. Und jetzt übernimmt die ISIS bzw der IS die neue Funktion dort zu destabilisieren, um den Irak und Syrien zu spalten.

Und dass sich beispielsweise der Iran mit Atomwaffen eindecken möchte, ist im Grunde auch nur die Konsequenz auf die Amerikanische Politik. Denn mit Atomwaffenmächten geht man anders um als mit Nicht Atommächten.

Die indirekte Botschaft der Amerikaner lautet: schafft euch Atomwaffen an, dann werdet ihr anständig behandelt. - Wie geht man mit Nordkorea um? - die haben Atomwaffen. Was würden die Amerikaner wohl tun, wenn Pakistan keine Atommacht wäre, militärisch, im Paschtunischen Grenzgebiet bespielsweise?

Und Russland ? Russland ist mittlerweile wieder schuldenfreier Akteuer der ernstgenommen werden will. Das haben die Amerikaner aufgrund des seinerzeit gewollten Baus der » Global Missile Defense » noch nicht begriffen. Und Putin kommt aus dem Geheimdienst, der weiß dass sie auf dem "Grand Chessboard" wieder mitspielen und zwar als Akteur als Figur, die schuldenfrei ist, und diese Aktion richtet sich gegen sie. Das wäre beispielsweise die Möglichkeit einen Nuklearen Erstschlag zu landen um den Gegenschlag weitgehend abzuwehren.

Allein die Fähigkeit zu demonstrieren, dass man dazu fähig wäre ist Erpressungspotential schlechthin.

Russland ist auf dem Geostrategischen Strategieplan immernoch das Ziel, aber das scheint jetzt aus Sicht der Amerikaner nicht mehr so zu laufen. Und deshalb ist der nächste Schauplatz der Amerikaner auch Afrika. Die Amerikaner haben bereits ein neues Militärkommando (Africom) errichtet.

Das machen die Amerikaner natürlich nicht um eine bessere Basis für die Aidsbekämpfung zu haben, sondern aufgrund der Tatsache, das dort auch wertvolle Ressourcen sind vor der westafrikanischen Küste usw. Deswegen wird dort militärische Präsenz etabliert.

In Somalia am Horn von Afrika geht es nur um die strategische Lage von Somalia wo bekanntlich wieder bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Das ist aber auch vorallem eine Passage für Öltanker und die muss aus deren Sicht geostrategisch sicher sein - unter Amerikanischer Kontrolle.

Der militärisch industrielle Komplex ist selbstverständlich auch interessiert Waffen zu verkaufen und verbrauchte zu ersetzen. Und Iran ist seit Jahrzehnten ein Spielball Angloamerikanischer Interessen die schon seit 1920 andauern. Und wird auch im Interesse Israels dem größen Vasallen der USA, das nächste Ziel sein.

Die Großindustrie ist nach wie vor der Meinung, dass sie innerhalb des Transatlantischen Verbundes Ihre Interessen durchsetzen;

und wenn man dann weiss daß die Presse im wesentlichen von der Wirtschaft abhängig ist, also von den Anzeigen lebt, weil der Anteil des Erlöses was den Verkauf von Abonnements angeht signifikant unter dem Teil der über Anzeigen reinkommt liegt, dann stellt man eben fest, dass es aus diesem Grund resultierend natürlich auch Abhängigkeitsverhältnisse gibt.

Und jeder Chefredakteur steht in diesem Spannungsverhältnis zwischen objektiver Berichterstattung und seinem Verleger der Geld verdienen möchte. - Ein Balanceakt meist zu ungunsten des redlichen Journalismus denn Journalisten - man mag es kaum glauben - unterliegen der Zensur von den Fernsehräten.

Und im Kosovo Krieg wurde (´98-´99) zu 95 % von allen Deutschen Zeitungen die Regierungspropaganda weitergegeben. Man ist gar nicht gewillt sich mit den Fakten auseinander zu setzen. Man gilt sofort als Konspirationstheoretiker oder es wird mit dem Antisemitismus in Verbindung gebracht und so abgebügelt - und diese Zyniker spannen genau an diesem Punkt Ihre Ideale auf. 

Hier bleibt nur abschließend festzustellen: Die zynische Haltung führt nach Peter Sloterdijk zu Deformationen des Charakters. - Auch dieses ist gelebte Realität! Ansonsten müsste man ja die Transatlantischen Beziehungen in Frage stellen, diese sind ja bekanntermaßen Teil der Deutschen Staatsräson oder werden von jedem Kanzler der BRD so definiert. Nur Fakt ist, das Buch von Paul Wolfowitz ist auf dem Markt, das von Zbigniew Brzezinski » The Grand Chessboard» = die einzige Weltmacht auch.

● und bei Wolfowitz´s Rebuilding America´s Defenses (Project of a new American Century)

wo Er sich dahingehend äußert dass: » moderne Biologische Waffen daür sorgen könnten, dass Biologische Kriegsführung nicht mehr als Mittel des Terrors angesehen werden, sondern als politisch sinnvolles Mittel zur Interessensdurchsetzung, das auf bestimmte Genotypen gezielt werden kann» .
 

● Das ist ein Satz von einer solchen Monströsität, wo man sich fragen muss, was in einem vorgeht, der dann immernoch von einer Transatlantischen Wertegemeinschaft spricht!

dieser Wertegemeinschaft möchten wir jedenfalls nicht angehören. Parallel dazu könnte man hier auch Guantánamo und Abu Ghraib oder die Lager in Massa I Sharif anführen; wer sich derartig primitiv äußert, der handelt in höchstem Maße faschistoid !  Die » Geheimakten » bzw. Massenspeicher mit den Daten, die als Beweismittel hätten dienen können, sind ja noch rechtzeitig aus dem Verkehr gezogen worden und » abhanden » gekommen.

Und aufgrund der Folterexzesse wo auch Deutsche Soldaten involviert waren sollten wir auch nicht immer nur nach Amerika schauen. Wir sollten auch mal unserer eigenen Regierung auf die Finger schauen; denn da stellt man eben seit längerer Zeit fest, dass offensichtlich 

Recht und Gesetz beim politischen Handeln nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

Verweise auf das Grundgesetz Art. 20 III GG. Die Exekutive und die Legislative sind an Recht und Gesetz gebunden d. h. es gibt kein politisches Handeln außerhalb des Rechts.

Und dieser Verfassungsartikel ist eine tragende Säule des Grundgesetzes, der nicht verändert werden darf.

Das gehört zum Kerngerüst unseres Staates und dagegen wird seit Jahren massivst verstoßen. 

- Ob das Herr Schäuble war, mit seinen verrückten Ideen Flugzeuge abzuschießen oder die Online - Durchsuchungen, Speichelproben, Geruchsproben oder was da sonst noch so im Köcher war.

Das sind alles Angriffe auf den Rechtsstaat von demjenigen, der ihn eigentlich verteidigen müsste, dem Innenminister.


Dass wir uns an einem Völkerrechtswidrigen Krieg 1999 im Kosovo mit der Deutschen Luftwaffe beteiligt haben, wird nur deshalb nicht strafrechtlich relevant, weil der Generalbundesanwalt alle Anzeigen gegen Regierungsmitglieder niederbügelt, denn er ist weisungsgebunden d. h. der (die) Justizminister(in) erteilt Ihm Weisungen zu ermitteln oder nicht zu ermitteln.


Das ist der Grund warum es nie zu einem Strafverfahren gegen Regierungsmitglieder wegen Verfassungsverstößen gekommen ist. Wir müssen nicht immer nach Amerika schauen, wir haben hier auch eine Entwicklung, die äußerst bedenklich ist.


     



Eine exakte Definition von Begriffen ist eine unverzichtbare Grundlage für eine konstruktive Kommunikation. Stattdessen aber werden bestimmte sinnvolle Vokabeln mit „geistigen Viren“ belegt, um ihren aufklärenden Charakter zu vernebeln. Diese Bezeichnung stammt aus der MEM-Forschung und beschreibt eine tendenziöse oder sogar falsche Zuordnung des Sinnes bestimmter Worte. Durch diese Fehlbestimmungen kann man (sachlich betrachtet) vernünftige Vokabeln virusartig so in die Bevölkerung infiltrieren, dass sie nicht nur ihren Sinn verlieren, sondern sogar einen regelrechten Negativ-Reflex beim Empfänger auslösen.

Es fällt auf, dass in Talk-Shows, Bundestagsdebatten, Medienveröffentlichungen, selbst in alternativen Internet-Blogs usw. permanent mit diesen „Vokabel-Waffen“ gearbeitet wird, um „Gegner“ zu diskreditieren. Ein von der CIA etablierter Begriff, nämlich der des "Verschwörungstheoretikers", ist eine dieser Keulen.

Dr. Andreas von Bülow ist nicht irgendwer. Andreas von Bülow darf vor seinem Namen ein „Dr.“ setzen - ganz ohne Plagiat erworben, was nicht mehr jeder Politiker in diesem Land von sich behaupten kann;

hinter seinem Namen ein beeindruckendes „Bundesminister für Forschung und Technologie a.D“ vermerken und kann sich zu den wenigen Teilnehmern, der seit über 60 Jahren - jährlich stattfindenden Bilderberg - Konferenzen - zählen, bei denen Er während seiner Amtszeit einmalig eingeladen war. Auch Angela Merkel war vor Ihrer Amtszeit - nachweislich - eingeladen und zugegen. Er ist desweiteren Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ( auch Bundesverdienstkreuz genannt ).  

Laut Dr. von Bülow und unseren unwiderlegbaren Erkenntnissen, war 9/11 ein Inside Job, die Presse hat sich selbst, dem Kapital und diverser Organisationen übereignet; die Stellung von Nachritenagenturen wie Reuters und AP, hatten stets eine dominierende Stellung, an der sich jedes Blatt und jeder Sender orientiert hat.

USA sind der Drahtzieher von über 50 Putschen weltweit, Sauerland-Bomber war durch den Deutschen Geheimdienst „ betreutes Bomben “. Das sind nur einige von zahlreichen Vorwürfen, die Dr. Andreas von Bülow erhebt und welche immense politische Sprengkraft besitzen.




KOMPLETT NEU - Postulat - Ground_Zero 11.09.2001




   

 







und umgekehrt


betriebsneutrale Kündigungen
= Vorruhestand mit entsprechenden Renteneinbußen
Bildungskommunikation
= Markenwerbung an Bildungseinrichtungen durch Sponsoring
Eingriffskräfte/Einsatzkräfte
= Angriffsarmee
Einsatzlage
= Krieg (in Afghanistan)
Eliteförderung
= Bildungsabbau
Entsorgungspark
= Mülldeponie
Flexibilität, Deregulierung
= Aufgabe sicherer Arbeitsverhältnisse
der suggerierte „Befreiungsschlag“ nützt nur den Unternehmern bzw. den Renditenehmern
freie Marktwirtschaft= Großkonzerndiktatur bzw. Börsendiktatur
Fortbildung= Werbe- veranstaltungz.B. von Pharmaunternehmen, bei Friseurprodukten etc.
Friedensoperation, Friedensmission= Krieg
Frontex=Militär(kein Reinigungsmittel)
global Governance= antidemokratische zentrale Weltregierung
Grenzschutzagentur=Militär zur Flüchtlingsabwehrz.B. Frontext
harmonisieren= gleichschaltenz.B. im Zuge der europäischen Harmonisierung…
humanitäre Intervention= Krieg bzw. Ressourcensicherung
LiquidierungHinrichtung ohne Prüfung von Schuld
Militärschlag= Angriffskrieg
Mission= Militäreinsatz
mutiger Sozialplan= Stellenabbau
Politikberater= Lobbyist
Rebellenhochburg= legales Kriegszielz.B. die dicht
bevölkerte Stadt Falluja
Reform


Bildungsreform

Gesundheitsreform

EU-Reformvertrag

Sozialabbau
= Bildungsabbau
= Versicherungs- schutzabbau, Privatisierung
= Abbau demokratischer Grundrechte
z.B. Aufhebung der Gewaltenteilung und Aufrüstungsverpflichtung
robuster Stabilisierungseinsatz mit Kampfhandlungen= Krieg

systemrelevant
= mehr wertsog. „Rettungsschirme“ wofür? (Banken vs. Menschen)
Verfassungsschutz= (Inlands-) Geheimdienst
umstrittene Verhörmethoden= Folter
technische Überprüfung= Zugausfall wegen Schaden bzw. Mangel,
Verantwortung in der Welt= Krieg und Kontrolle
Verschlankung, Abwicklung, mutiger Sozialplan= Stellenabbau
Wirtschaftsflüchtlinge= Globalisierungsopfereigentlich also ein Politikum



 

Volker Pispers redet Klartext, in Bezug auf die Folgen von  Globalisierung und Neoliberalismus - und der letzten Stufe des Kapitalismus





 

 

Das neue World-Trade-Center in NY heißt "One - World" & den "Z e i t e n l e n k e r n" dieser Welt - (ohne Bewusstsein keine Zeit, sondern nur Veränderung, deshalb nur Raum - Zeit  Veränderungs - Kontinuum), steht deren Genius voran. 

Albert Einstein ... 




Rothschild & Sons (Rothschild & Söhne) the Billionaires